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Jesus von Texas
 
 
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Jesus von Texas [Gebundene Ausgabe]

D. B. C. Pierre , Peter W. Finlay , Karsten Kredel
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (56 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 383 Seiten
  • Verlag: Aufbau-Verlag; Auflage: 2 (5. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351029969
  • ISBN-13: 978-3351029968
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (56 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 373.706 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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D. B. C. Pierre
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Woher kennen wir Amerika? Durch die Medien, Die Simpsons, Ally McBeal oder Bowling for Columbine. Was der Australier D.B.C. Pierre in seinem Debütroman über das Land erzählt, lässt nur einen Schluss zu: Es ist alles noch viel schlimmer!

"Shit Happened" heißt der erste Akt dieser Tragikomödie und benennt damit ein Leitmotiv. Vernon Little ist knapp 16, als Jesus, sein einziger Freund, durchdreht und 16 Mitschüler erschießt. Während der eine schießt -- auch Pierre lässt keinen Kalauer aus --, muss der andere scheißen. Das rettet ihm das Leben und versaut es. Weil Vernon das peinliche Alibi für sich behält und der "Mexikaner-Bengel2 Jesus tot ist, bekommt er die volle Wucht des Volkszorns zu spüren. Und die manipulative Macht der Medienmeute, die für die Karriere sprichwörtlich über Leichen geht und die eigene Mutter verleugnet.

In diese Versuchung gerät auch Vernon, denn Doris Little, die schon mal Selbstmordversuche mittels Elektroherd unternimmt, macht ihn "abwechselnd wütend und traurig". Wie Doris mit ihren Freundinnen kurz nach dem Massaker über Diäten diskutiert oder ihrer neuen Kücheneinrichtung entgegenfiebert, das wäre zum weinen, wenn es nicht so komisch wäre. Dann wirft sie sich dem TV-Journalisten Lally an den Hals und als dessen Intrigen ihren Sohn in die Todeszelle bringen, stellt sie liebevoll eine Henkersmahlzeit zusammen, mit Krautsalat, "wegen der Gesundheit".

Wer einen Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen -- nach diesem Motto werden wir über einen Jahrmarkt der Eitelkeiten geführt. Dort taumelt ein rundherum unschuldiger Held durch medial inszenierte Geisterbahnen und Spiegelkabinette und glaubt bis zum Schluss daran, dass "die gute alte Wahrheit im Anmarsch ist". Keine Institution, ob Schule, Justiz oder Fernsehen, bleibt ungeschoren. Vernons Leben gerät zur ultimativen Reality-Show: Kameras im Todestrakt, per TED werden Kandidaten für die Giftspritze ermittelt.

Die Politik hat abgedankt, Richter und Reporter haben das Sagen -- fiese Figuren, überzeichnet, aber beängstigend real. Lally und die anderen "Bösen" sind nur Teil des allgemeinen "menschlichen Schleimgulaschs", einer pervers-bigott-materialistischen Gesellschaft, für die die Diagnose lauten muss: unheilbar krank.

Was so sozialkritisch klingt, ist über weite Strecken ein Heidenspaß. Wegen der saftigen Sprache, weil die Moral von der Geschicht fehlt und Vernon mit seinen Verbalattacken schnell unser Herz gewinnt. Für einige ist es "das erste Buch des Jahres", eventuell die Übersetzung des Jahres. Huckleberry Finn, Holden Caulfield, bitte aufrücken! --Patrick Fischer

Pressestimmen

"Ein brillianter, ein umwerfender Roman, eine feurige, scharf gewürzte Satire." (Süddeutsche Zeitung)

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Kundenrezensionen

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69 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Hammer! 4. Februar 2004
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Im vergangenen Frühjahr quälte Elke Heidenreich Nick McDonnells "Zwölf" in
die Bestsellerlisten; die Literaturgemeinde ihrerseits quälte sich mit
diesem oberflächlichen, pubertierenden und belanglosen Roman, versuchte
das menschenmögliche, dem mageren Büchlein eines immerhin erst
Siebzehnjährigen Authentizität abzugewinnen, zog Schlüsse, mühte sich mit
politischen, sozialen, pädagogischen Vergleichen. Aber der Roman blieb,
was er ist: Ein müdes, aufgesetztes, gezwungen cooles, nihilistisches
Traktat knapp über Schulaufsatzniveau. Doch es ist Land in Sicht, dann das
Versprechen, das "Zwölf" zu geben schien, hält "Jesus von Texas" umso mehr
ein.

DBC steht für "dirty, but clean" - der Autor ist kein adeliger Franzose,
sondern ein rechtschaffen abgedrehter, zweiundvierzigjähriger Amerikaner,
dessen Vita sich wie die einer Figur aus "Reservoir Dogs" liest. Pierre
a.k.a. Peter W. Finlay hat einiges auf dem Buckel, zuletzt einen schweren

Autounfall, dem eine Gesichtsoperation folgte - also Krönung, sozusagen.
Seine Vita läßt nichts aus - Filmproduzent, Schmuggler, Betrüger. Die
Einnahmen aus "Jesus von Texas" (OT: "Vernon God Little"), das den
britischen Booker-Price 2003 - verdient - gewann, sollen auch dazu dienen,
einigen der früheren Opfer Schadenersatz zu zahlen.

Martirio, Texas, ist das, was man gemeinhin ein "elendes Pißnest" nennen
würde. Irgendwo in der Wüste hocken ein paar Leute aufeinander, die mehr
oder minder alle miteinander verwandt sind, die sich gegenseitig in die
Wohnzimmerfenster starren, großes Vergnügen daran haben, die kleinen
Niederlagen der anderen beobachten zu dürfen, über die neuesten Diäten
schwatzen, während sie tonnenweise Futter von "Bar-B-Chew Barn" verputzen,
auf die "Special Edition" der neuesten Kühl-Gefrier- Kombination warten,
rund um die Uhr fernsehen und ansonsten so tun, als wäre alles im Lot. Bis
Jesus, der fünfzehnjährige Outsider, seine Knarre nimmt und sechzehn
Mitschüler massakriert, schließlich auch sich selbst. Vernon Little,
bester Freund des ansonsten wenig geliebten Jesus, überlebt das Unglück,
weil ihn seine Inkontinenz dazu zwingt, im Busch ein Häufchen zu machen.
Das piefige, uramerikanische Nest wird gehörig durchgewirbelt - und Vernon
zur Zielscheibe der Medien, zum Ventil für den aufgestauten
Kleinstädterhaß, während die Bewohner ihr bestes geben, um das belanglose,
spießige Leben aufrechtzuerhalten.

Der Junge mit dem "Problem", auf das seine alleinerziehende, prollige
Mutter im rechten Moment hinzuweisen weiß, eine der "offenen Wunden im
Rücken, die wir alle mit uns herumtragen", muß als Sündenbock
("Sündenlok", wie er es nennt) herhalten, weil sich der eigentliche Täter
selbst gerichtet hat, der Mob aber trotzdem Vergeltung fordert. Eine
Odyssee durch Kleinstadtknäste, stinkende Überlandbusse, die mexikanische
Grenze und reichlich skurille Nebenschauplätze beginnt, die schließlich in
der Todeszelle zu enden scheint. Vernon weiß kaum, wie ihm geschieht, bis
fast zuletzt glaubt er daran, daß die Wahrheit ans Licht kommen wird, weil
das in den Filmen, der primären Sozialisationsmaßnahme *aller* Amerikaner,
auch immer passiert. Aber er hat die Rechnung ohne die Apathie seiner
Mitbürger gemacht, die Teilnahmslosigkeit selbst seiner eigenen Mutter,
der die Worte des abgehalfterten Reporters, der sich bei ihr eingenistet
hat (Eulalito Lesdema - eine fantastische Nebenfigur), weit mehr bedeuten,
als die Unschuldsbeteuerungen des eigenen Sohnes. Vernons Spießrutenlauf
gerät zum Medienereignis, als Sahnetüpfelchen werden die Mitbürger per TED
darüber abstimmen dürfen, welcher Insasse des Todestraktes zuerst auf die
Bahre geschnallt wird.

DBC Pierre bohrt intensiv in der Rückenwunde aller Amerikaner, ihrer
Selbstzufriedenheit, Arroganz, Weltfremdheit, Intoleranz, ihrer
aufgesetzten Gottesfürchtigkeit und medialen Zentrierung - und er leistet
das weitaus besser, als etwa Michael Moore mit seinen flachen,
halbsatirischen Sachbüchern, die keine sind - oder McDonnell in seinem
fadenscheinigen New Yorker Jugendidyll, dessen Figuren so glaubhaft wirken
wie die Besetzung von "Beverly Hills, 90210". Weil Pierre ein unschuldiges
Kind mitten in die gefräßige Maschinerie des Post-Prä- Bush-American Way
of Life stößt und einen Fünfzehnjährigen staunend, manchmal larmoyant,
hautpsächlich aber uramerikanischen - längst vergessenen - Idealen folgend
durch eine Szenerie stolpern läßt, aus der man ihn als Leser um jeden
Preis herausholen möchte, weil die schreiende Ungerechtigkeit, die
gnadenlose Tumbheit und die abgebrühte, hochdumme Ignoranz einfach nicht
obsiegen dürfen. Hätte man eine Knarre, würde man es Jesus gleichtun - und
das ist kein zweifelhafter Schluß, sondern eine zwingende Konsequenz.

Ein mordsböses, bravouröses, atemloses, rasantes, toll geschriebenes und
brüllend komisches Buch, das an keiner Stelle das eigene "Para-Dickma"
aufgibt und ein Amerika zeichnet, das grausiger nicht sein könnte: Das
wahre Amerika eben. Ein Hammer. Kaufen, kaufen, kaufen!

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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist schon ziemlich lange her, dass mich ein Buch derart zum Lachen gebracht hat wie „Jesus von Texas". Andererseits ist das Buch eine sehr ernste Angelegenheit. Ein Buch über die intime Tyrannei der Medien, über die Sensationslust einer gelangweilten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die nicht nur immer spektakulärere Spektakel, sondern auch einen personifizierten Sündenbock braucht, auf den die eigenen Frustrationen, Sorgen und Qualen übertragen werden können. Einen modernen Jesus (von Texas) eben. (In dieser Hinsicht hat sich seit 2000 Jahren offenbar nicht viel verändert). Somit ist Jesus nicht nur der Name des durchdrehenden Schulfreundes des Protagonisten Vernon Little. „Jesus von Texas" beschreibt m.E. auch die Rolle dieses 16-jährigen Anti-Helden, der zu Unrecht des Mordes angeklagt und von den Medien gehetzt wird und als Sündenbock herhalten muss.
Grandios geschrieben, mit vielen Ideen auf zu wenig Seiten kommt dieses Buch wie eine bitterböse Abrechnung mit einer medienverseuchten Gesellschaft daher. Ironisch, sarkastisch, urkomisch und todtraurig. Das Werk eines Autors, der offenbar auch selbst fast alles Miese der Welt gesehen und erlebt hat. Ansonsten kann man so einen Kreuzgang des 21. Jahrhunderts wohl kaum schreiben.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Ein gutes Buch: Gute Idee (reale Ereignisse aufzugreifen), gute Geschichte (Anfang, Ende, Mittelteil), gut und treffend beobachtet (Personen, Innenleben, Tendenzen der modernen Gesellschaft), gut gemeint (nicht nur witzig, sondern bitterböse). Alles drin: Eine Mischung aus Komödie, Satire, Abenteuer-, Zukunftsroman, Pupertätsdrama. Sicher ein richtiges Buch zur richtigen Zeit, sozusagen Michael Moore in Romanform, was seinen Erfolg besonders bei kritischen Menschen hierzulande ausmacht. An was man sich gewöhnen muss ist der schnodderige Umgangston des jugendlichen Erzählers, sofern man nicht selbst so spricht. Leider nicht an einem Stück lesen (da nicht spannend wie ein Krimi), dafür gibt es Sätze, die man genauer lesen muss und die dafür sprechen, dass dieses Buch nicht einfach mal so leicht und locker geschrieben wurde, wie man ab und zu beim Lesen auch mal denkt.
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Flach und langatmig
Also ich hatte Mühe, das Buch bis zu Ende zu lesen. Das einzig Positive sind einzelne witzige Beschreibungen (daher 2 Sterne) des heimatlichen amerikanischen Umfelds des... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Leser veröffentlicht
Komisch-sozialkritisch. Geht das? Ja.
Der 15jährige Vernon Little gerät durch eine Verkettung unglücklicher Umstände als vermeintlicher Mittäter an einem Schulmassaker in die Todeszelle. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Andreas Köhler veröffentlicht
"...was soll denn das für ein Scheißleben sein?"
Zum Inhalt:

Die Geschichte spielt in Martirio in Texas; einer Kleinstadt, in der offensichtlich jeder jeden kennt. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von satsche veröffentlicht
Amok laufen
In dieses Buch musste ich mich erst einlesen. Abgesehen von jenem bundesdeutschen Slang, mit dem amerikanische Umgangssprache für gewöhnlich übersetzt wird (und in... Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Werner Schuster veröffentlicht
Böse, aber gut
Ich gebe es ja zu: Der Klappentext, der (zu Recht) eine Mischung aus Eminem und Tarantino versprach, hat mich gelockt - ohne dass ich mich zunächst weiter mit dem Inhalt... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Thorsten Bayer veröffentlicht
Vernon WOW! Little
Oh, wie man sich nur verschätzen kann... Als ich das Buch gekauft habe, wusste ich noch nicht so recht, was ich davon halten sollte: Der Titel schien eine religiöse... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von RaphaelSinclair veröffentlicht
Mein Meister!
Im Ernst: Dieses Buch hat mir mehr beigebracht als die Bibel, der Talmut und sämtliche Schulbücher meiner Laufzeit zusammen. Lesen Sie weiter...
Am 16. Dezember 2009 veröffentlicht
Jenseits von jeglicher Leseempfehlung
Jesus Navarro war der Freund Vernon Gregory Little. Beide leben im verschlafenen Martirio. Eines Tages läuft Jesus Amok und tötet 17 Mitschüler. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Juni 2009 von Heinz Ketchup
DBC Pierre
Seine Ausdrucksweise ist kompromisslos und hart, aber sehr empfehlenswert für Menschen, die Probleme mit ihren Eltern und der Gesellschaft haben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Februar 2009 von Jochen Heine
Brilliantes Buch
Völlig zu recht hat DBC Pierre für das Buch den Booker- Preis bekommen.
Wunderschöne Formulierungen, gute Story mit einer Spitzenaussage, offensichtlich von... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Januar 2009 von Thorsten Fischer
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