Da muss man sich schon wundern, dass jemand ein so heisses Eisen anfasst und sich dabei nicht die Finger verbrennt. Dieses Buch ist der gelungene Versuch, die von der Last von 2000 Jahren überwucherten Gestalten Jeschua und die seiner nächsten Anhänger realistisch darzutellen. So könnte es gewesen sein!
Jede der dargestellten Personen hat, wie es nun mal Menschenart ist, eigene Interessen und Wünsche. Die Priesterschaft sucht (überall) ihre Macht zu erhalten. Der Zweck heiligte die Mittel. Die damals politisch Verantwortlichen stehen da nicht nach. Nur war deren Interessenlage anders.
Jüssen ist es gelungen ein farbiges, lebendiges Bild dieser Zeit und dieser Landschaft zu malen. Prüderie als Lebensvorgabe kam ja erst später dazu!
Die vom Autor gewählte Berichtsform lässt den Leser "mittendrinn" sein. Jede der historischen Personen erzählt seine Sicht der Ereignisse. So ensteht Tiefenwirkung und es bleibt die Chance für ein eigenes Urteil!
Außerdem wird römische und jüdische Geschichte aufgefrischt!
Aber! Wer ist der Autor? Warum hat er sich dieses Themas angenommen? Hat er keine Angst, dass man ihn zerfetzt?