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Jesus' Sohn
 
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Jesus' Sohn [Restexemplar] [Taschenbuch]

Denis Johnson
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 155 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518398318
  • ISBN-13: 978-3518398319
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 10,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.183.245 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Denis Johnson
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Hin und wieder ist das Rezensieren ein unangenehmes Geschäft. Warum? Man ist positiv voreingenommen -- hat die Verbeugung fast schon einstudiert -- und sieht sich angesichts des Dargebotenen plötzlich nicht nur außerstande zu loben, sondern vielmehr genötigt, unangenehme Dinge zu sagen.

Der Reihe nach. Alexander Fest ist ein großartiger Verleger. Als er noch sein eigener Chef war, konnte man quasi unbesehen seine Bücher kaufen. Wo Fest draufstand, war Qualität drin. Er hatte einen Riecher für Erfolg (Jonathan Franzen) und brachte Autoren heraus, die erst keiner haben wollte und dann jeder toll fand (Georg Klein).

Auch Denis Johnson ist so ein Fall. Zunächst bei Ullstein, Limes und später bei Suhrkamp verlegt, schaffte „der schwarze Romantiker unter Amerikas Apokalyptikern“ (Die Weltwoche) den Durchbruch in Deutschland erst nach seinem Wechsel zu Fest. Und so ist es nur recht und billig, dass der Rowohlt-Verlag (wo Alexander Fest mittlerweile Verlagsleiter ist) nach Romanen wie Schon tot, Engel und Fiskadoro nun auch eine Neuübersetzung jener Kurzgeschichten-Sammlung herausbringt, die Johnsons Ruhm in den USA begründete (und später auch verfilmt wurde): Jesus’ Son.

Man kann verstehen, dass sich Alexander Fest vorbehalten hat, dieses Buch selber zu übersetzen. Zumal er als genauer Leser und sensibler Lektor gilt. Umso erstaunlicher daher, wie holprig seine Übersetzung daherkommt: Da gibt es eine Figur, die sich selbst umklammert, eine andere biegt um die Klimaanlage (soll heißen: taucht jenseits derselben auf). Und eine dritte Person steigt in den Bus ein „und saß auf dem Plastiksitz“. Selbst wenn man nicht weiß, dass „sit“ nicht nur „sitzen“, sondern auch „sich setzen“ heißen kann -- ein Lektor müsste über so etwas stolpern.

Wären es nur zwei, drei Holprigkeiten -- die sich in jeder Übersetzung finden -- könnte man den Mantel des Schweigens darüber breiten, aber leider finden sich auf jeder dritten Seite Stilblüten wie „Ich drückte sie mit der Wange auf den Teppich“ (über eine auf dem Boden liegende Frau) oder „Einen Moment lang schlief ich ein“. (Man kann entweder „einen Moment lang schlafen“ oder „für kurze Zeit einschlafen“.)

Konjunktive wie in „Nehmt an, ihr triebt zusammengerollt in etwas Dunklem“ erzeugen eine Sperrigkeit, die das Original nicht hat. („Think of being curled up and floating in a darkness“). Und wieso kann man eine lakonische Feststellung wie „That’s what we were after. We intended to sell the copper wire for scrap“ nicht ebenso schlicht übersetzen: „Denn das war unser Plan. Wir wollten den Kupferdraht als Schrott verkaufen.“ Stattdessen steht da: „Denn das war’s, was wir wollten. Unser Plan war, den Kupferdraht als Gebrauchtmetall zu verkaufen.“

Ein Schrotthändler braucht den Blick dafür, welches Material sich weiterverwenden lässt. Auch ein Lektor muss dieses Auge haben. --Carl Hour -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Amazon.de Hörbuch-Rezension

Warum diese Sammlung von Kurzgeschichten einen solchen Hype und derartiges Kritikerlob nach sich gezogen hat, macht auch das Hörbuch nicht unbedingt klarer. Vielleicht hat es damit zu tun, dass Denis Johnson während seiner Drogenkarriere genau solche Dinge wirklich erlebt hat, über die er so lakonisch schreibt. Und natürlich brauchen die Kritiker immer wieder neue Namen, an denen sie ihre Lobeshymnen ausprobieren können. Aber so besonders neu oder gar wegweisend sind weder Stil noch Inhalt. Man denke nur an Hubert Selbys Letzte Ausfahrt Brooklyn, wo auch das Leben der vom Amerikanischen Traum Ausgeschlossenen schonungslos und beeindruckend festgehalten wird. Auch von Letzte Ausfahrt Brooklyn gab es mal eine -- längst vergriffene -- Aufnahme Christian Brückners, der für solche spröden Verlierergeschichten einfach die perfekte Stimme hat. Und er ist auch der Grund, warum man Jesus’ Sohn einfach hören sollte.

“Er war Mitte Fünfzig. Er hatte sein ganzes Leben vergeudet. Bei denen von uns, die erst ein paar Jahre vergeudet hatten, waren Leute wie er sehr beliebt.“ -- insgesamt acht der elf Erzählungen des Bandes finden sich auf den 2 CDs. Und Brückner liest wie immer mit schlafwandlerischer Brillanz, ohne aber jemals zu dick aufzutragen, wozu diese Geschichten vom Rand der Gesellschaft aber schlechtere Sprecher verlocken würden. Starke Geschichten, aber eine noch stärkere Interpretation. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 142 Minuten, 2 CDs, ungekürzte Lesung -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein Buch das die gescheiterten Existenzen, die arbeitslosen, drogensüchtigen und hoffnungslosen Loser Amerikas, porträtiert, mit Ehrlichkeit und brutaler Offenheit das Leben am Rand der Gesellschaft zeigt. Das ist "Jesus Sohn" von Denis Johnson. Ein Buch zwischen Verzweiflung und absurdem Humor. Zwischen bösartigem Zynismus und dem Hoffen auf den nächsten Tag. Ein Buch, um es mit Bukowsky zu sagen, dass von "einsamen Menschen in einer gleichgültigen Welt" handelt.
Die Lügen des amerikanischen Traums wurden zwar schon oft genug aufgezeigt, aber selten ist es jemandem so eindringlich und ehrlich gelungen wie Denis Johnson in diesem schmalen Buch.
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Billige Bars 15. November 2007
Von Polar
Format:Taschenbuch
Diese bereits 2001 bei Suhrkamp erschienen Erzählungen Denis Johnsons spiegeln das Thema Gewalt in äußerst existenzialistischer Form. Bereits in Engel zeigte Johnson auf, mit welcher Unausweichlichkeit Menschen abdriften. Das teilweise Düstere seiner Erzählungen haftet stets am Menschlichen. Wir begleiten seine Helden durch ihre Niederlagen, hoffen mit ihnen und sind abgestoßen. Diese Nähe zwischen Leser und Geschichten gehört zu den Stärken des Autors. Er braucht nicht viel Platz, egal ob beim Hitchhiken oder im Krankenhaus in Seattle, um seine Welt zu füllen.

Die Dialoge sind knapp, lakonisch, und als Leser fühlt man sich in die Notaufnahme des Lebens versetzt. Scheinbar kleine Blessuren werden behandelt, die sich entzünden können, immer wieder unterbrochen von den schweren Schäden, die zur Behandlung vorgezogen werden, um Menschen im Leben zu halten. Wir Leser dürfen dabei über die Härte staunen und schauen uns vielleicht anschließend in unseren Straßen anders um. Starke Geschichten.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schwarzmaler als Beruf 8. Juni 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Schwarzmaler als Beruf

Ähnlich wie der jüngst von der Deutschen Verlags Anstalt wieder entdeckte Richard Yates oder David Means zählt der amerikanische Schriftsteller Dennis Johnson zu den Writers Writern"; also zu Literaten, die andere Literaten inspirieren, neue Wege einschlagen oder Impulse setzen. Selten haben diese auch kommerziellen Erfolg. Doch Johnson nimmt auch hier eine Ausnahmestellung ein, denn die Einnahmen aus dem Verkauf seiner Bücher und dem Kassenergebnis der darauf basierenden Kinofilme brachten ihm, neben Anerkennung und Ruhm, die finanzielle Unabhängigkeit.

Johnsons Protagonisten requirieren sich aus den Ausgestoßenen, der Grauzone menschlicher Existenzen; Niemanden, den man gerne als Nachbarn hätte oder an denen man bei zufälligen Begegnungen auf dunkler Strasse möglich schnell und in der Hoffnung auf Unbehelligung vorbei eilt. Dass auch Johnson bereits als Jugendlicher vom Rechten Pfad der Tugend" abkam, in die Alkohol-, Nikotin- und Drogenabhängigkeit abrutschte, mag allenfalls als Stichwortgeber dienen und erklärt keinesfalls die literarische Kraft und das poetische Potential, die in seinen Geschichten und Figuren steckt.

Black is beautiful

Es gibt Passagen in den Kurzgeschichten, die den Leser fassungslos vor einem Stück Papier, bedruckt mit ein paar schwarzen Zeichen, zurück lassen; fassungslos auch und gerade wegen der schriftstellerischen Brillanz; aber genauso wegen der unausgeschriebenen Dinge; Dinge, die einem abgehärtetem TV- und Massenmedienkonsumenten zwangsläufig einfallen, explosionsartig entstehen Bilder, plastisch, detailliert, grauenhaft. Beispielsweise cruisen in der Kurzgeschichte Zwei Männer" drei Freunde nachts durch eine unbekannte Stadt; als sie einen Drogendealer sehen, der sie ihrer Meinung nach betrogen hat, liefern sie sich mit diesem eine Verfolgungsjagd bis zu dessen Haus. Die Drei stürmen hinein, finden jedoch nur eine junge Frau, die sie mit Waffengewalt auf den Boden zwingen. Der Dealer kann türmen. Die Schlusssätze lauten:

Glaubt mir, er ist nicht hier." sagte sie. Das war mir jetzt auch klar: Egal", sagte ich. Das Ganze wird dir noch leid tun." Wie bei einem klassischen Film noir erfolgt hier der Cut - brillant gnadenlos atemberaubend krass.

Ähnlich wie bei David Means spielt Spiritualismus und Religion eine Rolle in seinen Geschichten, allerdings weniger als mystische Komponente sondern eher als selbstverständlicher Lebensbestandteil und/oder philosophischer Einstellung. Sie hilft niemanden aus seiner persönlichen Misere, verurteilt aber auch keinen zum Fegefeuer oder ewiger Verdammnis. Gesellschaftlich anerkannte Normen sind dem persönlichen Nutzen untergeordnet. Doch seine Protagonisten sind nicht böse oder haben sich vom Guten abgewandt, sondern versuchen nur, ihr persönliches kleines Quäntchen vom American Way of Life abzubekommen. In diesem Bestreben bleiben sie nach bürgerlichen Maßstäben auf der Strecke; für sich genommen jedoch folgt auf das Straucheln immer wieder ein Aufrichten, kraftvoll, trotzig. Der Untergang, aufgeben, mag für Andere eine Alternative sein. Nicht jedoch für die Figuren in Johnsons Universum. Hoffnungslos ist nur der ohne Glauben - woran auch immer. Als geborener Optimist nimmt man diese Quintessenz aus Jesus' John" mit. Als bekennender Pessimist ...

Die unlängst im Rowohlt Verlag erschienene Ausgabe ist eine Neu-Übersetzung von Alexander Fest. Diesem gelingt es wieder einmal, jede noch so kleine Feinheit auf eine herrlich anmutige Art ins Deutsche zu portieren, so dass die Übersetzung in keinster Weise hinter dem Original zurück bleibt.
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