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5.0 von 5 Sternen
Klappentext, 17. August 2008
«Wer in diesem Jahr nur ein Buch lesen will, der sollte sich für dieses entscheiden», schrieb die New York Times, als <]enseits von Freiheit und Würde> erschien und diese radikalen, mit kühler Präzision vorgetragenen Thesen des großen Experimentalpsychologen von Harvard sofort erbitterte Auseinandersetzungen auslösten. In seinem höchst beunruhigenden und provokativen Buch hat B. F. Skinner aus Methoden und Resultaten seiner jahrzehntelangen Forschungsarbeit die Summe gezogen und darauf eine Analyse von Zustand und Zukunft der Gesellschaft und des einzelnen Menschen aufgebaut. Die Krise, in der sich unsere Weltzivilisation befindet, kann nur überwunden werden, wenn das Verhalten des Menschen von Grund auf neu motiviert wird. Unsere einzige Überlebenschance sieht Skinner in einer radikalen Revision der geheiligten Ideale von Freiheit und Würde. Diese machtvoll wirksamen Wertvorstellungen haben in der Geschichte stets eine wesentliche Rolle gespielt beim Kampf des Menschen gegen Tyrannei, Despotie und ändere Formen autoritärer Herrschaft. Obwohl Skinner ihre wichtige historische Funktion durchaus sieht, gibt er in der heutigen Situation den nahezu religiös verehrten Dogmen von Freiheit und Würde die Hauptschuld an dem gefährlichen Götzenkult, in welchem wir der Idee vom autonomen Menschen huldigen. Freiheit und Würde sind Tabus, ihre kritiklose Verinnerlichung hat schwerwiegende Folgen, vor allem weil sie uns an der hergebrachten Bestrafungsethik festhalten lassen und so die Entwicklung einer effektiveren kulturellen Praxis vereiteln. Skinner baut seine Argumentation auf den rei-chen Ergebnissen der experimentellen Verhaltensforschung auf, zu der er selbst als Pionier entscheidende Beiträge geleistet hat. Er will hinausgelangen über die herkömmlichen Erklärungen, die davon ausgehen, daß unser Verhalten von intellektuellen und emotionalen Impulsen gesteuert wird. Er begründet, warum wir, anstatt Freiheit und Würde als Eigenschaften der Persönlichkeit zu propagieren, unser Augenmerk auf die genetische Anlage, auf die Lebensgeschichte des Individuums und auf seine physische und soziale Umwelt richten müssen. Diese Umwelt muß verändert werden und nicht so sehr der Mensch selbst, wenn die nach wie vor gültigen Ziele des Kampfes für Freiheit und Würde erreicht werden sollen.
Eine Verhaltenstechnologie, die geeignet wäre, unsere Probleme zu lösen, indem sie die Welt verändert, in der wir leben, wirft andererseits beängstigende Fragen auf. Sollen die Menschen zu Robotern werden? Oder zu Sklaven? Oder zu passiven Zuschauern? Wer soll - und darf - bestimmen, wie diese schöne neue Welt der Zukunft aussehen soll? Können wir der Integrität der Verantwortlichen vertrauen, oder wird eine Technologie des Verhaltens zu einer neuen Art von Tyrannei führen?
'jenseits von Freiheit und Würde> zwingt uns, mit anderen Augen auf Ideale zu blicken, die wir für selbstverständlich gehalten haben, und die Möglichkeit eines neuen, wissenschaftlichen Ansatzes zu durchdenken. Er mag uns zwar zunächst unvereinbar erscheinen mit eben diesen Idealen, sich dann aber als die einzige Chance darstellen, der Vernichtung zu entrinnen, der wir gegenwärtig immer schneller zutreiben.
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