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Jerichow
 
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Jerichow

Benno Fürmann , Hilmi Sözer , Christian Petzold    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Benno Fürmann, Hilmi Sözer, Nina Hoss
  • Regisseur(e): Christian Petzold
  • Komponist: Stefan Will
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Englisch
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Indigo
  • Erscheinungstermin: 25. September 2009
  • Produktionsjahr: 2008
  • Spieldauer: 93 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B002EBV1TW
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 18.174 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Movieman.de

Christian Petzold inszeniert mit meisterhafter Hand einen kleinen Film der gar nicht mal großen Gefühle. Er erzählt von einer Dreiecksbeziehung, in der Verrat immer mitschwingt, berichtet von verlorenen Seelen, denen etwas im Leben fehlt. Sei es Alis ziellose Suche nach einem Stück Heimat, Lauras Suche nach Unabhängigkeit oder Thomas' innere Leere, die ihn zu verschlingen droht. Sie alle sind gestrandet, an einem Fleckchen Land, das mit seiner rauen Schönheit bezirzt. Sie alle haben Geheimnisse: vor dem jeweils anderen, vor peripheren Bekannten, vor sich selbst. Es geht um einen Neuanfang und um ein Ende, eine zweite Chance auf ein Leben und die bittere Erkenntnis, dass einem eine solche nur selten gewährt wird... Fazit: Bemerkenswert dicht erzähltes Kammerspiel vor weiter Kulisse. Ein Film der Metaphern.

Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild macht einen guten Eindruck. Rausch ist zumeist in nur minimaler Form vorhanden. Der Kontrast ist ausgewogen und zeigt auch viele Details bei in Dunkelheit spielenden Szenen. Die Schärfe könnte etwas besser sein. Bei Nahaufnahmen hervorragend, wird das Bild diffuser, je weiter aufgezoomt wird (01:08:57). Leichtes Flimmern fällt teils auf. Der Ton ist problematisch. Die Umgebungsgeräusche wie das Zwitschern von Vögeln oder die Brandung des Meers ist durch den Film hinweg stark ausgeprägt. Das zieht aber auch die Dialoge in Leidenschaft, die im Vergleich sehr leise sind, so dass man des Öfteren Schwierigkeiten hat, das Gesprochene zu verstehen. Audiokommentar von Christian Petzold und Making Of ergänzen einander gut. Sehr schön ist das umfangreiche Booklet mit Interviews des Regisseurs und der Darsteller. Vor allem Petzold gewährt guten Einblick in den Entwicklungsprozess einer solchen Geschichte. --movieman.de

VideoMarkt

Thomas wurde unehrenhaft aus der Armee entlassen und kehrt nach Hause zurück. Der junge Mann wird auf die geheimnisvolle Laura aufmerksam, die sich notgedrungen in ihrer Ehe mit dem misstrauischen türkischen Geschäftsmann Ali arrangiert hat, und beginnt eine leidenschaftlicher Affäre mit ihr. Das geht nicht lange gut. Ali kommt den beiden Liebenden auf die Spur und plant alsbald, sie für den Verrat zahlen zu lassen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meister des Minimalismus 26. Juni 2010
Von Dr. M.
Format:DVD
Seine Stars heißen Julia Hummer, Benno Fürmann und Nina Hoss. Und jedesmal verkörpern sie spröde, einsilbige Figuren, hinter deren zugeklappten Visieren man die Seelenabgründe nur erraten kann. Mit denselben Schauspielern erzählt Christian Petzold im Prinzip auch immer dieselbe Geschichte: Verletzliche Seelen in zerbrechlichen Körpern geraten in eine Konfliktsituation, die sie zu zerreißen droht, und reden dabei selbst dann nicht mehr als unbedingt nötig, wenn sie gefragt werden. Mit dieser, man kann schon sagen, Masche einen ergreifenden Film nach dem anderen abliefern zu können, ohne dass dem Zuschauer langweilig wird, das grenzt ohne Frage an Genialität. Petzolds Erfolgsrezept ist so einfach wie wirkungsvoll: Er beschränkt sich auf ein Minimum an Figuren, verbindet diese durch ein alle betreffendes Verhängnis wie die Nemesis in Die innere Sicherheit und Yella oder eine fatale Begierde wie in Wolfsburg und "Jerichow". Kurzum, Petzold hat bei der griechischen Tragödie gelernt, worin Tragik besteht, nämlich darin, immer das Falsche zu tun, auch wenn es richtig aussieht; darin, dass ihre Helden menschlich handeln und gerade darin ihr Scheitern begründet liegt. Wie schon in Wolfsburg, demjenigen Petzold-Film, dem "Jerichow" am nächsten kommt, sind Leidenschaft und Anziehung Auslöser eines menschlichen Dramas ohne Aussicht auf einen glücklichen Ausgang. Damals war Benno Fürmann der Autofahrer, der sich in die Mutter des Kindes verliebt, das er überfahren hat. Hier verliebt er sich in die Frau des Mannes, der ihm aus dem größten Schlamassel herausgeholfen hat.

In der Rolle des unehrenhaft entlassenen Soldaten Thomas ist Fürmann in das Haus seiner verstorbenen Mutter am Rande der öden ostdeutschen Landgemeinde Jerichow (übrigens auch Schauplatz bei Uwe Johnson) eingezogen, hoch verschuldet, arbeits- und mittellos. Ali Özkan, ein türkischer Imbissbuden-Unternehmer,der mitunter etwas zu tief ins Glas schaut, verschafft ihm eine solide Arbeit als Fahrer, nachdem er selbst seinen Führerschein abgeben musste. Alis Frau Laura (Nina Hoss), die Ali ebenfalls aus einer Notsituation gerettet hat, ist mit ihrem Mann nicht glücklich und es ist nicht schwer vorherzusehen, dass zwischen Thomas und Laura bald das verzehrende Feuer der Leidenschaft entflammt ist. Petzold lässt sie daher auch nicht in Form eines psychologisch schlüssigen Reifungsprozesses über seine Helden kommen, sondern wie einen Blitz vom Himmel fallen. Ali steht dem vermeintlichen Liebesglück im Wege. Laura und Thomas beschließen ihn umzubringen und plötzlich befindet man sich in einem beklemmenden Existenzdrama wie aus den besseren Tagen Claude Chabrols. Wie dieser nutzt Petzold die Kunst des Verschweigens, um auf subtile Weise Spannung zu erzeugen.

Vor einer schlichten Kulisse, mit wenig Aufwand und einem Minimum an Figuren und Dialogen ist es Petzold erneut gelungen, ein klassisches Drama zu inszenieren, dessen Stärke gerade in der spartanischen Beschränkung auf das Wesentliche besteht. Auch seine Schauplätze haben etwas von griechischer Theaterkulisse: Fast schon fahrlässig ist Petzolds Missachtung von Continuity-Regeln. Bereits in Die innere Sicherheit fiel auf, dass der Filmemacher sich nicht die Bohne um Jahreszeiten kümmert, die sich bei einem Dreh in Deutschland nun mal immer an der Natur ablesen lassen. Im Grunde beansprucht der Regisseur die Einheit von Ort, Zeit und Handlung, nur dass das Medium Film die nicht zulässt. So kommt es zu dem Kuriosum einer Gurkenernte im April - oder einem aberwitzigen Zeitsprung. Gleichwohl ist der Schauplatz, wie schon in "Yella", keineswegs austauschbar. Es geht Petzold ja ganz bewusst um ostdeutsche Zustände und Befindlichkeiten, auch äußerer Art. Fazit: "Jerichow" ist Provinz-Porträt, antike Tragödie und Chabrol-Krimi in einem. Mit minimalem Aufwand die maximale Wirkung zu erzielen, das schafft im deutschen Film im Moment nur Christian Petzold.

Für Freunde von Die untreue Frau und Wolfsburg.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:DVD
Jerichow - das weiß vielleicht nicht jeder - ist eine weit verzettelte Kleinstadt an einem alten Elbarm in Sachsen-Anhalt. Die merkwürdige Verlassenheit des riesigen, fast leeren Ortes bildet die virtuelle Real-Kulisse für den 2008 von Christian Petzold vorgestellten Film gleichen Namens - tatsächlich gedreht wurde jedoch an verschiedenen anderen Plätzen.

Der geschäftstüchtige und durchsetzungsfähige Ali Özkan (Hilmi Sözer, 38) betreibt mit harter Hand eine Kette von türkischen Imbiss-Läden samt zugehörigem Logistik-Zentrum. Nur von der schönen Laura (Nina Hoss, 33) lässt er sich auf der Nase herumtanzen und ertränkt seine Spannungen im Alkohol. Als der Führerschein dann weg ist, hat er Glück im Unglück: Thomas (Benno Fürmann), gerade von Afghanistan zurückgekehrt, gibt gerne seinen Knochenjob als "Gurkenflieger" auf und übernimmt die Belieferung der Imbisse.

Es kommt, wie es kommen musste: Laura verführt Thomas, ein Verhältnis hinter Alis Rücken entwickelt sich. Der durchaus wehrhafte Ali dagegen überhäuft die Beiden geradezu mit Vertrauen. Aber auch Thomas ist ein harter Kämpfer. Zudem fragt man sich, was Laura antreibt, ihren Mann so mies zu behandeln. Aus dieser ungewöhnlichen Dreiecks-Situation entwickelt sich beträchtliche Spannung.

Die Elblandschaft liefert schöne Bilder - von Nina Hoss ganz zu schweigen. Weibliche Zuschauer dürften an Benno Fürmann ihre Freude haben. Dennoch ist keine der Figuren zu beneiden - allesamt wirken sie verloren in Jerichow, zurückgelassen ohne Halt zum Leben, allein noch "zu Hause" in ihrer merkwürdigen Symbiose am Ende der Welt kurz vor einer Explosion.

Attraktive, gut geführte Schauspieler, spannungsgeladene Story und überzeugender Schluss: einmal ein durchaus sehenswerter Film.

jury 3* A0635 6.6.2011e 5 A

Nina Hoss (* 7. Juli 1975 in Stuttgart)
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1996 -* -0000 Das Mädchen Rosemarie
....... R: Bernd Eichinger D: Nina Hoss, Heiner Lauterbach, Hannelore Elsner
2006 4* A0036 Elementarteilchen
....... R: Oskar Roehler D: Moritz Bleibtreu, Christian Ulmen
....... D: Franka Potente, Martina Gedeck, Nina Hoss
2009 3* A0365 Jerichow
....... R: Christian Petzold D: Hilmi Sözer, Benno Fürmann, Nina Hoss
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pezold zwinkert? 11. November 2010
Format:DVD
Jerichow ist ein Ort im Osten Deutschlands. Thomas kehrt nach dem Tod seiner Mutter dorthin zurück. Seine Vergangenheit folgt ihm in Form seines von ihm betrogenen Freundes, der sein gestohlene Geld zurückfordert. Bereits hier bemerkt man: Thomas hat ein moralisches Defizit und die Leute aus seinem früheren Leben haben wohl ebenso wie er einen (klein-) kriminellen Hindergrund. Doch auch die Leute denen er in Jerichow begegnet, haben alle irgendwie Dreck am Stecken. Jeder betrügt Jeden.
Thomas kriegt bei Ali einen Job und verliebt sich in Laura, dessen Frau. In Petzolds Filmen gibt es keine Idyllen. Jerichow ist eine Art Niemandsland. Und seine Protagonisten sind Verlorene. Weder Ali, noch Laura scheinen eine Familie oder Freunde zu haben. Eine perfekte Vorraussetzung für eine spannungsvolle Dreier-Konstellation. Petzold beruft sich auf den Roman "The postman always rings twice" von James M. Cain aus dem Jahr 1934. Er wurde 1943 von Lucino Visconti unter dem Titel "Ossessione" (Dts: "Besessenheit") und 1981 (USA/BRD) von Bob Rafelson unter dem Originaltitel (dts: "Die Rechung ohne den Wirt" bzw. "Wenn der Postmann zweimal klingelt") verfilmt.

Stets schafft es Petzold Banales mit Poetischem und Alltägliches mit Bedrohlichem zu verbinden. Jerichow ist gleichermaßen eine Liebesgeschichte, wie ein Thriller und erinnert tatsächlich ein bisschen an den Film Noir, an Chabrol oder aber auch an Dostojewski. Nur einen Satz hätte ich einem Christian Petzold - Film nie zugetraut: "Ich habe nur noch drei Monate zu leben". Das ist zu platt und zu einfach.
Kann es eigentlich sein, dass Petzold mit "Jericho" das erstmals zwinkert? Da fällt z.B. das Wort "Waschbär". Thomas vergleicht Ali mit Alexis Zorbas und Ali trifft genau die Intonation und den Wortlaut eines seiner vietnamesischen Imbissbudenpächters.
Der Hauptdrehort ist wieder das Innere von Autos. Hier kommen sich Ali und Thomas näher. Von hier aus observieren sie gemeinsam Laura. Hier stößt Laura Thomas mit den Worten: "Ohne Geld kann man nicht lieben" von sich. Ein seltsamer Satz.
Vermag Liebe nicht alles? Thomas und Laura machen sich schuldig, allein durch den Plan des Verbrechens. Ein solchermaßen begonnene Beziehung kann nicht glücklich enden. Außerdem sind beide Figuren zu triebhaft um ihr Leben erfolgreich meisten zu können.

Die DVD ist mit folgenden Extras ausgestattet: Interviews mit Christian Petzold, Benno Führmann und Nina Hoss, Audiokommentar von Christian Petzold, 12-seitiges Booklet, Trailer.
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