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Jenseits des Zufalls: Wir Menschen im einsamen Universum
 
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Jenseits des Zufalls: Wir Menschen im einsamen Universum [Gebundene Ausgabe]

Simon Conway Morris
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

'Jenseits des Zufalls' ist eine gigantische Spekulation, die Naturwissenschaft letztlich mit Theologie versöhnen will - und ein überaus packender Durchgang durch die Geschichte der belebten Natur. (…)Morris' naturgeschichtliche Untersuchung… überzeugt durch Sachkundigkeit, Stilistik und Humor. Man wird hineingerissen in die Arena der Evolution, durchschweift von simplen Kohlenstoff-Verbindungen über die Photosynthese bis zum Werkzeuggebrauch der neukaledonischen Geradschnabelkrähe die Erdgeschichte und erlebt viel Abenteuerliches, Erstaunliches, Wunderbares. Das heißt, man profitiert von der Lektüre von 'Jenseits des Zufalls' enorm… (DeutschlandRadio Kultur; 10. April 2008)

Morris' Buch ist amüsant, voller Anekdoten und ein wunderbarer Lesestoff. Und wenn man etwas den Werkzeuggebrauch der neukaledonischen Geradschnabelkrähe gelesen hat, sieht man seine eigene Zange im Werkzeugkasten mit ganz anderen Augen. (Deutschlandfunk; 15. Juni 2008)

Sehr schlaues und hervorragend geschriebenes Buch. (die tageszeitung; 30. April 2008)

Kurzbeschreibung

Temperamentvoll belegt Morris, daß die Entstehung von Leben unvermeidlich zu intelligenten Lebewesen führt: 'Wir sind eingeschrieben in die Gesetze des Universums'.

Das Leben filtert die optimalen Lösungen so heraus, dass auch die unterschiedlichsten biologischen Organisationen bei der jeweils gleichen Lösung zu einer besonderen Notwendigkeit gelangen. Eines der bekannten und verblüffenden Beispiele ist die Ähnlichkeit des Kameraauges bei Tintenfisch und Mensch. Und ist es nicht inspirierend, dass selbst bei Außerirdischen sehr ähnliche Baupläne aufweisbar sein müssten?

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Viele Biologen und Geisteswissenschaftler wissen noch heute nur TEILHARD DE CHARDIN zu nennen, wenn es darum geht, Menschen zu nennen, die die Zielgerichtetheit der Evolution vertreten haben oder vertreten. Sie sollten ihr Wissen möglichst bald aktualisieren und sich mit diesem Buch von Simon Conway Morris möglichst gründlich auseinandersetzen. Die deutsche Übersetzung erleichtert das nun - dankenswerterweise. Denn Teilhard de Chardin hat seine These nun wirklich nicht sehr "fachwissenschaftlich" und anhand von fachwissenschaftlicher Forschungsliteratur vertreten. - Ganz im Gegensatz zu - Conway Morris!

Die Kernthese dieses neuen Buches kommt im originalen englischen Untertitel am deutlichsten zum Ausdruck: "Inevitable humans in a lonely universe". (Warum wurde es für die deutsche Ausgabe nicht wörtlich übersetzt? Dann wüßte auch der deutsche Leser gleich besser, worum es eigentlich geht.)

Es handelt sich - für philosophisch ungebildete Menschen, die alles, was über Naturwissenschaft hinausgeht, leicht zu Kreationismus erklären, sei das betont - zunächst einmal mehr um das Erschließen philosophischer denn um das Erschließen rein naturwissenschaftlicher Erkenntnispotentiale. Aber das Buch kann auch aus rein naturwissenschaftlicher Sicht auf viele, neu zu erschließende, rein naturwissenschaftliche Erkenntnispotentiale aufmerksam machen.

Beiderlei Arten von Erkenntnispotentialen liegen in der Fülle der evolutionärer Konvergenzen, die Conway Morris erstmals auf allen Ebenen des biologischen Seins - von den Molekülen bis zu arbeitsteiligen Tier- und Menschen-Gesellschaften - in der Evolution aufgezeigt. Und zwar in der Fülle, in der sie bis zum Jahr 2003 erforscht worden sind. Das ist ein ganz anderer Stand als - etwa - der Stand von 1960.

Das Buch ist darum zweierlei. Es ist zum einen EIN PHILOSOPHISCHES BUCH nur allein mit naturwissenschaftlichen Tatsachen geschrieben. Möglicherweise ein Novum in der menschlichen Geistesgeschichte überhaupt. Denn es geschah dies entlang einer unglaublich reichhaltigen, wie gesagt aktuellen naturwissenschaftlichen Forschungsliteratur (siehe allein hundert Seiten Literatur-Angaben).

Zum anderen kann es auch als REIN NATURWISSENSCHAFTLICHES BUCH gelesen werden, weil es erstmals den Blick umfassender auf die schlichte biologische Tatsache des vielfältigen Vorommens evolutionärer Konvergenzen lenkt, und damit auf die Frage nach ihren biologischen Ursachen und nach ihren Erkenntnispotentialen bezüglich der evolutionären Entstehungsbedingungen der jeweils hier konvergent evoluierten Eigenschaften.

Allerdings zählt Conway Morris evolutionäre Konvergenzen nur auf, wirft sie dem Leser fast "ungeordnet" vor die Füße. Das heißt, er gibt selbst noch keinen umfassenderen Vorschlag zu einer Theorie evolutionärer Konvergenzen. Das dürfte sich als einer der berechtigteren Haupteinwände gegen dieses Buch herausstellen.

Aber das Verdienst von Conway Morris bleibt auch so schon riesig, da er ein ganz neues Forschungsgebiet erschlossen hat. Es handelt sich allein aufgrund der umfassenden Sichtung der Forschungsliteratur um ein sehr anspruchsvoll zu lesendes Buch, das nicht schnell "durchflogen" werden kann. Es liest sich also nicht so "obenhin" wie ein Teilhard des Chardin. Sondern man muß es sich erarbeiten. Es muß mit hoher Konzentration gelesen werden. Aber angesichts des Revolutionären der vertretenen (philosophischen) These dürfte sich der Aufwand lohnen.

(Die deutsche Übersetzung scheint zwar hervorragend zu sein. Leider sind aber einige vordere, grundlegendere Kapitel nicht übersetzt worden, wodurch beim deutschen Leser ein falscher Eindruck entstehen könnte. Davor sei gewarnt, denn diese Kapitel sind grundlegend für die Überzeugungskraft der in diesem Buch insgesamt vertretenen philosophischen und naturwissenschaftlichen These.)

Nun noch einige, vielleicht weniger wichtigen Zusatzbemerkungen:

1. RICHARD DAWKINS hat das Buch sehr positiv besprochen. Das sei insbesondere deshalb betont, weil Conway Morris von atheistischen Biologen oft angegriffen wird (bspw. von PZ Myers). Es geschah dies in Dawkins' ebenfalls sehr lesenwertem Buch "Ancestor's Tale", das im Oktober auf deutsch erscheinen wird (unter dem Titel "Geschichten vom Ursprung des Lebens"). Dort im letzten Kapitel.

2. Es empfiehlt sich, das Buch von Conway Morris zusammen zu lesen mit den Büchern "Einsame Erde" ("Rare Earth") von PETER WARD und DONALD BROWNLEE, sowie "The Priviledged Planet" von dem amerikanischen Astrophysiker GUILLERMO GONZALEZ. Beide Bücher führen die Thesen von Conway Morris auf anderen Gebieten in zum Teil ganz erstaunlicher Weise weiter.

3. Auch empfiehlt es sich, "The Crucible of Creation" von Conway Morris, das dem hier besprochenen Buch voraufging, zu lesen, weil man in ihm die Entstehung der neuen These von Conway Morris verfolgen kann.

4. Es geschah dies in Auseinandersetzung mit dem bekannten Werk von STEPHEN JAY GOULD "Zufall Mensch", das wiederum zuvor in Auseinandersetzung mit den neuen Forschungen des Paläontologen Conway Morris über die Tierwelt des Präkambrium entstanden war.

Die neue These entstand also, das sollte damit aufgezeigt werden, keineswegs im "luftleeren Raum" oder ist in einem solchen angesiedelt, sondern entstand - vielleicht ebenfalls früher oder später "unvermeidlich", mit "Notwendigkeit" - aus tief in der Sache gegründeten fachwissenschaftlichen Diskussionen heraus.

Viele, vielleicht sogar die meisten Natur- und Geisteswissenschaftler haben noch gar nicht verstanden, daß man grundlegendste philosophische Themen, die das menschliche Selbstverständnis an sich betreffen, allein anhand von naturwissenschaftlichen Tatsachen behandeln kann, OHNE damit in unseriösen Theologie-geleiteten "Kreationismus" zu verfallen. Man wird vielleicht demgegenüber das gewohnte, rein geisteswissenschaftliche Behandeln von philosophischen Themen künftig als ebenso unseriös beurteilen wie heute schon den Theologie-geleiteten Kreationismus.

Die vielen Menschen jedenfalls heute immer noch so liebenswert erscheinende Trennung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften (in zwei separate "Magisteria") wird einmal weniger künftig aufrechtzuerhalten sein. Hierin liegt das eigentlich Revolutionäre auch dieses neuen Buches.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die Biologen unter sich, das ist eine eigene Geschichte. Da prallen Welten in fast kriegerischer Manier zusammen; insbesondere die Paläontologen liefern sich regelrechte intellektuelle Gefechte. Der sowohl brillante wie bekannte Biologe Jay Gould behauptet wie so mancher eingefleischte Darwinist, dass die Evolution rein zufallsbestimmt sei. Simon Morris schrieb nun ein umfangreiches Buch, das genau diese Behauptung widerlegen soll und zeigen möchte, dass sich intelligente Formen nach gewissen optimalen Gesetzmässigkeiten und vor allem aber konvergent und nicht zufällig entwickeln. Nach ihm würden sich mit den gleichen Voraussetzungen wie vor 4.5 Milliarden Jahren wieder sehr ähnliche Formen entwickeln, wie sie heute eben existieren. Dafür holt er - rhetorisch durchaus begabt - weit, weit aus, er beweist und dokumentiert dies in unzähligen Beispielen, Grafiken, Skizzen und Zitaten (der Anhang beträgt über 100 Seiten!). Auf den letzten paar Seiten dann kommt er auf Gott zu sprechen und sagt endlich das, was ihm wohl schon die ganze Zeit auf der Zunge brannte: 'Da also die Evolution ein denkendes Wesen mit einem Sinnempfinden hervorgebracht hat, ist es sinnvoll, die Deutungsansprüche der Theologie ernst zu nehmen. In den letzten Jahren ist das Interesse an den Verbindungen, vielleicht sogar der Aussöhnung zwischen der naturwissenschaftlichen Weltsicht und dem religiösen Instinkt wieder aufgelebt. Vieles, was da diskutiert wird, ist noch vage und zaghaft, und es ist nach wie vor erschreckend schwierig, überhaupt eine gemeinsame Sprache zu finden, aber der Aufwand lohnt sich. Meiner Meinung nach ist dies unsere einzige Chance.'
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe S.C. Morris einmal bei einem Vortrag erlebt, und er ist ein etwas dröger, autistischer Typ, was man diesem Buch nicht unbedingt anmerkt. Sein Thema hier: Wie die Evolution in verschiedenen Tierstämmen immer wieder ähnliche Lösungen hervorgebracht hat; auch die Entwicklung hin zu höherer Intelligenz sei nicht nur auf den Menschen beschränkt sondern allgemein verbreitet, so daß früher oder später sich irgendwo menschenähnliche Intelligenz entwickeln mußte. Dies ist alles unstreitig und erklärt sich aus den immer wieder ähnlichen Aufgaben und Prüfungen, die sich Tiere seit ihrer Enstehung auf der Erde gegenübersehen. Seine Stärken hat das Buch in der umfangreichen Materialsammlung zur konvergenten Evolution, die ein wunderbares, wenn auch etwas ungeordnetes Tier-Naturpanorama entwirft. Schwach finde ich den Versuch des erklärten Christen Morris, hieraus zu schließen, daß die Entwicklung intelligenten Lebens demzufolge bereits im Urknall "beabsichtigt" gewesen sein müsse. (!) Mit diesen mystizistischen Spekulationen bewegen wir uns auf der Ebene mittelalterlicher Gottesbeweise, die alle sehr logisch klingen jedoch in ihren Zirkelschlüssen nur diejenigen überzeugen können, die es bereits sind. Morris' konkrete Indizien für den Schöpfer-Urknall mit Ziel "Mensch" sind peinlich mager. Gegenindizien (die Lebensfeindlichkeit weiter Teile des Kosmos, den sehr späten Zeitpunkt, an dem selbst auf der lebensfreundlichen Erde tierisches Leben entstand) nimmt er wie die Kreationisten vom Schlage "Intelligent Design" nicht zur Kenntnis. Ich würde zögern, das Buch Schülern zu empfehlen.
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