Sein Interesse für theologische Themen hat der bekannte Autor und Journalist Peter Seewald in der Vergangenheit oft gezeigt. Unvergessen sind etwa seine Interviewbücher mit Kardinal Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., durch die das Denken und der Glauben eines der profiliertesten Theologen unserer Gegenwart einer großen Zahl von Menschen auch außerhalb der engeren kirchlichen Grenzen nahe gekommen ist und vor allen Dingen verständlich wurde. Vor über neun Jahren erhielt Peter Seewald schon den Auftrag, sich an eine Jesusbiographie zu wagen, sodass der naheliegende Verdacht, er habe mit diesem Buch mit dem Jesusbuch von Papst Benedikt konkurrieren wollen, absurd ist.
Wahr ist allerdings, wie er immer wieder betont, dass er den Theologen das Feld nicht überlassen wollte. Die haben durchaus ihre Verdienste, doch große Teile der Zunft haben in den letzten Jahren einfach versagt. Seit Jahrzehnten hat kein Theologe mehr eine richtige Geschichte des Lebens Jesu geschrieben. Und so haben sie mitgewirkt an einer Krise des Christentums, in der Peter Seewald die Hauptursache für unsere gegenwärtige gesellschaftliche Krise sieht. Und diese Krise des Christentums sieht er begründet in einer mangelnde Begeisterung - ja Begeisterung- für Christus. Wohlgemerkt: nicht nur für den historischen Jesus, sondern es ist die Rede in diesem Buch von Jesus Christus, dem als Messias und Heiland geglaubten Gottessohn.
Peter Seewald hat den immer wieder behaupteten "garstigen Graben" zwischen dem historischen Jesus und dem geglaubten Christus übersprungen und hat nicht den Fehler gemacht, in diesem Graben immer noch weiter zu forschen und zu gründeln. Er ist nach Palästina gefahren , hat die Quellen studiert und ihm ist dort bewusst geworden, dass die Geschichte von Jesus die "größte Geschichte aller Zeiten" ist.
"Jesus hat die Welt verändert wie niemand sonst. Beim Verfolgen seiner Spuren hat mich fasziniert, wie ungeheuer spannend, wichtig und vor allem wie schlüssig alles ist, was uns die Evangelien überliefern."
Er ist der frühen Jesusbewegung auf die Spuren gekommen und hat ein dickes und sehr persönliches Buch geschrieben, eine Biographie eines einzigartigen Menschen, der als Sohn Gottes den Menschen ein für alle Mal gezeigt hat, wie sinnvolles und gelingendes Leben aussehen kann.
Man kann allerdings voraussagen, dass die Theologen dieses Buch nicht zur Kenntnis nehmen werden, oder sie werden es mit einer Fülle von akademischer Kritik überziehen. Unwissenschaftlichkeit wird dann nicht der geringste Vorwurf sein. Doch vor dieser Kritik braucht sich das Buch nicht zu fürchten. Ich wünsche ihm viele Leser.