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153 von 207 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Interessante Thesen, problematisches Fundament, 12. September 2009
Zunächst zu meinem Hintergrund, vor dem ich argumentiere: Ich selbst bin Atheistin und davon überzeugt, dass sich die Natur auf der Erde durch Evolution entwickelt. Gleiches nehme ich für unser kulturelles, soziales und technisches Umfeld an. Und die Willensfreiheit des Menschen halte ich gleichfalls für eine Illusion.
Michael Schmidt-Salomon versucht mit seinem ca. 300 Seiten starken Buch "Jenseits von Gut und Böse" dort fortzufahren, wo Nietzsche endete. Gleichzeitig scheint es sich dabei in vieler Hinsicht um einen Gegenentwurf zu Richard David Prechts Wer bin ich - und wenn ja wie viele? zu handeln, denn (21): "Schließlich geht es hier um Kernfragen unserer Existenz: Wer sind wir? Was wollen wir? Was können, was sollten wir wollen? Worauf dürfen wir hoffen?"
Gut und Böse sind gemäß Schmidt-Salomon religiös konstruierte Begriffe (34ff.), z. B. als Teil des sog. Sündenfall-Syndroms, welches für ihn die folgenden Prämissen hat:
1. Willensfreiheit des Menschen,
2. "das Gute" und "das Böse" existieren als absolute moralische Kategorien.
Der Mensch sei demgemäß für seine "bösen" Taten verantwortlich, weshalb das moralische Dreigestirn aus Schuld, Sühne, Strafe zum Tragen komme.
Die Wissenschaften würden demgegenüber solche Begriffe meiden, da sie
1. deskriptiv und nicht normativ argumentieren und
2. sämtliche Erscheinungen in der Welt auf natürliche Ursachen zurückführen.
Allerdings seien in menschlichen Gesellschaften und in der Natur Unterscheidungen wie Wohl bzw. Übel und komplexere Verhaltenskodizes im Rahmen des sozialen Zusammenlebens erforderlich (38). Die sinnliche Unterscheidung von Wohl und Wehe sei sogar ein entscheidender Schritt in der Evolution gewesen, denn mit ihr wäre die Bedeutung in die Welt gekommen (59). Die moralischen Kategorien Gut und Böse seien jedoch die Folge monotheistischer Religionen, d.h. neueren Ursprungs.
Sehr plausibel werden die Folgen der angenommenen Willensfreiheit an der Art und Weise, wie wir mit Schicksalsschlägen umgehen, verdeutlicht (40f.): Stirbt das eigene Kind, weil ihm ein Stein auf den Kopf fiel, dann sind wir geneigt, dies als Schicksal hinzunehmen, wurde es dagegen von einem Menschen erschlagen, dann sehen wir darin dessen Schuld und fordern Vergeltung.
Eingehend wird auf die Resultate der Hirnforschung eingegangen (110f.): "Den alten Dualismus zwischen Körper und Geist beziehungsweise Leib und Seele, der die abendländische Geschichte so stark prägte, hat die Hirnforschung bereits jetzt überwunden: Die Belege sprechen eindeutig dafür, dass es keinen über den körperlichen Prozessen schwebenden Geist gibt." Und (111): "Die Forschung hat gezeigt, dass wir in Wirklichkeit nur dann etwas bewusst wollen, wenn wir es auf der Basis unbewusster Prozesse ohnehin schon zu tun im Begriff sind."
Fein säuberlich grenzt der Autor Willensfreiheit von Handlungsfreiheit ab (122): "Denn die Freiheit, die wir meinen, wenn wir diesen Begriff emphatisch benutzen, ist stets eine Freiheit des Tuns, das heißt eine Handlungsfreiheit. Frei sein bedeutet, tun zu können, was man will - es bedeutet nicht, zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas anderes wollen zu können als das, was man will."
Ein Verzicht auf das Axiom der Willensfreiheit hat für den Autor nur positive Konsequenzen (293). Menschen wären dann viel eher bereit, anderen Menschen zu helfen, die an ihrem Unglück selbst schuld sind. Denn (293): "Die Unterstellung von Willensfreiheit untergräbt das Empathievermögen." Ferner würde mit dem Abschied von der Willensfreiheit die Barriere zwischen Mensch und Natur in sich zusammenbrechen. (305) Dass sich damit auch wieder die Einführung der Todesstrafe (etwa in der Form: "Die Gesellschaft muss vor dem Täter geschützt werden. Eine langfristige Sicherheitsverwahrung ist jedoch zu teuer.") begründen ließe, erwähnt der Autor nicht.
Eingehend wendet sich der Autor gegen einen kulturellen Relativismus. Stattdessen sei die Universalität der Menschenrechte einzuklagen. Grundsätzlich stimme ich ihm hierbei zu, möchte jedoch zu bedenken geben, dass es eine solche Universalität nicht wirklich geben kann, da alle Menschenrechte evolutionär verhandelt werden. Beispielsweise gehört es aktuell zu den Menschenrechten, sich für beliebig viele eigene Kinder entscheiden zu können. Angesichts der globalen Überbevölkerung dürfte dieses allgemeine Menschenrecht schon sehr bald zur Disposition stehen.
So sehr ich mit dem Autor in vielen seiner Schlussfolgerungen übereinstimme, so sehr möchte ich erhebliche Einwände bezüglich den Grundlagen seiner Argumentation anmelden. Da ist einerseits seine genzentrische - oder genauer: replikatorenzentrische - Sicht der Evolution (57): "Die Metapher des egoistischen Gens will auf etwas anderes hinaus, nämlich auf das lange Zeit übersehene, jedoch zentrale biologische Faktum, dass in der Evolution prinzipiell nur Gene weitergegeben werden, nicht Individuen oder Gruppen." Das ist eine viel zu eingeschränkte Sicht (siehe etwa: Evolution in Four Dimensions: Genetic, Epigenetic, Behavioral, and Symbolic Variation in the History of Life). Im Rahmen der Evolution werden generell Kompetenzen - und nicht nur genetische Kompetenzen - weitergegeben.
Nicht unproblematisch sind auch die Aussagen zur Verwandtenselektion. Die Hamiltonungleichung K < r*N wird gar als das E = m*c(2) der modernen Evolutionsbiologie bezeichnet. Die Begründung der Organisation von Insektensozialstaaten mittels der Hamiltonungleichung mag zwar noch für Ameisen zutreffend sein, nicht jedoch für Bienen (siehe etwa Sandra Mitchell: Komplexitäten: Warum wir erst anfangen, die Welt zu verstehen, S. 57ff.), und für nicht haplodiploide Arten sowieso nicht. Die Angaben und Begründungen zum Gewichtverhältnis der weiblichen und männlichen Nachkommen in Insektenstaaten (54f.) sind in dieser Form nicht zutreffend.
Bezüglich der kulturellen Evolution heißt es dann (77): "Wie die Natur, so unterliegt auch die Kultur einer Evolution." Für diese ist gemäß Autor ein weiterer "egoistischer" Replikator verantwortlich (82): "Als den universellen Replikator in den ersten drei Akten der Evolution hatten wir das Gen identifiziert. Im vierten Akt tritt nun ein weiterer Replikator hinzu: das Mem." Dieser empirisch bislang nie nachgewiesene und rein fiktive Replikator wird dann regelrecht zu einem Produkt der Hirnforschung hochstilisiert (142): "Gründe sind Meme, die ein Gehirn vor dem Hintergrund der ihm vorliegenden Informationen für die Klärung eines anstehenden Problems als so bedeutsam erachtet, dass es sie einer bewussten Bewertung im assoziativen Cortex unterzieht." Wissenschaftlich ist all das nicht haltbar, zumal andere längst eingewendet haben, dass Evolution ein von Akteuren angetriebener eigendynamischer Prozess ist, in dem die sog. Replikatoren nur Statuserhaltungssysteme sind. Schlimmer noch: Durch die Unterscheidung von Gen und Mem wird die im Buch wortreich beschworene Aufhebung der Trennung von Körper und Geist wieder zurückgenommen: Gene sind die Replikatoren für den Körper, Meme für den Geist.
Den Memen werden dabei wundersame Dinge zugesprochen (82): "Man kann sich Meme als 'geistige Viren' vorstellen, die von Gehirn zu Gehirn springen und die Gedanken, Einstellungen und Wünsche der Menschen 'infizieren'." Wie soll dies materielosen Objekten gelingen? Viren können sich nur vervielfältigen, wenn sie von ihrem Wirt Energie aufnehmen, Meme besitzen aber als geistige Konstrukte solche Fähigkeiten nicht. Immerhin liest man an anderer Stelle (139): "Ideelle Gründe müssen, sofern sie denn irgendetwas bewirken, materielle Ursachen sein!" Eben!
Ferner heißt es in diesem Zusammenhang (77): "Ein wesentlicher Unterschied zwischen biologischer und kultureller Evolution besteht in der Prozessgeschwindigkeit." Dabei werden die eigentlichen Ursachen des Phänomens verschwiegen, vermutlich, weil sie ein Tabuthema der Evolutionsbiologie berühren: Über Gene können keine erworbenen Kompetenzen weitergegeben werden, über alle höheren Kompetenzspeicherungsebenen (Epigenetik, Gehirn, externe Medien) aber sehr wohl. Selbstverständlich stellt die Möglichkeit der Weitergabe erworbener Kompetenzen einen evolutionären Vorteil dar, deshalb hat sie sich in der Natur auch so weit durchgesetzt.
Andere Konsequenzen aus dem Wegfall der Willensfreiheit sieht der Autor leider nicht: Wenn der Mensch nicht über Willensfreiheit verfügt, dann ist auch die Relativitätstheorie nicht einem freien Willen entsprungen, sondern der Evolution. Menschliche Erzeugnisse (inkl. Hypothesen) sind dann genauso "zufällige" Naturprodukte wie etwa der Apfel des Apfelbaumes. Es kann dann aber nicht mehrere Evolutionstheorien für jede einzelne Evolution geben, sondern nur eine einzige, die die gesamte evolutive Schöpfung aus den gleichen Prinzipien heraus erklärt, da ja alles gesamthaft in einem einzigen großen evolutiven Prozess entsteht. Ich kenne aktuell nur eine einzige Theorie, nämlich Merschs Systemische Evolutionstheorie, die die Anforderungen erfüllt. Interessant mag in diesem Zusammenhang sein, dass es für Schmidt-Salomon bei der Ethik, in Abgrenzung zur Moral, primär um faire Lösungen für Interessenkonflikte geht (197). Interessenkonflikte zwischen Evolutionsakteuren machen aber den eigentlichen Kern der Systemischen Evolutionstheorie aus.
Weitere Bedenken habe ich gegen die rigorose Anwendung von Ergebnissen der Soziobiologie auf menschliche Gesellschaften, wie dies im Buch getan wird. So etwas ist im Rahmen des Sozialdarwinismus...
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61 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Geburt eines Klassikers der Philosophie, 14. September 2009
Michael Schmidt-Salomon hat ein Werk vorgelegt, welches einen völlig neuen Blick auf die Realität ermöglicht. Eine kurze Anmerkung zum Untertitel des Buches, der leicht missverstanden werden kann:
'Moral' definiert der Autor als Abwägung der "subjektiven Wertigkeit von Menschen vor dem Hintergrund vermeindlich vorgegebener, metaphysischer Beurteilungskriterien (gut oder böse)".
'Ethik' hingegen beschreibe die "objektive Angemessenheit von Handlungen anhand intersubjektiv festgelegter und immer wieder neu festzulegender Spielregeln (fair und unfair)".
In 'Jenseits von Gut und Böse' wird 'das Böse' als ein ideologische Etikett entlarvt, womit Andersdenkende einfach und effektiv diffamiert werden können. Einfache Kategorien wie Gut und Böse seien ein zerstörerisches Relikt der kulturellen Evolution. Bei dieser Denkweise würden leider nicht nur die strukturellen Entwicklungsbedingungen des Individuums berücksichtigt, sondern vor allem dessen 'persönliche Schuldfähigkeit'. Die Eigenschaften eines jeden Menschen seien aber in Wirklichkeit allein auf Erbgut und Umwelteinflüsse zurückzuführen - nicht etwa auf freie, ursachenlose Entscheidungen zum Guten oder zum Bösen. Dieses metaphysischen Ideenkonstukt solle letztlich vor allem dazu dienen, andere Menschen(gruppen) pauschal zu verteufeln, um sie so aus der ethischen Berücksichtigung auszuschließen (zu dehumanisieren). Alle fanatisch-dogmatischen Ideologen hätten sich die Funktionsweise dieser Lehre letzlich (wenn auch unbewusst) zu Nutze gemacht.
Aus diesen Überlegungen folge dem Autor zufolge keinesfalls eine Reduzierung des Menschen zu einer 'biologische Maschine'. Dieses Urteil würde stark die Lebenskraft und Kreativität jedes Menschen verkennen, der die Vorzüge eines wirklich selbstbestimmten Leben verstanden hat. Als Alternative wird die offene Weltanschauung Humanismus und Aufklärung aufgeführt. Eine interessenorientierte Ethik könne niemals relativistisch in jeder Hinsicht sein. Sie könne nämlich auf Grundpfeiler wie Logik und Empirie nicht verzichten.
Der zweite Teil des Buches befasst sich vor allem mit praktischen Schussfolgerungen aus der Argumentation des ersten Teils. Schmidt-Salomon empfielt "heitere Gelassenheit" als "Kunst, sich selbst zu verzeihen", um sich dann mit "brennender Gelassenheit" für wahrhaft humane Ideale einzusetzen. Trotz der zunächst esoterisch anmutenden Sprache, gelingt dem Autor gelingt eine humanistische Synthese aus fernöstlicher Mystik und westlicher Rationalität. Dieser Ansatz kommt jedoch gänzlich ohne metaphysisch-dogmatische Spekulationen aus. Im Gegenteil, Schmidt-Salomon fühlt sich der Tradition der Aufklärung verpflichtet: Kritik wird als Geschenk verstanden, Fehler einzugestehen als große Kunst und Vergeltung als Unglücksbringer in jeder Hinsicht.
Als Methode, ein glückliches Leben zu führen, empfielt Schmidt-Salomon eine Synthese aus drei verschiedenen Geisteshaltungen. Außerdem gibt er eine außerordentlich verblüffende und faszinierende Perspektive auf eine Politik, Rechtssprechung und Wirtschaft, die sich ethisch statt moralisch verhalten würde. An dieser Stelle soll jedoch nicht zuviel verraten werden, sonst bietet das Lesen selbst ja keine Aha-Erlebnisse mehr.
Die theoretische Herangehensweise des Buches ist nicht in allen Punkten völlig neu, aber noch nie so prägnant auf den Punkt gebracht worden. Kein anderer Autor unserer Zeit hat bisher so klar und logisch koherent die Zusammenhänge zwischen moralischem Denken und Demagogie sowie den daraus resultierenden fatalen Gewaltspiralen herausgestellt. Dank Schmidt-Salomons klarer und pointierter Sprache bereitet bei diesem Buch nicht nur der Inhalt, sondern auch der gewitze Schreibstil eine Menge Freude. Zudem wird jedes Argument mit Fußnoten und einem Literaturverzeichnis belegt, wodurch sich das Buch klar von populärwissenschaftlichen Werken abhebt. Der Lesefluss muss darunter aber glücklicherweise niemals leiden.
Lesen Sie selbst! Es könnte die aufklärende Befreiung im Denken und Handeln sein, auf die Sie immer gewartet haben!
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57 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine befreiende Botschaft!, 13. September 2009
Das Buch beschreibt auf eine sehr anschauliche Weise (gewürzt mit vielen plastischen Beispielen) eine neue Leichtigkeit des Seins, die aus der Erkenntnis resultiert, dass man immer nur der sein kann, der man aufgrund seiner Anlagen und Erfahrungen notwendigerweise sein muss. Allerdings führt diese klare Absage an die Willensfreiheitsidee bei Schmidt-Salomon keineswegs zu Schicksalsgläubigkeit und Passivität. Im Gegenteil: Der Abschied von Gut und Böse, Schuld und Sühne, ist ein Akt der Befreiung! Denn das "Paradigma der Unschuld" verhilft uns, so Schmidt-Salomon, nicht nur dazu, dass wir endlich akzeptieren, "der zu sein, der wir sind", es erleichtert uns auch,"der zu werden, der wir optimalerweise sein könnten."
Zur vorangegangenen Rezension von 'Leseratte' ist Folgendes zu sagen: Es ist ihr natürlich völlig unbenommen, in dieser wie auch in anderen Rezensionen Werbung für Merschs "Systemische Evolutionstheorie" zu machen (auch Schmidt-Salomon geht übrigens in einer Anmerkung kurz auf dieses Konzept ein), nur sollte sie deshalb nicht gleich jedes Buch aus dem Blickwinkel dieser einen spezifischen Theorie betrachten! Wer "Jenseits von Gut und Böse" unvoreingenommen liest, dem dürfte klar sein, dass Schmidt-Salomon auf keinen Fall in naiver Weise von "egoistischen Genen" oder (noch absurder!) von "egoistischen Memen" ausgeht . Vielmehr stellt er sehr deutlich heraus, dass Eigennutz immer nur auf der Ebene von Individuen existieren kann, während Gene und Meme über keinerlei Interessen verfügen.
Und so wird die "Memetik" im Buch auch bloß als Anschauungsmodell behandelt. Eine wie auch immer geartete "Autonomie der Meme" wird nirgendwo unterstellt. Hierzu ein Zitat aus dem Buch: "Wie Gene, so konkurrieren auch Meme miteinander um den Fortpflanzungserfolg, wenngleich sie selbst natürlich - analog zu den Genen - keine eigenständigen Interessen verfolgen. Einem Pastarezept beispielsweise ist es völlig egal, ob das auf seiner Grundlage gekochte Essen mundet oder nicht. Wenn es aber schmeckt, wird es wahrscheinlich häufiger kopiert werden als das fade Konkurrenzrezept vom Vorabend, d.h. es wird im Wettstreit um den memetischen Fortpflanzungserfolg eher überleben. Meme sind also ebenso wenig 'egoistisch' wie Gene. Auch im vierten Akt der Evolution finden wir Eigennutz nur bei den Individuen vor." (S.83)
Insgesamt scheint mir die Rezension von Leseratte einen falschen Eindruck vom Buch zu vermitteln. Denn es geht in ihm weit weniger um theoretische Konzepte zur Evolution (dies ist allenfalls ein Nebenaspekt unter vielen anderen!) als vielmehr um existentielle Fragen des Menschseins. Das Buch zeigt auf, wie wir lernen können, uns selbst und anderen besser zu vergeben und wie wir dadurch ein entspannteres Verhältnis zu uns selbst sowie zu anderen Menschen und unserem Umfeld entwickeln können. Dies ist m. E. die wahrlich befreiende Botschaft dieses Buches, die, so interessant eine Debatte um evolutionstheoretische Konzepte auch immer sein mag, in der Diskussion nicht untergehen sollte.
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