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Jesus im Zerrspiegel: Die verborgenen Widersprüche in der Bibel und warum es sie gibt [Gebundene Ausgabe]

Bart D. Ehrman , Gerlinde Baumann
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

28. Juni 2010
Die Widersprüche in der Bibel aufgedeckt

- Über die Schwierigkeiten, das »wahre Leben« und die »wirkliche Botschaft« Jesu nachzuzeichnen
- Ein lange fälliges Buch für alle, die sich für die Bibel interessieren oder mit der Bibel arbeiten

Auf dieses Buch haben Pfarrer, Lehrer und alle, die sich für die Bibel interessieren, gewartet: eine anschauliche und fesselnde Darstellung der zentralen Schwierigkeiten, vor denen wir stehen, wenn wir Leben und Botschaft Jesu nachzuzeichnen versuchen.
Bart D. Ehrman legt offen, was Bibelwissenschaftler schon lange wissen: Die Autoren des Neuen Testaments haben voneinander abweichende Ansichten darüber, wer Jesus war. So gibt es im Neuen Testament Schriften, die christliche Schriftsteller Jahrzehnte später unter den Namen der Apostel geschrieben haben. Jesus, Paulus, Matthäus und Johannes vertreten alle völlig verschiedene Religionen. Und hierbei handelt es sich nicht etwa um die eigenartigen Ansichten eines einzigen modernen Bibelwissenschaftlers. Es sind die gängigen und weit verbreiteten Einsichten kritischer Exegeten über ein breites Spektrum von Konfessionen und Traditionen hinweg.
Ein aufregendes Buch mit spannenden und gut argumentierten Thesen!


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus (28. Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3579064967
  • ISBN-13: 978-3579064963
  • Originaltitel: Jesus, Interrupted
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 183.068 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Naiver Bibelglaube wird hier - längst überfällig - auf den historisch-kritischen Prüfstand gebracht! Ein Buch, dass sich Pfarrer und Religionspädagogen zu Herzen nehmen und endlich mutig Ernst machen sollten mit der Vermittlung wissenschaftlicher historisch-kritischer Erkenntnisse in den Bibelwissenschaften." (Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de )

"Ehrman zeigt in einer seltenen Radikalität und Klarheit die Widersprüche in den Texten des Neuen Testaments wie auch in den vielfältigen theologischen Ansätzen auf, die sich dort finden. [ ] Gleichwohl hält er es für existenziell wichtig, sich mit der Bibel zu befassen und sich von ihr inspirieren, herausfordern und leiten zu lassen. Mit kritischem Verstand und wachem Herzen." (Publik-Forum, Norbert Copray )

Über den Autor

Bart D. Ehrman ist Direktor des Department of Religious Studies an der Universität von North Carolina. Er ist Experte für die Geschichte des Neuen Testaments und der frühen Kirche sowie der Leben-Jesu-Forschung. Er lebt in Durham, North Carolina.


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5.0 von 5 Sternen Der andere Blick auf Jesus 22. Juli 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Es klafft eine Lücke, was zum einen die praktizierte Kirchlich- und Christlichkeit im Volk und in den christlichen Gemeinden verschiedenster Prägungen angeht und was zum anderen an wissenschaftlichen Erkenntnissen der theologischen Forschung vorliegt. Beides kommt kaum zusammen und so verbleibt eine hohe Differenz zwischen dem, was man letztlich wissenschaftlich weiß und dem, was im Vollzug der Konfessionen kirchlich und gemeindeorientiert immer noch die alltäglichen Formen des Glaubens bestimmen.

Bart D. Ehrman, Experte für Neues Testament an der Universität von North Carolina, selber einer evangelikalen Prägung entstammend, setzt genau an dieser Schnittstelle an, wenn er sich mit seiner Forschung und diesem, seinem neuesten Buch, an jene Leser wendet, die einen Zugang zur verständlichen und ernsthaften Forschung über die Bibel suchen, aber aus mancherlei Gründen bisher nie im Überblick erfahren haben, was für die Forschung vermittels der historisch kritischen Methode seit langem bekannt ist.

Provozierend seine These und das Ergebnis seiner Untersuchung, das Christentum in der vorliegenden Form sei eine rein menschliche Schöpfung.
Spannend seine Folgerungen daraus.
Nämlich nicht die Verwerfung dieses Christentums und seiner Gründungsfigur Jesus Christus, sondern eine Setzung biblischer Geschichten und christlicher Traditionen als das, was sie sind: je zeitgebundene menschliche Glaubensüberzeugungen und Welterklärungen, die durchaus inspirieren, Weisheit in sich tragen, bedenkenswert sind, allerdings eben nicht ein festgesetztes "Wort Gottes" darstellen, dem blind zu folgen wäre.
Wer oder wie Gott ist, was man genau über diesen "wirklichen Gott" sagen kann, wer oder was Jesus genau war, all das verbleibt offen. Nicht nur übrigens im Rahmen dieses Buches, sondern, und dies stellt Ehrman überzeugend dar, gerade durch die wissenschaftlichen Erkenntnis der historisch kritischen Untersuchung der Texte.

Dennoch gibt Ehrman sein Vertrauen in einen wirklichen Gott nicht auf, allerdings bedarf es, wenn man seinen Einlassungen folgt, eines wesentlich differenzierteren Umganges mit der Bibel und christlichen Glaubensaussagen, als das sture Nachplappern eines alten Glaubensbekenntnisses und der Teilnahme an starr fixierten, rein menschlichen Riten und Ritualen in den Kirchen und Gottesdiensten. Ebenso bedarf es eines differenzierteren Herangehens an die Bibel als solche, die reine Behauptung, jedes Wort sei von Gott geschrieben oder zumindest verbalinspiriert hält einer wissenschaftlichen Betrachtung in keiner Form stand.

Ehrman folgt in weiten Teilen in bester Form den Traditionen Bultmanns und dessen Entmythologisierung der biblischen Texte und besitzt den Mut, auch den Kern christlichen Glaubens wissenschaftlich fundiert einerseits zu entzaubern und anderseits zu Recht zu rücken. Er betrachtet wesentliche Evangelientexte, vergleicht und weist auf unübersehbare Widersprüche hin, stellt die Situation der frühen Christen und deren freizügigen Umgang mit mündlichen Traditionen und schriftlichen Zeugnissen exakt dar, vollzieht auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse die Entstehung des Sühneopferglaubens nach, entzaubert Himmel und Hölle und landet dennoch nicht im Atheismus, sondern einem, tatsächlich ganz anderen und dennoch erkennbar bleibenden christlichen Glauben.

Bei all dem folgt er keinem abstrusen eigenen System der Betrachtungsweise, verbiegt und zerredet Erkenntnisse nicht, um sie für seine Theorien passend zu machen, sondern stellt letztlich nur gründlich überprüfte Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung im Zusammenhang dar.

Warum dennoch vieles von dem, was er aufführt, neu und den angestammten Glauben erschütternd wirkt, ist dann eher eine Frage der praktisch tätigen Theologen, Priester, Pfarrer, Prediger und Gemeindeleiter. Gründe für deren verbreiteten Unwillen, das von ihnen in der Ausbildung gelernte in den Gemeinden dieser Welt kritisch weiter zugeben führt Ehrman übrigens einsichtig in Teilen seines Buches ebenfalls an.

Vielleicht sind gerade diese herausfordernden Ergebnisse ernsthafter Forschung der Grund für die immer noch vorhandene Lücke zwischen dem Alltag des Glaubens und dem Wissen der Forscher, denn so gut wie alles, was in den großen Kirchen, den Freikirchen, in evangelikalen Kreisen und vielen andere Gruppierungen steif und fest behauptet wird, lässt sich in all den Widersprüchlichkeiten der biblischen Texte nicht halten. Das aber die Sorge vielleicht vieler starrer Haltungen, der ganze Glaube würde zusammenbrechen, nicht unbedingt die Folge eines echten Wissens sein müssen, dafür steht Bart D. Ehrman in Person. Und dafür, dass der Glauben tiefer werden kann und mit wesentlich mehr Anspruch versehen werden muss, als die ständige interessenmotivierte Rettung von Resten unhaltbaren Kinderglaubens samt Engelbegleitung und Marienerscheinungen in einer erwachsenen Welt.

Fundiert recherchiert, in den Kernergebnissen auf der allgemeinen Linie der historisch kritischen Betrachtung biblischer Texte und mit sachlicher Darstellung legt Bart D. Ehrman eine umfassende Sicht auf das Werden des christlichen Glaubens in menschlicher Interpretation, Erfindung und Auslegung dar.
Ein wichtiges Buch angesichts der immer stärker werdenden Diskrepanz zwischen erwachsener Welt und auf (rein menschlichen) Traditionen beharrender Institutionen und Glaubensgruppen. Für den evangelikalen oder anderweitig massiv frommen Bereich besonders ernüchternd, dass einer der ehemals Zugehörigen hier gründlich mit vielen extrem frommen Überzeugungen aufräumt.
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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von holyrock
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Bart Ehrman ist Professor der Religionswissenschaft an der Universität von North Carolina und Autor des Bestseller Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden: Wie die Bibel wurde, was sie ist. Seine Motivation dieses Buch zu schreiben ist es, dem nicht studierten und interessierten Bibelleser die Erkenntnisse der historisch-kritischen Bibelforschung verständlich zu vermitteln. Da ist ihm sehr gut gelungen.

Dieses Buch richtet sich insbesondere an die Christen, die glauben die Bibel sei das unfehlbare Wort Gottes, dass jedes Wort der Bibel von Gott inspiriert ist und eine Relevanz für die Menschheit hat. Der Autor hebt wiederholt hervor, dass er nicht das Gottvertrauen seiner Leser schwächen will, sondern möchte dass sie über ihre einfältige religiöse Sichtweise nachdenken.

Im Kapitel "Eine Welt voller Gegensätze" beschreibt Ehrman die eklatanten Widersprüche in den Evangelien die sich kaum in Einklang miteinander bringen lassen. Zum Beispiel die Geschehnisse nach Jesu Geburt. Wenn Matthäus Recht hat und die Familie vor Herodes nach Ägypten floh, wie kann dann Lukas Recht haben, dass sie direkt nach Nazareth zurückkehrten? Bart Ehrman gibt dem kritischen Bibelleser ein gutes Werkzeug an die Hand um seine Behauptungen zu überprüfen, das "Querlesen". Die meisten Bibelleser lesen eine Geschichte in einem Evangelium fortlaufend und im Zusammenhang. Doch wenn sie die gleiche Geschichte in den anderen Evangelien querlesen, entdecken sie die Widersprüche selbst sehr deutlich.

Dazu ist auch eine Synopse der Evangelien (in der die Bibeltexte direkt nebeneinander stehen) gut geeignet Luther Evangelien-Synopse. Überprüfen sie das doch selbst, anhand folgender Fragen:
* Was sagte die Stimme bei Jesu Taufe?
* War die Tochter des Jairus bereits tot?
* Wie lange dauerte Jesu öffentliches Auftreten?
Sie werden feststellen, die Antwort ist: "Je nachdem welches Evangelium man liest..."

Vielleicht denken sie, das sind doch Peanuts, das hat mit meinem Glauben nichts zu tun. Doch die Widersprüche betreffen auch die großen Fragen, mit denen sich die biblischen Autoren beschäftigten: Wer war Jesus? Was hat er gelehrt? Warum hat er Wunder vollbracht? Warum musste er sterben? Wie werden wir vor Gott gerecht? Unterschiedliche Verfasser beantworten diese Fragen auf sehr unterschiedliche Weise.

Warum das so ist und was die Motivation der biblischen Schreiber war erläutert Ehrman im Kapitel "Wer hat die Bibel geschrieben?" Seine Bilanz ist, dass von den siebenundzwanzig Schriften des Neuen Testamentes nur acht ziemlich sicher von den Verfassern geschrieben wurden, denen sie traditionell zugerechnet werden. Eine große Anzahl frühchristlicher Schriften wurden von Verfassern geschrieben, die fälschlicherweise behaupteten, Apostel zu sein. Warum? Um ihre Leser zu täuschen und sie dazu zu bringen, ihre in ihren Schriften vertretenen Ansichten anzuerkennen.

In den restlichen Kapiteln schildert Ehrman, das wir über den "historischen Jesus" kaum etwas wissen. Neben der Bibel (die ein Glaubensbuch und kein Geschichtsbuch ist) gibt es keine eindeutigen zeitgeschichtlichen Belege über das Leben Jesu. Daher ist man sich selbst unter Gelehrten uneinig, was Jesus tatsächlich sagte und tat. Daher findet ich es wenig demütig aber auch lächerlich, wenn manche Bibelchristen so tun als wüssten sie genau was Gott/Jesus ihnen und insbesondere ihren Mitmenschen zu sagen hat.

Im letzten Kapitel "Wer hat das Christentum erfunden" wird klar dargelegt, dass das uns bekannte Christentum sich über eine längere Zeitspanne entwickelt hat und zwar im Laufe einer Zeit der Auseinandersetzungen, Debatten und Konflikte über konkurrierende religiöse Sichtweisen, Lehren und Regeln. Die endgültige Erscheinungsweise der christlichen Religion ist das Produkt menschlicher Erfindung - was ihre historische und kulturelle Bedeutung angeht, wohl die größte Erfindung in der Geschichte der westlichen Kultur.

Das Buch endet mit der Feststellung, dass blinder fundamentalistischer Buchstabenglaube unhaltbar ist. Denn in der Bibel redet nicht Gott zu den Menschen, sondern Menschen (der Antike) reden über ihr Bild von Gott. Und das Christentum ist die Religion über Jesus und nicht die Religion Jesu.

Mein Fazit: Ein spannendes Buch mit gut argumentierten Thesen! Ein Muss für jeden interessierten Bibelleser der bereit ist seinen (naiven?) Glauben auf die Probe zu stellen.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein epochales Werk! 9. August 2010
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Dieser Buchinhalt wird die christliche Welt nachhaltig beeinflussen. Die beiden ersten Rezensionen bei amazon.de vom Juli diesen Jahres sind so gut und inhaltlich treffend, dass nur noch übrig bleibt, die vorliegende deutsche Übersetzung in ihrer Gesamtheit zu besprechen.

Für den einfachen aber mitdenkenden, christlichen Leser ist das die erste, beste und wichtigste Ergänzung zur Bibel. Vom Verleger offensichtlich verkannt. Sonst hätte er der Übersetzerin noch einen erfahrenen Lektor an die Seite gestellt und u. a. vermieden, einen deutschen Buchtitel zu wählen, der seine größte Zielgruppe zunächst eher abstößt als anspricht.

Denn Jesus bewundernde Gläubige und viele mitdenkende Christen befinden sich seit Jahrzehnten in einem kirchlich verursachten Dilemma: Seit etwa 80 Jahren haben wissenschaftliche Forscher, vor allem Historiker und Archäologen, so viele neue Erkenntnisse erworben, dass es an Blasphemie grenzt, die ehrwürdige Bibel immer noch als 'Gottes Wort' oder Inspiration zu bezeichnen.

Das ist der sachlich überzeugende Tenor dieses Buches! Nicht kämpferisch mehr, aber auch nicht richtungweisend weniger. Der Autor zeigt Ursachen und Lösungen u. a. zum Problem der Kirchenaustritte. Einziger Schwachpunkt: Der Professor-Autor ist kein tiefgläubiger Kirchenmann mehr wie einst, sondern per Studium und Forschung Agnostiker geworden. Man stelle sich aber einmal vor, der Papst hätte dieses Buch schreiben lassen!

So werden mitdenkende Christen wohl noch eine Generation oder länger warten müssen, bis endlich alle uneinsichtigen Kirchen sich offiziell durchringen, die inzwischen oft voneinander abweichenden Bibeln insofern nur zu relativieren, als sie nicht mehr von 'Gottes Wort' oder seiner Inspiration sprechen. Immerhin: Selbst die englische amazon-Website verzeichnete bereits 6 Monate nach Erscheinen des Original-Buchs schon über 200 überwiegend zustimmende Leser-Rezensionen!

Noch ein Lesetip für Zeitarme: Der Verfasser geht bei seinen Beweisführungen zuweilen ausführlicher vor, als ein Nicht-Theologe benötigt. Wer außer dem Vorwort die Anfänge der acht Kapitel liest und dazu den jeweils letzten Absatz 'Fazit' oder 'Exkurs', kann den weiteren Inhalt als gelegentliches Nachschlagewerk betrachten. (Ein Zusätzlicher Stern für den Verfasser!)
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