"Du hast es bereits. Du kannst es nur nicht fühlen, weil dein Verstand soviel Lärm macht." Diesen Satz schreibt Eckhart Tolle in seiner Einleitung - und damit ist der Kern des Buches offengelegt. Dieser Grundgedanke ist gleichzeitig auch die Essenz von Weisheitstraditationen wie Zen und Taoismus: "Es ist alles da." Wir müssen nichts hinzugewinnen, wir müssen nur das beiseite schieben, was uns daran hindert, es wahrzunehmen. Das ist die tiefe Wahrheit, die wir in uns selber entdecken können.
Dafür muss unser Verstand still sein. Eckhart Tolle weist uns Seite für Seite darauf hin. Und je näher wir dieser Stille des Verstandes kommen, desto mehr steigt der Grad an Frieden, den wir in uns empfinden.
Was immer in uns geschieht, wir müssen es nur beobachten. Es ist nicht nötig, mehr zu tun. Wenn es uns gelingt, in dieser reinen, beobachtenden Haltung zu bleiben, werden die Erscheinungen (Gedanken, Emotionen usw.), die uns sonst in Aufruhr versetzen, mehr und mehr abnehmen. Das ist die Praxis der Meditation, wie sie unter anderem auch im Zen (Shikantaza) gelehrt wird. Im Buddhismus nennt man dies: nicht mehr verhaftet sein. Und das ist der Weg zu unserer Freiheit.
Eckhart Tolle beschreibt dies alles auf leichte und verständliche Weise ("Schau nur, interpretiere nicht.) Er erklärt, wie unser Verstand unserer tieferen Wahrnehmung im Wege steht, welche Rolle unsere Emotionen spielen und wie Unglücklichsein und Unbewusstheit zusammenhängen. Dabei scheint er den richtigen (sanften) Ton zu treffen, da sein Buch bei vielen Menschen nachhaltige Wirkung hinterlässt.
Wir können inneren Frieden unabhängig von allen äusseren Umständen finden. Das verlangt von uns einiges an Ernsthaftigkeit und Bewusstsein, aber jedem ist es möglich.
Ich glaube, eine schönere Botschaft kann ein Buch nicht beinhalten.
Peter Steiner, Autor von "Das Wesentliche so nah", "Weisheit für Minimalisten" u.a.