Brigitte 14/04
Deine Freundin Friduchita Sagen Sie jetzt nicht: "Warum schon wieder Frida Kahlo? Ich hab doch bereits einen Bildband gekauft, die Biografie gelesen und den Film gesehen. Was gibt's denn jetzt noch Neues?" Viel. Sehr viel. Denn in dem von Raquel Tibol herausgegebenen Buch "Jetzt, wo Du mich verläßt, liebe ich Dich mehr denn je" kommt in Briefen, Karten, Notizen, Gedichten und Vorträgen die berühmte mexikanische Malerin selbst zu Wort. Und nur sie. Mal witzig, mal wütend, mal melancholisch, oft verzweifelt wendet sich die vor 50 Jahren verstorbene Künstlerin an ihren Mann und Malerkollegen Diego Rivera, an ihre Geliebten, an Freunde, an Ärzte. Bettelt sie an um Liebe, um Geld, um Erlösung von ihren Schmerzen. Sie macht sich über die Pariser Surrealisten um André Breton lustig ("ein einziger Haufen durchgedrehter Surrealistenärsche"), mökiert sich über Amerikanerinnen, die ihre Kleidung imitieren ("sehen aus wie Runkelrüben"), verschont sich selbst nicht ("Ich habe getrunken, weil ich meine Schmerzen ertränken wollte, aber die verdammten Schmerzen haben schwimmen gelernt"). Diese fantasiereichen Zeugnisse eines außergewöhnlichen Lebens sind ein Genuss für Frida-Kahlo-Fans.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Frida Kahlo als Autorin. In diesem erstmals vollständig auf deutsch vorliegenden Band hat die Kunstkritikerin und Freundin Frida Kahlos, Raquel Tibol, Briefe, Notizen, Gedichte, Bekenntnisse der Künstlerin versammelt. Adressaten sind ihre Freunde, Kollegen, Liebhaber. Frida schreibt, so Raquel Tibol, mit dem Herz auf der Zunge, in einer freimütigen, phantasievollen Sprache, die ihre Vorliebe für Wortschöpfungen, Umgangssprache und das Überschreiten linguistischer Grenzen zeigt. Die extreme Freiheit der Sprache ist der erste Schritt zur bedingungslosen Aufrichtigkeit dem Ausgangspunkt für Frida Kahlos malerischen Auseinandersetzung mit ihrer Welt und den darin immer wiederkehrenden Motiven; dem Busunfall, der sie von ihrem 18. Lebensjahr an versehrt ließ, die quälende, fordernde Leidenschaft der Heranwachsenden für Alejandro Gómez Arias, ihre komplexe und faszinierende Beziehung zu Diego Rivera, ihre Krankheit als Schicksal, ihr politisches Engagement und! ihre Kompromisslosigkeit. Mit diesen aus verschiedenen Archiven zusammengetragenen Texten präsentiert und Raquel Tibol eine "Autobiographie" Frida Kahlos, die dem Mythos Kahlo eine neue, unverfälschte Dimension hinzufügt.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.