Eine Jesus-Verfilmung muss es schaffen, eine Atmosphäre zu schaffen, die Jesu Perönlichkeit, "Göttlichkeit" und Bedeutung für unsere Geschichte rüberbringt. Leider gibt es dabei in diesem Film ein kleines Defizit, da sich zum einen besonders die erste Hälfte des Films mit ein paar langatmigen, eher unwichtigen Szenen aufhält, und zum anderen Jesu Rolle etwas zu sehr an den Rand gerät. Christian Bale ist allerdings endlich ein passender Darsteller, weil tiefgründig, anziehend und ruhige Stärke ausstrahlend; der ausgehungerte, wie unter Drogen predigende Standart-Jesus hat noch nie zu meiner Vorstellung von ihm gepaßt.
Ich denke, daß Jesus-Verfilmungen es generell schwerhaben, denn die wichtigen Geschichten aus dem Leben Jesu ergeben im Vergleich zu einem ausgeklügelten Drehbuch keine runde Handlung, sondern wirken als Filmversion schnell bilderbuchartig aneinandergereiht. Das Problem bekommt diese Version nicht vollkommen in den Griff.
Das wird jedoch locker wettgemacht: ich finde sehr schön, wie der Film der Hauptbotschaft des Christentums gerecht wird und einen menschlichen, gefühlvollen und besonderen Touch erhält durch die Idee, aus Marias Sicht zu erzählen. Außerdem ist die Rolle mit Pernilla August perfekt besetzt; sie überzeugt sehr als liebevolle, kluge Mutter Maria, die auf Gott vertraut.
Die Story ist natürlich langweilig, weil sie jeder kennt, und wer blockbustermäßige Unterhaltung erwartet, wäre enttäuscht, aber es ist eine liebevolle, hübsche Verfilmung des Lebens Christi.