Êins sollte man sicherlich vorweg sagen: Wer ein typisches Kevin Smith-Werk erwartet, mit all seinem schrägen Humor und den schrulligen Nebendarstellern, der liegt hier leider falsch. Aber diese Machart wäre im Zuge des Plots wahrscheinlich fehl am Platz gewesen.
Sicherlich ist diese Story schon öfter da gewesen - ich habe sie aber selten so sympathisch in Szene gesetzt gesehen wie in "Jersey Girl". Die Darsteller agieren durch die Bank überzeugend, und trotz "Tränendrüsen-Potential" lässt der Streifen es nicht am nötigen Humor missen.
Ein anderer Kunde hat an dieser Stelle behauptet, es würde sich "keine eigene Handschrift" an diesem Film erkennen lassen. Diese Aussage ist schlichtweg falsch! Wer sich schon mit den anderen Werken des Regisseurs befasst hat (die Jersey-Trilogie: Clerks, Mallrats und Chasing Amy), und wirklich auf der Suche nach eben dieser Handschrift ist, der wird auch fündig. Beispielsweise der Dialog zwischen Affleck und Tyler bei ihrem ersten Date im Cafe. Oder (noch prägnanter) das Gespräch zwischen Will Smith und Ben Affleck. Klar, kommen diese Dinge nicht so offensichtlich zum VOrschein wie in den anderen Streifen, aber genau diese kleinen, eingestreuten "Schmankerl" machen den Film so sympathisch und heben ihn ein wenig vom Hollywood-Einheitsbrei gleichen Genres ab.
Noch eins: Ein anderer Kunde hat hier den Vorwurf erhoben, der Film sein als Familien-Movie ungeeignet. Das mag sein, aber ich kann mich auch nicht erinnern, dass dies jemals der Anspruch des Films war. Und wer ein bisschen Cineast ist und sich vorher Rezensionen durchliest, der sollte auch schnell feststellen, das dies wohl auch nie die Absicht des Regisseurs sein wird.
Ich gebe diesem Werk jedenfalls 5 Punkte, weil ich (als Smith-Fan) der Überzeugung bin, dass das Regie-Talent hier den kosequenten und logischen Schritt getan und den reinen, schrägen Humor hinter sich gelassen hat. Zumal der Film seinem Vater gewidmet wurde - und da wäre das typische "Snootchie-Bootchie-Gelaber" sicherlich nicht passend gewesen... ;-)
Deswegen empfehle ich diesen Film uneingeschränkt allen, die eine gut gemachte, emotionale Geschichte mit Tiefgang und überzeugenden Darstellern zu schätzen wissen.
Und alle anderen, die nicht auf den Smith typischen Humor verzichten wollen, können sich schon mal auf die Fortsetzung von "Clerks" freuen! :-)