...oder: wenn ein Profi Bücher schreibt.
Leider fällt das erklärte Ziel dieses Buches dem Drang eines jeden Lehrbuchautors zum Opfer, nicht nur dem Leser zu helfen, sondern auch -völlig ungewollt- mit seinem/ihrem zweifelsfrei umfassenden Wissen unterschwellig um Anerkennung zu buhlen. Im Zuge dieses insbesonders bei Linux-Buchautoren weitverbreiteten Mißstandes verliert leider auch Frau Teufel sowohl sich selbst in Gedankensprünge und Konzeptlosigkeiten, als auch den Leser und dessen erklärte Lernabsicht aus den Augen.
Bestes Beispiel: Sie erklärt anschaulich, wo man "ganz einfach" diese und jene config-Datei editieren müsse, um diese oder jene Wirkung zu erzielen. Schön. - Im Vorfeld hat sie aber dummerweise nicht ein einziges Wort darüber verloren, wie zum Teufel (sorry für das Wortspiel) man denn unter Linux einen der vielen Texteditoren startet.
Genauso fahrig fährt die Autorin fort, in ihren Ausführungen immerwährend und teilweise sogar zusammenhangslos zwischen KDE und Kommandozeile hin- und herzuspringen. Dabei bricht sie mitunter gerade erst begonnene Themen so abrupt ab, als wollte sie eigentlich an dieser Stelle mit einem ganz anderen Kapitel beginnen.
Dieses Werk kann man leider in dieselbe Tonne kicken wie die meisten anderen, sogenannten "Einsteiger"-Bücher für Linux, da auch die Autorin dieses Buches voraussetzt, daß "Einsteiger" eben nicht wirklich "Anfänger" bedeute, sondern vielleicht eher "spielerisch-Angefangener-und-irgendwann-Steckengebliebener".
Fazit: Wenn Sie frisch und völlig unbefleckt in das faszinierende Thema Linux einsteigen wollen, verderben Sie sich mit diesem Buch höchstens den Appetit.