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45 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbar spirituell, und eine ideale Anschlußlektüre ..., 19. Mai 2005
... an Joseph Ratzingers (Benedikt XVI.) "Einführung in das Christentum". So empfand ich dieses schmale Taschenbuch des von mir hochgeschätzten buddhistischen Mönches Thich Nhat Hanh.Es handelt sich bei dem Text um eine Zusammenstellung und Ausarbeitung von Weihnachtsansprachen, die Thich Nhat Hanh in den Weihnachtstagen von 1995 bis 1997 in seinem französischen Meditationszentrum in Plum Village in der französischen Dordogne an die Teilnehmer der Winter-Retreats (Retreat = dt. Rückzug, Zuflucht, Einkehr) gehalten hat. In Plum Village können Buddhisten gemeinsam mit Christen meditieren, ohne daß dort gegenseitige Missionierungsversuche stattfinden. Thich Nhat Hanh nutzte die gemeinsame Zeit des Rückzuges, um in seinen Ansprachen Parallelen zwischen Jesus und Buddha aufzuzeigen. Er beleuchtet die christliche Religion ausgehend von seiner eigenen, dem vietnamesischen Buddhismus, und er weist einfache Wege zur Spiritualität, die für jeden verständlich und durchführbar sind. Thich Nhat Hanh ist ein Meister des bildhaften, ja geradezu poetischen Erklärens. Er trägt auch seine persönliche Erfahrungen so vor, daß man sie gut nachvollziehen kann. Besonders deutlich wird dies, wenn er beschreibt, wie ihm in Prag zum ersten Mal der Zugang zum christlichen Glockengeläut gelang. Ausgehend von dieser Erfahrung erzählt er dann, wie der Klang tropfenden Wassers für ihn zu einem spirituellen Schlüsselerlebnis seiner Kindheit wurde. Am besten gefiel mir, wie in dem Buch religiöse Gemeinsamkeiten zwischen Jesus und Buddha herausgearbeitet werden. Thich Nhat Hanh weiß um die Unterschiede in den theologischen Auffassungen. Er benennt sie auch, will aber keine Abgrenzung vornehmen, sondern betont stattdessen das Verbindende. So ist das ganze Buch ein friedensstiftendes und versöhnendes Positivum, das die Leser verschiedenster Religionen erfreuen kann. Gleich zu Beginn des Buches in Kapitel Eins legt Thich Nhat Hanh dar, wie man theologische Auseinandersetzungen vermeidet - auch die innerhalb der verschiedenen buddhistischen Strömungen. Sein Rat ist so genial wie einfach: Er sagt, die Welt der Phänomene muß getrennt werden von der Welt des Numinosen. Die Welten stehen zwar in Verbindung miteinander, wie die Wellen und das Wasser aber man gerät sofort in Schwierigkeiten, wenn man die Ebenen nicht klar auseinanderhält: Da es schwer bis unmöglich ist, die Welt des Numinosen (Gott) zu fassen, rät Thich Nhat Hanh pragmatisch, sich Zeit, Tinte und Speichel zu sparen, und die Annäherung an Gott stattdessen durch Übungen in Achtsamkeit (gesammelte Konzentration, Meditation) und positives Wirken in der Welt der Phänomene zu praktizieren. Wie das zugeht, beschreibt er im Verlauf des Buches. Die Texte lesen sich leicht und flüssig. Sie sind sehr klar und unkompliziert geschrieben und man hat das Gasnze schnell durchgelesen, wenn man das unbedingt möchte. Ich empfehle, das preiswerte und platzsparende Buch unbedingt in die Hausbibliothek aufzunehmen, da ich es nach einiger Zeit noch einmal hervornahm, um etwas nachzuschlagen, und beim Wiederlesen neue interessante Aspekte entdecken konnte. Besonders reizvoll und lohnenswert liest sich das Buch im direkten Vergleich mit Joseph Ratzingers "Einführung in das Christentum".
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