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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Liebeserklärung an Afrika, 21. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jenseits von Afrika (Taschenbuch)
Das Buch - ein Stück Autobiographie von Karen Blixen (die in Deutschland eigenartigerweise unter dem Namen Tania erschienen ist) - ist ganz anders als der gleichnamige Film. Die Liebesaffaire mit Dennis Finch-Hatton, die im Film eine so große Rolle spielt, wird in dem Buch allenfalls mit zwei, drei Nebenbemerkungen angedeutet. Dennoch ist das Buch eine Liebeserklärung: nämlich an Afrika, genauer gesagt, an Kenia, wo Karen Blixen nach der Trennung von ihrem unzuverlässigen Gatten ein paar Meilen nördlich von Nairobi eine Kaffeeplantage bewirtschaftet hat. Was finden wir in dem Buch: Die Geschichte von Kamante und Lulu, vom Kikuyujungen Kamante, den sie überzeugt, seine Hautkrankheit behandeln zu lassen und der ihr treuer Diener wird, sowie vom Antilopenkitz Lulu, das sie auf ihrer Farm aufzieht und das ihr ebenfalls die Treue bewahrt. Weiter erzählt sie von einem tödlichen Unfall mit einer Schrotflinte und den sich daraus ergebenden Komplikationen, aus denen das Rechtsdenken der Afrikaner gut abzulesen ist. Sie erzählt vom Leben der Weißen in Kenia - Frauen wie ihr, die auf den Farmen ihren "Mann stehen", weil die Männer dazu nicht in der Lage sind, aber auch von Jägern und Abenteurern, zu denen auch Finch-Hatton zählt. Sie erzählt von Safaris, Begegnungen mit Löwen, dem Erlebnis, über die Savanne zu fliegen, dem Grab Finch-Hattons in den Ngong-Hügeln. Und sie erzählt natürlich - eher lakonisch - von den Schwierigkeiten, eine Farm zu betreiben, wenn die Weltmarktpreise für Kaffee fallen, von ihrem Konkurs, von ihrem Abschied von ihrem geliebten Afrika. "Jenseits von Afrika" ist eine warmherzige und sensible Schilderung des Landes und seiner Menschen aus der Sicht einer ungewöhnlichen, einer starken Frau. Karen Blixen ist in Nairobi, das sich längst bis zu den Ngong-Hügeln ausgebreitet hat, unsterblich geworden. Ein ganzer Stadtteil und eine Schule tragen ihren Namen: Karen. Ihr Farmhaus in Kenia und das Haus, in dem sie den Rest ihres Lebens in Dänemark, etwas nördlich von Kopenhagen, verbracht hat, können heute besichtigt werden. Aber wer den Geist jener Pioniertage in Ostafrika spüren will, der sollte das Buch lesen.
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erinnerungen an ein verlorenes Paradies, 29. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Jenseits von Afrika (Taschenbuch)
Ihr Erinnerungsbuch an ihre Zeit in Kenya hat Tania Blixen nicht unmittelbar nach ihrem langjährigen Afrikaaufenthalt geschrieben, sondern erst Jahre später, als sie längst schon wieder in Dänemark lebte. Man darf also keinen dokumentarischen Erlebnisbericht erwarten oder gar einen Roman, der dem Film entspricht. Tania Blixen erinnert sich sowohl aus zeitlicher als auch aus räumlicher Entfernung zurück, blickt dabei wie aus der Vogelperspektive auf die Geschehnisse herab und pickt gezielt die für sie auch nachträglich relevanten Ereignisse und Gedanken heraus, mögen sie objektiv betrachtet auch noch so unbedeutend erscheinen. Besonders deutlich wird dies im Kapitel „Lose Blätter", worin sie sich nicht miteinander in Zusammenhang stehenden Themen widmet (z.B. „Farah und der Kaufmann von Venedig" oder „Glühwürmchen"). Andere Dinge hingegen erwähnt sie ganz bewußt nur am Rande, wie z.B. ihre Beziehung zu Denys Finch-Hatton, welche im Film das Hauptthema ist, oder die Probleme mit der Kaffeanbau und den verärgerten Aktionären in der Heimat. Ihr Hauptaugenmerk gilt der Beschreibung - sogar schon der romantischen Verklärung und Idealisierung - der afrikanischen Landschaft, und der Afrikaner. Im gesellschaftlichen Konflikt zwischen Aristokratie und Bourgeoisie aufgewachsen ist Tania Blixen geneigt, Afrika und den Afrikanern, sogar dem Gazellenbaby „Lulu", paradiesische bzw. aristokratische Attribute zuzuweisen. Doch gerade diese Idealisierung unterstreicht, wie sehr Tania Blixen das Land und seine Menschen geachtet hat - im Gegensatz zu vielen anderen Weißen während der Kolonialzeit. Ihr Ausspruch „Hier bin ich, wo ich sein sollte" gewinnt dadurch an Substanz und Aussagekraft und es ist leicht nachzuempfinden, wie schwer der Verlust dieses Paradieses für sie gewogen haben muß, als sie Afrika verlassen mußte. Ein sehr schönes Buch, besonders wenn man selbst einmal in Kenya war bzw. sich für Afrika interessiert. Wer sich ein realistischeres Bild von Tania Blixens Zeit in Kenya machen möchte, der sollte ihre „Briefe aus Afrika" lesen, die eine sehr gute Ergänzung sind und mehr Einblicke in den Farmalltag bringen.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Afrika unserer Träume, 2. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jenseits von Afrika (Taschenbuch)
Sicher ist dieses Buch nicht unschuldig am Afrika Boom....Das Afrika das hier - in grossartiger Sprache - beschrieben wird gibt es nicht mehr. Das Afrika der Kolonialzeit; die Zeit der weissen Farmer, die auf ihren riesigen Ländereien herrschten. Die Zeit der Grosswildjägern, als die grossen Herden noch über das unendlich weite Land zogen und Afrika das Paradies zu sein schien. Tanja Blixen ist eine Zauberin. So wie sie einst die Männer am Kamin mit ihre Geschichten faszinierte, so fasziniert sie auch den Leser. Sie wird in jedem die Sehnsucht wecken, ihr Afrika zu suchen oder wenigstens für immer davon zu träumen. Ein grossartiges, bewegendes und sehr poetisches Buch!!
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