Aus der Amazon.de-Redaktion
Bekannt wurde David Safier mit dem Überraschungs-Bestseller Mieses Karma, in dem eine beliebte Talktante mittels des Waschbeckens einer russischen Raumstation in eine Ameise verwandelt wird. Ähnlich kafkaesk geht es bisweilen auch in Jesus liebt mich zur Sache zur Sache -- beziehungsweise dostojewskisch, denn beim russischen Autor kommt in Der Großinquisitor ja auch der Heiland auf die Erde zurück. Allerdings ist große Literatur Safiers Sache nicht. Eher setzt der Autor auf teils kalkulierbare, teils platte, teils aber auch recht witzige Gags. Kein Wunder -- schließlich wirkte er durch seine Drehbücher wesentlich mit am Erfolg von TV-Serien wie Mein Leben & ich oder Berlin, Berlin.
So kommt Jesus liebt mich über weite Strecken daher wie eine transkribierte, bisweilen schräge TV-Serie über eine Frau im Gefühlsstrudel, in der es ja inzwischen obligatorisch auch eine Laufpass-vor-dem-Traualtar-Nummer geben muss. Selbst die eingestreuten Comic-Strips kennt man schon aus solchen Serien. Macht aber nichts. Denn Spaß hat man auf jedem Fall beim Lesen -- und das nicht nur dann, wenn in der Vorabendzeit der Fernseher kaputt gegangen ist. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de
Amazon.de-Hörbuchrezension
In Jesus liebt mich sieht der Teufel ein wenig wie George Clooney aus. Von daher ist es nachgerade genial zu nennen, dass die Hörbuch-Macher mit Detlef Bierstedt die deutsche Stimme des charmanten Hollywood-Herzensbrecher haben gewinnen können. Bierstedt allerdings liest die diabolischen Passagen des Buchs ein wenig blass, und auch Anna Thalbach, die den Erzählpart rund um Marie übernimmt, braucht ein wenig Zeit, um in die teils arg abstruse Geschichte von der Rückkehr Jesu hineinzufinden. Danach aber läuft die Thalbach vorlesetechnisch zur Höchstform auf. Und da ihr achtzig Prozent der Geschichte gehören (und auch Bierstedt eigentlich kein Ausfall ist), ist Hörgenuss von der ersten bis zur letzten CD trotz einiger kleinerer Schwächen in dieser autorisierten (also gekürzten) Lesefassung garantiert. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
4 CD, 317 Minuten

