In Jenseits von Theben spielt jeder Spieler einen Archäologen, dem sein Ziel es ist, in auserwählten Grabungsgebieten wie z.b. Griechenland, Ägypten oder Kreta nach wertvollen Artefakten zu suchen. Mit diesen Artefakten kann man Ausstellungen tätigen, die beispielsweise in Rom, London oder Berlin stattfinden können - dieses bringt ebenfalls Punkte ein. Um letztendlich Ausgrabungen machen zu können, muss man sich ersteinmal Spezialwissen aneignen, welches man in Form von Karten erhalten kann. Darunter sind auch eine Reihe von Extra-Karten, die einem Vorteile verschaffen können, wie z.B. das Auto, welches die Reise verkürzt, wenn man von einer Stadt zur anderen reisen möchte; oder die Schaufelkarte, die es erlaubt - je nach Anzahl, wieviel man von dieser Sorte Karte besitzt - nach zusätzlichen Artefakten zu graben. Die Fortbewegung auf dem Spielbrett und der "Kauf" von Karten, wird in Wochen abgerechnet. Und an dieser Stelle komme ich zu der gut umgesetzten Logik des Spiels:
- wenn man nach Fundstücken gräbt, ist es ja auch klar, dass so etwas Zeit in Anspruch nimmt. Oder das man auch immer in die jeweilige Stadt mit seinem Männchen reisen muss, um dort z.b. Ausstellungen zu machen oder um an bestimmte Karten ranzukommen, die nur in dieser angegebenen Stadt erhältlich sind.
- Das ziehen der Artefakte aus dem Beutelchen stellt einen Glücksfaktor dar, was aber auch ziemlich authentisch ist, denn in der Realität, würde ein echter Archäologe auch nicht immer das Glück haben, dort wo er gräbt auch etwas zu finden - wenn man Pech hat, zieht man nur Schutt.
- Der Lernfaktor kann sich ebenfalls sehen lassen; Das Spielbrett stellt die Europa + Nordafrika Karte dar und die Grabungsgebiete sind wahrhaftig historische Orte, die einen geschichtlichen Hintergrund haben. Eine zusätzliche Liste beschreibt sogar jedes im Spiel vorkommende Artefakt mit Herkunft und anderen Daten - das bedeutet, dass dieses Spiel für historisch-interessierte besonders ansprechend ist.
- Das Spielmaterial ist sehr gut, die Figuren sind aus Holz, die Plättchen aus stabilem Karton - alles schön und ansprechend gestaltet.
- Der einzige Grund warum es von mir keine 5 Sterne gab, ist dass es leider sehr unübersichtlich und nahezu unmöglich ist einen Überblick darüber haben zu können, wieviele Siegpunkte die Spieler besitzen, da jeder im Laufe des Spiels einige Artefakte sammelt, die unterschiedliche Punktwertungen besitzen - und da, ein Spieler (bei einem Spiel zu viert) im Schnitt ca. 60 bis 70 Punkte sammeln kann, wird der Überblick über die erhaltenen Punkte schwierig. Es wäre äusserst angebracht gewesen, eine Siegpunkttafel einzurichten, wo man den Punktestand eines jeden Spielers anzeigen und ablesen kann. Tipp: man könnte sich selbst eine solche Siegpunkttafel basteln - einfach am Rechner, als Tabelle erstellen im Wert von 1 bis 100 und ausdrucken.
- Und Achtung; da man alle Karten die man sammelt offen vor sich ablegt, sowie auch die Artefakte, benötigt man viel Platz rund um das Spielfeld.
Fazit: Abenteuerliches Spiel, welches aus Spaß, Taktik, Strategie und etwas Glück eine gut gelungene Spielvariante, aus der Reihe "historische Spiele", hervorbringt.