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Jesus von Nazareth: Im Spiegel jüdischer Forschung
 
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Jesus von Nazareth: Im Spiegel jüdischer Forschung [Broschiert]

Walter Homolka , Hermann Simon
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 135 Seiten
  • Verlag: Hentrich & Hentrich; Auflage: 2., erweiterte und ergänzte Auflage. (April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 394227101X
  • ISBN-13: 978-3942271011
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 11,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 521.854 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Walter Homolka
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der Rabbiner Homolka, Rektor des Abraham Geiger Kollegs und Autor zahlreicher Bücher ( ) verfolgt die Geschichte dieses christlich-jüdischen Dialogs über den historischen Jesus bis zum Jesus-Buch Joseph Ratzingers." (Die Welt am Sonntag)

"Homolkas Buch lädt dazu ein, die zentrale Gestalt des Christentums aus der Perspektive des jüdischen Glaubens zu betrachten. Besonders interessant sind die von Homolka aufgezeigten vielfältigen Versuche jüdischer Wissenschaftler, die Lehre Jesu als integralen Bestandteil der jüdischen Tradition und Geschichte zu begreifen ; Versuche, die auch das christliche Jesus-Bild bereichern können auch wenn jüdisches und christliches Jesus-Bild letztlich doch auf entscheidende Weise different bleiben." (ORF Buchtipp)

Kurzbeschreibung

Jesu Wahrnehmung im Judentum war vielgestaltig. Rabbiner Walter Homolka zeichnet eine Geschichte von Abgrenzung und Auseinandersetzung. Im 19. Jahrhundert führte die "Heimholung Jesu" ins Judentum zu einer heute selbstbewußten Position. War Jesus aus jüdischer Sicht Pharisäer und Schriftgelehrter? Vielleicht. War er bedeutend? Ohne Zweifel. War er der Messias oder gar Gottes eigener Sohn? Nach jüdischem Verständnis nein.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
2007 hielt Professor Homolka seine Antrittsvorlesung an der Universität Potsdam über Aspekte der jüdischen Leben-Jesu-Forschung. Diese ist vielen noch immer unbekannt. Ja, es hält sich das Vorurteil, Juden seien an Jesus gar nicht interessiert. Darum wünsche ich diesem Büchlein, das schon nach kurzer Zeit in 2. Auflage erscheint, eine weite Verbreitung. Man wird kaum anderswo eine so kenntnisreiche, knappe Übersicht über das wichtigste Kapitel jüdisch-christlicher "Vergegnung" bekommen.
Angesichts der verhängnisvollen Geschichte versteht man ja gut, dass Juden zunächst Jesus nur negativ wahrnehmen konnten. Die Evangelien sind selber Tendenzschriften, in denen ihr Bild nicht positiv gemalt wird. Dies erleichterte es den Christen zu verdrängen, dass Jesus und die ersten Anhänger selber Juden waren. Insbesondere die christliche Interpretation des Todes Jesu zu Lasten der Juden erregte ihren Widerspruch, der bis heute anhält. So machte sich der ehemalige oberste Richter Israels noch 1968 die Mühe, den Prozess Jesu zu recherchieren und jüdische Verantwortung für seinen Tod zurückzuweisen.
Die Jesusbilder im Judentum von der Antike bis zur frühen Neuzeit sind denn auch apologetisch beeinflusst und oft verzerrt. Abwertende Äußerungen im Talmud etwa wurden dann später verschärft gegen die Juden benutzt, um ihre Lügenhaftigkeit zu beweisen. Im Mittelalter wehrten sich Juden mit gehässigen Schriften wie den Toldot Jeschu gegen den von Christen verursachten Verfolgungsdruck. Auf höherem Niveau bewegten sich die rabbinischen Polemiken, mit denen man sich gegen christliche Missionsversuche wehrte. Aus heutiger Sicht kann man nur fassungslos konstatieren, mit welcher Arroganz die christliche Mehrheit selbst in Gestalt ihrer besten Theologen ihre jüdische Minderheit behandelte.
Durch die Aufklärung änderte sich das Bild, das man sich gegenseitig machte. Gleichwohl kam es selten zu fairen Dialogen. Inzwischen entwickelte sich die historisch-kritische Bibelforschung, die auch von jüdischen Gelehrten wie Abraham Geiger betrieben wurde. Seine Beiträge wurden aber wenig anerkannt, sondern als Angriff auf das Christentum verstanden. Trotz großer Gelehrsamkeit konnten auch liberale Theologen wie Adolf von Harnack ihre antijüdischen Vorurteile nicht überwinden. Das Judentum blieb für viele bis in die Gegenwart hinein die düstere Folie, von der sich das Christentum strahlend abhebt. Erst die Shoa hat bei einigen protestantischen Theologen zur Umkehr geführt, die aber weltweit gesehen noch in der Minderheit sind.
Homolka beschreibt die jüdische Jesus-Forschung als "Heimholung Jesu ins Judentum". Da gibt es den exemplarischen Juden, den Großen Bruder, den mahnenden Propheten oder Revolutionär. Die Meinungen gehen bei jüdischen Gelehrten ebenso weit auseinander wie bei ihren christlichen Kollegen. Jene können die Debatte nur gelassener führen, da Jesus keine fundamentale Bedeutung für ihren Glauben hat. Auch als Lehrer fügt er sich allenfalls in die Kette der Weisen ein, da sich das Judentum immer gesträubt hat, einen einzelnen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.
In der christlichen Theologie hingegen kommt zur historischen Frage nach Jesus immer die dogmatische hinzu, welche Bedeutung er als Christus hat. Homolka macht dies an der aktuellen Diskussion um das Jesus-Buch des Papstes deutlich.
Homolka kommt in seiner Schrift zu dem nüchternen Fazit: "War Jesus aus jüdischer Sicht Pharisäer und Schriftgelehrter? Vielleicht. War er bedeutend? Ohne Zweifel. War er der Messias oder gar der Sohn Gottes? Aus jüdischem Verständnis nein."
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Von Gideon
Format:Broschiert
Eine durchaus gelungene Zusammenfassung der vor Allem im angelsächsischen Raum umfangreichen Forschung und Literatur der letzten Jahrzehnte zum Thema, ohne allerdings wirklich Neues zu bieten. Für diejenigen, die statt deutscher Sekundärliteratur lieber in den englischen Grundlagentexten lesen, seien insbesondere folgende Titel empfohlen: Beatrice Bruteau, Jesus Through Jewish Eyes: Rabbis and Scholars Engage an Ancient Brother in a New Conversation, 2001 sowie die zahlreichen Publikationen von Geza Vermes (insbes. Jesus in His Jewish Context,Jesus the Jew) Professor em. of Jewish Studies and Fellow of Wolfson College, Oxford University.
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