Für dieses vorliegende Buch haben die beiden SPIEGEL-Redakteure und Korrespondenten Annette Großbongardt und Dietmar Pieper viele KollegInnen eingeladen, mit ihnen zusammen sich der über 4000 jährigen Geschichte einer Stadt zu nähern, die wie kaum eine andere die Gemüter nicht nur ihrer Bewohner bewegt, sondern das geistliche und politische Zentrum der drei monotheistischen Weltreligionen darstellt. Wichtige und für das Selbstverständnis von Judentum, Christentum und Islam unverzichtbare Heiligtümer befinden sich in dieser Stadt, und ihre insbesondere seit dem 20. Jahrhundert im Rahmen des Konfliktes zwischen Juden und Palästinensern manches Mal weltpolitische Dimensionen annehmende politische Bedeutung wird aus unterschiedlichen Blickwinkel in diesem Buch ebenso behandelt wie etwa touristische Sehenswürdigkeiten.
Einen großen Teil nimmt neben den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die heilige Stadt die Darstellung ihrer bewegten Geschichte ein. Auch ein eher agnostischer Leser, der vielleicht selbst keine glaubens-biographischen Bezüge hat zu Jerusalem, kann sich bei der Lektüre dieses empfehlenswerten Buches dem Zauber und der Faszination dieser Stadt und ihrer Bedeutung nicht entziehen.
Man versteht, warum die Frage, wem Jerusalem "gehört", nach wie vor eine solche religiöse und politische Brisanz besitzt. Ich jedenfalls kann mir keine Lösung vorstellen, die diese Brisanz entschärft.