Also, ich muss mich doch sehr wundern, dass hier im Forum eine 17jährige von manchen so angefeindet wird. Da verlangen gar welche, sie möge sich einen anderen Beruf suchen. Bitte, wird sie antworten, verschafft mir einen Job, der die gleichen Einnahmen garantiert. Jeder hier würde auf ihre Weise Geld verdienen wollen, da kann man ruhig mal ehrlich sein. Aber vielleicht ärgert das ja manche getreu dem Motto: Boah, und ich muss arbeiten. Ein klein wenig mehr Respekt wäre doch schön. Und ich bin absolut kein Fan von LaFee. Ich bin auch schon ein alter Sack, aber ohne zu sabbern, auch wenn ich LaFee für eine süße Maus halte. Ich kann die jungen Teenies schon verstehen. Ich habe mich ja schon bei der letzten Platte zu einer Rezension verleiten lassen und mir trotz sehr moderater Worte einige Negativbewertungen abgeholt. Aber egal, Grund für die neue Verleitung ist, dass ich wegen meines Sohnes zum zweiten Mal bei ihrem Konzert war und vorher das neue Album gehört habe. Ich bleibe dabei, talentfrei ist sie nicht, auf der Bühne bewegt sie sich inzwischen weitaus sicherer. Musikalische Entwicklung ihrer Band allerdings Fehlanzeige. Die Soloeinlagen der einzelnen Bandmitglieder kommen zwar geschmeidiger, aber werden von so vielen technischen Spielereien begleitet, dass man zwangsläufig zu dem Schluss kommt, dass hier instrumentale Schwächen überdeckt werden sollen. Echte Musiker haben das nicht nötig. Das sowas sogar beim Bassisten geht, hätte ich bis dato nicht gedacht. Der hatte derartige Soundeffekte, da hörte sich die einfach angeschlagenen Saite schon geil an. Wer aber ein Griffbrettgucker ist wie ich, der sieht, das da nicht viel Musikalität zu sehen ist. Schlimm finde ich nach wie vor den Gitarristen. Der posed und posed bis der Arzt kommt. Da wird die Axt auf die Bühne gelegt, in extremer Verzerrung ein paar Saiten bearbeitet und schlussendlich wird das Intrument verstimmt. Meine lieben Jüngeren hier im Forum, mögt ihr ihn noch so klasse, muskulös und sexy finden, der Mann kann an seinem Instrument nicht das Meiste. Um mal eine Empfehlung zu geben, vergleicht das Ganze mal mit Brian May, der ist so gut, dass er sich in manch altem Queenkonzert auch die ein oder andere Effekthascherei leisten darf. Der Drummer zeigte sich für mich deutlich verbessert, auch wenn bei ihm das halbe Drumkit elektronisch verarbeitet wird. Die Songs von dem neuen Album sind teilweise gar nicht übel. Ich gebe ja auch zu, dass ich manchmal auf die ein oder andere zuckersüße Ballade stehe. So finde ich das Lied Der Regen fällt irgendwie klasse, oder auch Wer bin ich. Heul doch, Du bist schön oder das Titelstück haben Ohrwurmcharakter und sind eigentlich recht gelungen. Eine Katastrophe ist dagegen Beweg Dein Arsch. Von der Produktion her hat man keine Experimente gewagt. Alles ist hübsch so geblieben, wie es beim ersten Album auch schon funktioniert hat. Letztlich ist alles sehr sehr glatt produziert, von Originalität keine Spur. Bei einem der Songs fiel mir im Konzert auf, dass da das Riff aus Smoke on the Water verwendet wurde, bei Küss mich wird ganz unverhohlen eine Melodielinie von Still of the Night von Whitesnake verwendet, also heilig ist den Produzenten wohl nichts und es sind Dinge, die mir nur so auf Anhieb aufgefallen sind, gesucht habe ich nicht danach. Der Sprung zur erwachsenen Künstlerin wird LaFee mit dieser Band nicht gelingen. Trotzdem aus Sicht des Rockfans sicher viel Kritik berechtigt ist - das geht jetzt an die Älteren hier im Forum - eine junge Sängerin wie LaFee hat aktuell ihre absolute Berechtigung in der Musikszene. Ich glaube nicht, dass ich an dieser Stelle an die Musiksünden der 70er erinnern muss. Ich war nicht auf Anhieb Fan von Jethro Tull, Whitesnake, Rainbow oder Deep Purple gewesen, ich bin mit - hüstel - Smokie angefangen. Wer die leuchtenden Augen der Teenies auf dem Konzert (wie letztes Mal viel zu kurz) gesehen hat, wird mich verstehen.