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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
aufwühlende Bilder, die haften bleiben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Jenseits aller Grenzen (DVD)
Dies ist ein Film, dessen Bilder man nicht so schnell verdrängen kann. Obwohl alle Schauplätze nachgestellt wurden, kamen sie mir völlig authentisch vor. Ich hatte mehr das Gefühl, eine Reportage zu sehen als einen Film.Der Film an sich ist in einer Art Doppel-Helix aufgebaut: England - Äthiopien - England - Kambodscha - England - Tschetschenien - England. Die beiden Protagonisten begegnen sich nur sehr selten, aber in entscheidenden Abschnitten ihres Lebens. Die beiden Biographien, die so nah und doch so fern nebeneinander herlaufen, wirken wie zwei ineinander verschlungene Spiralen. Der idealistische Arzt und Flüchtlingshelfer Nick Callahan (Clive Owen), Gründer und Leiter von Flüchtlingslagern, stellt das Schicksal seiner Notleidenden soweit in den Vordergrund, dass das Übertreten der Gesetze ihm verzeihlich erscheint. Doch diese Entscheidung für die Opfer und gegen die eigenen Bedenken lässt den Flüchtlingshelfer im Laufe der Jahre in einem Sumpf tragischer Verstrickungen versinken, denen im Verlauf des Filmes seine besten Freunde zum Opfer fallen. Die naive jung-verheiratete Sarah Jordan (Angelina Jolie) wird von der Leidenschaft des Arztes, der die Society bei ihrer Spenden-Gala zu stören wagt, um für sein dem finanziellen Ende nahes Flüchtlingscamp weitere Mittel zu fordern, so sehr beeindruckt, dass sie mit eigenen Geld einen Hilfsmittel-Transport organisiert und nach Äthiopien begleitet. Für Sarah war bereits Nicks Einbruch in den Hotel-Tanzsaal lebensverändernd, für Nick beginnt Sarah erst im Äthiopischen Lager aus der Masse der wohlmeinenden Wohlstandsbürger herauszutreten, und zwar durch ihren nimmermüden Einsatz für zwei von ihm per Triage als aussichtslos definierte Fälle. Um dem Film nicht vorzugreifen, beende ich hier die Nacherzählung. Aber als Zusammenfassung möchte ich noch sagen, dass für mein Empfinden die Lebens-Spirale Sarahs aufwärts verläuft, während Nicks Spirale abwärts verläuft. Daher wird Sarah gleich Orpheus versuchen, Nick aus der "Unterwelt" zu befreien. Und erst am Ende des Films wird klar, wie weit auf dieses Ende bereits von den Episoden davor Schatten voraus geworfen wurden. Für mich ist dies ein äußerst intensiver, schmerzhaft berührender Film, dessen Episoden wie Akte eines Theaterstücks aufeinander aufbauen. Die Entscheidungen Nicks führen ihn (und uns) aus einem sonnendurchgluteten Wüstenlager durch eine tropisch-feuchte Dorf-Station in das hoffnungslos graue Tschetschenien, dessen vereiste Landschaft wiederum seinem Seelenzustand entspricht. Während Clive Owen den Arzt mit beeindruckender Intensität spielt kommt mir Angelina Jolies Sarah etwas zu 'porentief rein' und 'makellos schön' vor. Ihre Schmerzen, Ängste und Hoffnungen habe mich bei weitem nicht so tief berührt wie die von Owens Nick. Weil aber der ganze Film eigentlich Sarahs Geschichte ist, leidet der Film etwas daran, dass Sarahs Darstellung etwas zu oberflächlich bleibt. Diese Figur ist einfach zu 'gut' (körperliche Erscheinung und moralische Makellosigkeit) um wahr zu sein. Beispielsweise kann ich Angelina Jolie die aufräumende Mutter kaum abnehmen. Auch der Ehekonflikt bleibt von Jolies Seite aus blass. Dennoch, da Sarahs Figur vom Skript und von der Film-Atmosphäre her ausreichend getragen wird, bleibt Sarah glaubwürdig. Zudem ist Jolies emotionales Engagement für die Notleidenden deutlich sichtbar und trägt die Figur Sarah in großen Teilen des Films. Das Wichtigste dieses Films ist für mich, die Erinnerung an jene Menschen wach zu halten, die an unserer Statt den Notleidenden der Welt helfen, während wir zu Hause vor dem Fernseher sitzen. Zwar können nicht alle Menschen Entwicklungshelfer oder Ärzte werden, dennoch bin ich allen Menschen dankbar, die diesen Idealismus und Mut aufbringen, ihr Leben in den Dienst am Nächsten zu stellen. Ihre Konflikte und Ängste, ihre Durchhaltekraft und Einsatzbereitschaft werden hier überzeugend dargestellt. Dies ist ein Film für Leute, die nicht nur Unterhaltung suchen, sondern die auch akzeptieren können, dass das Leben normalerweise schwerer zu bewältigen ist als Hollywoods Happy-Ends uns hoffen lassen. Entscheidungen, die wir treffen, können Auswirkungen auf das Leben von vielen anderen haben. Dies ist die sowohl Angst als auch Hoffnung erzeugende Botschaft dieses Films. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aufrüttelnd,
Von
Rezension bezieht sich auf: Jenseits aller Grenzen (DVD)
Angelina Jolie als UN-Mitarbeiterin die entdeckt, dass es einen großen Unterschied zwischen der vom Schreibtisch organisierten Hilfe für arme Menschen und dem tatsächlich vor Ort sein gibt und Clive Owen, als permanenter Helfer in den Krisenregionen dieser Welt wie Äthiopien, Kambodscha oder Tschetschenien, der um humanitär helfen zu können auch im Zweifelsfall zu krummen Geschäften bereit ist, solange sie seinem Ziel Menschen zu helfen entgegenkommen, bilden in diesem Film ein grandioses Gespann.Der Film muß im Kino irgendwie an mir vorbeigegangen sein. Im Jahr 2003 gedreht, hebt er die Stärken der beiden Hauptdarsteller perfekt hervor. Angelina Jolie als Ehefrau und Mutter, die in ihrem tiefsten Innern aber aus dem geregelten Londoner Leben ausbrechen möchte, um tatsächlich helfen zu können. Clive Owen als kein Blatt vor den Mund nehmender, knallhart realistischer Kämpfer für das Gute auf dieser Welt. Unbedingt anschauen - im Vergleich zu einigen anderen Filmen der beiden Darsteller, zeigen sie hier wirklich was in ihnen steckt, verbunden mit einem Thema das ans Herz geht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Mal ehrlich!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Jenseits aller Grenzen (DVD)
Angelina Jolie ist ohne Zweifel engagiert in Sachen Charity. Selbstredend würde sie ohne ihre Prominenz und ohne ihre professionelle Öffentlichkeitsarbeit nicht diese Summen bewegen können. Es fragt sich aber, ob ein Hollywood-Spielfilm über Hilfsaktionen gegen Hunger edlen Zwecken dient, oder ob nicht eine fatale Wirkung davon ausgeht, ob es die Beteiligten nun beabsichtig haben oder nicht.Der hübsche Engel ist eine sehr, sehr attraktive Frau. Sie wirkt sehr, sehr gesund, repräsentiert auch irgendwie den amerikanischen Traum. Sie steht also aufrecht und strahlend zwischen hungernden Kindern in einem Bilderbuch-Lager "wunderschön" herum wie die Sphinx in der Wüste, während täglich 30 Verreckte im Sand verscharrt werden müssen. Da ist dann noch dieser sonnengebräunte Arzt. Welche Frau würde nicht gerne mit Clive Owen - wie sagen unsere amerikanischen Freunde? - "ausgehen"? Er operiert im Hunger-Sterbelager am offenen Herzen zwischen Fliegen und Müll ohne Narkose, während die zarten Bande mit der "Korn-für-4-Tage"-Spenderin geknüpft werden. Das sind die Bilder, die dieser Film transportiert: Amerikanische Helden, die dort helfen, wo es sonst keiner mehr schafft. Wo allerdings, man vergebe mir das Ankratzen des strahlenden Images, auch niemand helfen müsste, wenn die Ausbeutung und Zerstörung der betroffenen Länder nicht seit Jahrzehnten unter maßgeblicher amerikanischer Führung erfolgt wäre - und inzwischen vielleicht ein Maß erreicht hat, bei dem wirklich jede Hilfe zu spät kommt. Wäre da Scham nicht vielleicht angebrachter als schöne Bilder von schönen Amerikanern ausgerechnet als Retter und Helfer? Regisseur Martin Campbell bemüht sich zwar eingangs, die Peinlichkeit einer luxuriösen Spendengala aufzuzeigen - was er aber anscheinend völlig ignoriert, ist der eigene gnadenlose Zynismus, auf dem Boden dieses unsäglichen Leidens einen Hochglanz-Hollywoodstreifen zu produzieren. Angelina Jolie mag als Privatperson helfen, soviel sie kann - was wäre daran schon auszusetzen. Viele Prominente engagieren sich, der eine wirkungsvoller, der andere öffentlichkeitswirksamer - alles besser, als gar nichts zu tun. Aber die Verknüpfung ihres Engagements mit einem Film, der die Ursachen des Leidens verschweigt und damit letztendlich rechtfertig, ist bedenklich und vermutlich auch kontraproduktiv. Es scheint auch äußerst bequem, immer dem CIA oder anderen Geheimdiensten den schwarzen Peter zuzuschieben. Denn dass ein Auslandsgeheimdienst nur ein Werkzeug der Gesellschaft, die ihn bezahlt, darstellt und damit nicht entschuldigend für eine Nation wirken kann, sondern im Gegenteil die Verantwortung des Souveräns beweist, dessen sollte man sich bewusst sein. Steht es uns Industrienationen zu, triefige Dramen mit dem Elend zu füllen, welches wir durch unsere Kolonialpolitik, unsere Ausbeuterpolitik, unseren Rohstoff-Diebstahl, unsere Missioniererei, unsere Waffenlieferungen und unsere angebliche Entwicklungshilfe überhaupt erst in Gang gesetzt und eskaliert haben? Darauf kann es ja wohl nur eine einzige anständige Antwort geben: NEIN. Hollywood-Romanze & Polit-Thriller im Hunger-Sterbelager? NEIN. film-jury 1* A0136 9.5.2010e 13A Genre: Abenteuer | Drama | Romanze | Krieg Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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