Kurzbeschreibung
Der Autor über sein Buch
Umschlagtext
Über den Autor
Auszug aus Jenseits von Allem von Martin Kiechle. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Bevor wir auf die Thematik dieses Kapitels eingehen, erinnern wir uns noch einmal mehr daran, dass es in diesem Buch um das Weiterdenken geht.
Damit ist gemeint, dass wir in diesem Buch verschiedene Themen, von denen jedes einzelne Stoff für mehrere Bücher liefert, zu einem großen, aber relativ einfachen Gesamtzusammenhang verbinden.
Wir können also nicht jedes dieser Themen in allen Einzelheiten besprechen, sondern wir werden uns mit den einfachen Umrissen, bzw. Eckpfeilern der verschiedenen Themen begnügen, um dann zu Gunsten eines umfassenden Gesamtzusammenhanges in einem größeren Rahmen weiter denken zu können.
Die Themen der einzelnen Kapitel müssen also sozusagen jedes Mal unbewiesen, bzw. lediglich einfach angedeutet bleiben, obwohl (und weil) sie jeweils die logische Grundlage für das jeweils nachfolgende Kapitel sind, und damit auch für die Gesamtaussage dieses Buches.
Obwohl man über die Themen einzelner Kapitel ewig weiter diskutieren könnte, weil wir für unsere Vermutungen statt echten wissenschaftlichen Beweisen nur Indizien anführen, lohnt sich das Lesen des nächsten Kapitels eigentlich nur dann, wenn die unbewiesenen Behauptungen der vorausgegangenen Kapitel zumindest als logische, gedanklich einfach einmal angenommene Voraussetzungen zum Weiterlesen akzeptiert werden!
So haben wir also im letzten Kapitel die Behauptungen, dass die Wiedergeburt erstens ein für uns alle gültiges Naturgesetz sei, und dass sie zweitens unchronologisch, also zeitlich nicht geordnet verläuft, so dass unsere nächsten Leben auch in der Vergangenheit stattfinden könnten.
Diese Behauptungen stützen sich wiederum auf die Annahme des ersten Kapitels, dass die Natur der Zeit eine solche Zeitreise- Reinkarnation theoretisch ermöglichen sollte.
Um nun den roten Faden des Gesamtzusammenhanges dieses Buches weiterverfolgen zu können, sollten Sie, lieber Leser, diese drei Behauptungen nun beim Weiterlesen einfach einmal als gegeben voraussetzen, auch dann, wenn Sie diese Behauptungen persönlich anzweifeln sollten.
Sie können sich in diesem Fall ja sagen, nehmen wir eben einfach erst einmal an, dass es die Wiedergeburt für uns alle gibt, und dass diese außerdem auch noch zeitlich ungeordnet verläuft.
Wenn Sie auf diese Weise das Buch dann schließlich fertig gelesen haben, liegt es an Ihnen, die Gesamtidee zu verwerfen, weil Sie sich eben nicht mit dem Gedanken anfreunden wollen, dass die Zeit eine Koexistenz von Vergangenheit und Zukunft ist (Kapitel 1), oder dass die Reinkarnation wirklich stattfindet und dies außerdem auch noch unchronologisch.
Jetzt aber zum Thema dieses Kapitels.
Nachdem wir nun also voraussetzen, dass uns unser mangelhaftes Zeitverständnis automatisch zur Annahme brachte, die Reinkarnation verlaufe chronologisch geordnet, diese Annahme aber wahrscheinlich falsch ist, können wir uns nun folglich vorstellen, dass unsere nächsten Leben auch in der (uns bekannten) Vergangenheit stattfinden könnten.
Unsere nächsten Leben könnten also beispielsweise im antiken Rom, im Mittelalter während der Hexenverbrennung, oder auch in den Siebzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts, mit live Musik von den jungen Beatles, stattfinden!
Diese (scheinbar...) vergangenen Zeiten sind also demnach nicht wie wir es die ganze (Lebens)- Zeit erleben, für immer und unwiderruflich vorbei, sondern für jeden von uns in unseren nächsten Leben eventuell wieder ebenso real wie sie es auch früher schon einmal waren, als sie noch als Gegenwart bezeichnet wurden!
Damit wird ja dann eigentlich auch alles Damalige erneut veränderbar, weil wir doch in jedem Leben den freien Willen haben. Das wäre dann so ähnlich, wie das lebendige Bild, in dem wir uns beim Erleben eines Deja-vu fühlen (siehe Ende Kapitel 1).
Die erneute Veränderbarkeit schon vergangener Zeiten und die daraus resultierenden, logischen Schlussfolgerungen sind noch viel unvorstellbarer, als es die Möglichkeit einer Zeitreise als solche sowieso schon ist.
Um den einfachen Gesamtzusammenhang dieses Buches verstehen zu können, müssen wir uns diesen Aspekt der Zeitschaft aber auch gar nicht unbedingt so überaus genau vorstellen können.
Was wir nun in diesem Kapitel speziell beleuchten wollen, ist nur eine einfache logische Schlussfolgerung, die sich vordergründig, also auf Anhieb, aus dem Gedanken einer nicht chronologischen Reinkarnation ergibt:
Wir könnten, verliefe die Reinkarnation zeitlich ungeordnet, zufällig unserem eigenen (seelischen) Ich in Form unserer eigenen früheren und späteren Verkörperungen, real, also körperlich begegnen!
Selbstbegegnung und Fremdheit
Als anschauliches Beispiel wähle ich nun erst einmal mich selbst. Ich wurde 1959 geboren, schreibe jetzt um die Jahreswende 97 \ 98 an diesem Buch (bzw. jetzt im Winter 2003 an der Überarbeitung für die erweiterte Zweitauflage) und werde, wenn ich noch einige Jahre am Leben bleibe, irgendwann im Jahre zweitausend und noch was sterben. Also zum Beispiel im Jahr 2045.
Nach unserem üblichen Zeitverständnis unterstellen wir ja normalerweise eine chronologische, also zeitlich wohl geordnete Reinkarnation, und meine Wiedergeburt wäre dann also frühestens nach dem Zeitpunkt meines Todes im Jahr 2045 zu erwarten.
Verläuft Reinkarnation aber nicht chronologisch geordnet, dann wäre meine nächste Wiedergeburt also mein nächstes Leben nach meinem Tod vom Jahr 2045 ebenso gut auch vor diesem Zeitpunkt möglich, also z.B. im Jahr 1963 (wenn ich hier nach meinem Tod sage, bezieht sich das natürlich auf mein subjektives Erleben, nach welchem mein nächstes Leben selbstverständlich immer nach dem vorhergehenden Leben erlebt wird, selbst wenn dieses vorhergehende Leben in der objektiven Zukunft stattfand).
In diesem angenommenen Fall wäre also meine nächste Inkarnation schon seit 1963 einer meiner Mitmenschen, vier Jahre jünger als ich, meine eigene Seele in ihrem nächsten Körper, und vielleicht sogar schon mit mir in Kontakt getreten (einmal vorausgesetzt, dass ich in dieser 1963 geborenen Verkörperung auch wenigstens auf dem selben Planeten geboren worden wäre...).
Anhand dieses von mir willkürlich gewählten Beispiels, wäre also jetzt vorstellbar, dass Sie, lieber Leser falls Sie zufällig 1963 geboren wurden vielleicht gar kein wirklich Fremder für mich sind, sondern dass Sie womöglich ich selbst sind /bin (seelisch), nur eben in meinem nächsten Leben (in einem anderen Körper), der hier gerade dabei ist dieses Buch zum ersten Mal zu lesen!
Dann hätte ich mir also sozusagen mit diesem Buch eine Mitteilung für mich selbst (in meinem nächsten Leben) gemacht.
Wenn man sich dann noch überlegt, wie oft eine Seele wohl in die sich überschneidende Zeitabschnitte hinein inkarniert und sich in den verschiedenen Körpern dann eben auch selbst begegnen kann, dann spürt man ein neues und völlig ungewohntes Gefühl bei dem Gedanke an die Bedeutung des Wortes fremd!
Weil das Ganze nicht ganz so leicht zu verstehen ist, hier auch noch ein anderer Erklärungsversuch:
Inzwischen gibt es außer sehr vielen Romanen über das Thema Zeitreise, auch schon etliche entsprechende Filme.
Immer wieder kommt es bei diesen Geschichten dazu, dass ein Zeitreisender in der Vergangenheit seinem früheren, entsprechend jüngeren Ich begegnet (in diesem Fall dann allerdings in ein und der selben Verkörperung, aber dennoch in zwei materiell vorhandnen Körpern).
Manche Autoren vertreten dabei die Meinung, dass diese Selbstbegegnung eine Katastrophe auslösen würde und darum strikt zu vermeiden ist, und in anderen Geschichten finden sich herrliche Selbstbegegnungs- Situationen, in denen Zeitreisende mit ihrem jüngeren Ich beispielsweise Streit anfangen, oder sich von ihrem jüngeren Ich, also quasi von sich selbst, aus einem Gefängnis befreien lassen (wie in dem sehenswerten Film Timescape).
Wer die innere Logik einer solchen Zeitreise- Geschichte verstanden hat, müsste sich nun nur noch statt einer Zeitmaschine, die nicht chronologische Reinkarnation vorstellen, um die Logik zu verstehen, nach der man sich durch ein Hin-und-her-Inkarnieren in der Zeit- Landschaft also in der Zukunft und der Vergangenheit selbst in seinen verschiedenen Verkörperungen begegnen kann.
Wie schon in einigen Zeitreiseromanen beschrieben wird, ist es für die Zeitreisenden oft ziemlich schwierig das jüngere eigene Ich überhaupt zu erkennen. Diese Situation sich selbst zu begegnen ist einfach etwas absolut unerwartetes! Bevor der Zeitreisende diese Möglichkeit in Betracht zieht, fallen ihm erst einmal sämtliche andere mögliche Erklärungen für die große Ähnlichkeit mit seinem jüngeren Ich ein (es sei denn, dass er wegen seinem Wissen über die Zeitreise die Begegnung mit seinem jüngeren Ich ganz speziell erwartet hatte).
Da der Zeitreisende im Falle der Zeitreise-Reinkarnation die eigentliche Zeitreise ohne seinen Körper macht, sich absolut nicht darüber bewusst ist, dass er überhaupt so etwas wie eine Zeitreise gemacht hat, und vor allem auch darum, weil er am zeitlichen Ziel- Ort einen neuen und damit anderen Körper annimmt, erkennt er das eigene jüngere oder ältere Ich (also die eigene Seele) in den anderen Körpern natürlich erst recht nicht ...
Da wir in jeder neuen Inkarnation außer einem anderen Körper auch noch andere Wesenszüge entwickeln, bliebe zur Wiedererkennung also nur die Seele selbst, die ja in unseren verschiedenen Leben immer die selbe ist (wobei sie sich allerdings auch weiter entwickelt).
Würden wir die Seelen unserer Mitmenschen ebenso gut sehen können wie deren Körper, ja dann könnten wir uns vielleicht erkennen, wenn wir uns selbst in verschiedenen Körpern begegnen!
Da wir aber hauptsächlich oberflächlich, bzw. äußerlich wahrnehmen, halten wir normalerweise jeden anderen Körper um uns herum für ein fremdes Wesen!
Was nun aber das Wort fremd wirklich bedeutet, ist den meisten von uns längst nicht so klar, wie wir es in der Regel und ohne weiter darüber nachzudenken, meinen.
Ursprünglich (Herkunftswörterbuch) liegt dem Wort fremd das Adverb fram zugrunde.
Dies bedeutete: vorwärts, weiter;
und auch noch: von (etwas) weg!
Ist da nicht auch schon der Gedanke der Reinkarnation beinhaltet...?
Aus dieser Grundbedeutung entwickelte sich dann zunächst das Wort fremede.
Dies bedeutete erst: entfernt,
und später dann: unbekannt, unvertraut.
Diese Wortbedeutung (unbekannt, unvertraut) ist bis heute geblieben, während sich aus dem ursprünglichen Wort fremede das heute bekannte fremd entwickelte.
· Unsere Freunde sind uns nicht fremd, wenn wir sie mit Menschen vergleichen, mit denen wir noch kein einziges Wort gewechselt haben.
· Darüber hinaus sind alle Menschen gleicher Nationalität nicht fremd, wenn wir an Menschen aus anderen Ländern mit anderen Sitten und anderen Sprachen denken.
· Weiterhin sind alle Lebewesen der Erde nicht fremd, wenn wir nur einmal an außerirdisches Leben denken.
Und dennoch
Ja, dennoch scheint uns andererseits irgendwie alles als fremd, was sich außerhalb unserer eigenen Hauthülle befindet!
Wie ist das aber diesbezüglich dann mit der Nahrungsaufnahme und mit solchen Dingen wie Fingernägel und Haare schneiden?
· Erst ist die Nahrung außerhalb unserer Hauthülle, also fremd, dann aber, nach dem Essen, ist sie plötzlich innerhalb unserer Hauthülle, also ein kleiner Teil unseres Ichs?
· Gehören nicht auch unsere Haare und Fingernägel zu unserem Ich? Zieht sich unser Ich aus den abgeschnittenen Haaren und Fingernägeln einfach zurück?
· Wie viele Teile des Körpers können amputiert werden, ohne das Ich zu schmälern?
· Ist ein fremder Körper auch dann noch fremd, nachdem ihm beispielsweise eine unserer Nieren ein transplantiert wurde?
Es wird erkennbar, dass es scheinbar gar keine feste Definition für fremd geben kann.
Es sieht fast so aus, als würde sogar unser eigener Körper zu der uns umgebenden fremden Welt gehören...
Bleibt dann am Ende womöglich nur unsere eigene Seele übrig, die nie fremd ist?
Doch diese letzte Bastion von echter Fremdheit nämlich die fremden (anderen!) Seelen diese letzte Festung der Fremdheit kommt nun auch noch ins wanken, wenn auch nur einer unserer Mitmenschen eine vorherige, oder weitere Inkarnation unserer eigenen Seele wäre!
Nehmen wir doch nur einmal an, wir würden tatsächlich einer anderen Verkörperung unserer eigenen Seele begegnen, und wir wüssten dies dann auch mit hundertprozentiger Sicherheit.
· Was fühlen wir denn bei so einer Vorstellung?
· Wie würden wir uns in einem solchen Fall verhalten?
· Wäre dieser spezielle andere Mensch, der dann also eine Verkörperung unserer eigenen Seele ist, wäre dieser Mensch dann nicht vielleicht irgendwie wichtiger für uns? Wichtiger als solche Menschen, deren Seelen von der unsrigen verschieden, also fremd sind?
· Wenn es solche parallel mit uns zusammen lebenden Verkörperungen unserer eigenen Seele gäbe, wäre es uns dann nicht auch ziemlich wichtig für uns, dass wir diese auch treffen und kennen lernen können?
· Wie könnten wir diese Begegnungen herbeiführen?
· Oder finden diese Begegnungen etwa unbemerkt und viel häufiger statt, als wir es uns auch nur im Entferntesten vorstellen können?
Gehen wir doch also einfach einmal weiter auf dieser interessanten Gedankenreise.