Zunächst führt der Autor schlüssig aus, warum bei herkömmlichen Aktienanlagen in Form von Investmentfonds im Regelfall noch nicht einmal die Marktrendite erreicht wird. Er weist zutreffend darauf hin, dass bereits bei einer passiven Anlage in Form von ETFs im Laufe eines Anlegerlebens das Gesamtergebnis durch den Zinseszinseffekt fast verdoppelt werden kann.
Nach dieser kurzen Einleitung kommt er dann zum eigentlichen Buchthema, den Vorteilen der direkten Anlage in Aktien. Seine Kernthese ist, dass sich durch den Kauf unterbewerteter Aktien erhebliche Überrenditen erzielen lassen. Er erläutert ausführliches sein mehrstufiges System, welches im Wesentlichen auf der Grundlage von den von Benjamin Graham und später Warren Buffett entwickelten Grundsätzen beruht nur Aktien weit unter ihrem wahren Wert zu kaufen.
Sofern man sich anschaut, auf welche Art und Weise legendäre Investoren wie beispielsweise Buffett ihre Vermögen aufgebaut haben, so ist der in diesem Buch aufgezeigte Weg, unabhängig von Unterschieden im Detail, vermutlich der einzig erfolgversprechende. In der Realität gelingt dies jedoch nur einer verschwindet geringen Anzahl von Anlegern. Des Weiteren empfiehlt der Autor bei einem Anlagevolumen von beispielsweise ca. 50.000,00 EUR lediglich in drei Aktien zu investieren und bei Kursverlusten konsequent nachzukaufen. Solch eine Strategie kann auch ganz schnell zu dramatischen Verlusten führen und der emotionale Stress, der die meisten Menschen bei fallenden Märkten überkommt, sollte auf keinen Fall unterschätz werden.
Ein weiterer Punkt ist, dass das Buch eigentlich nur für amerikanische Leser geschrieben wurden. So beziehen sich sämtliche Beispiele auf amerikanische Aktien bzw. amerikanische Finanzseiten. Natürlich lassen sich die Informationen auch über deutsche Finanzseiten für deutsche/europäische Aktien abrufen, diese sind jedoch anders aufgebaut und auch die Kennzahlen tragen teilweise andere Bezeichnungen. Die umfangreichen Informationen zur Steueroptimierung sind für einen deutschen Leser sogar vollkommen belanglos.
Fazit:
Ich stimme mit dem Autor überein, dass sich durch eine Direktanlage oder alternativ selbst durch ETFs dauerhaft wesentlich bessere Renditen als durch Investmentfonds oder Zertifikate erzielen lassen. So kinderleicht wie es der Autor fast schon in Form eines Motivationstrainers versucht darzustellen, ist es jedoch nicht. Bevor man die Strategie des Autors, wenn überhaupt, anwendet, sollte man nach meiner Auffassung bereits über viel Erfahrung verfügen.