Produktinformation
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Teil des Szenebildes sind auch die starallürenfreien Blumfeld. Und sie sind ein Sinnbild des Wandels. Mit Ich-Maschine und L'Etat Et Moi lieferten Sänger und Songschreiber Jochen Distelmeyer plus Band zwei etwas schrammelige, wunderbare Gitarrenrockplatten samt komplex gedrechselter Wortmassen ab. Dann kam mit Old Nobody der Wechsel in die Pop-Welt, der nach Testament der Angst mit dem fünften Blumfeld-Album Jenseits von Jedem seinen neuerlichen Höhepunkt erfährt.
So mancher auf der Seite der Roten Flora reibt wieder verwundert (entsetzt?) die Augen und hält die Stellung, drüben auf der Piazza aber sitzen schon lange die neuen Anhänger. Blumfeld haben ihr Fan-Lager schon lange gespalten, zu großen Teilen ausgetauscht und trotz des Wechsels zur Plattenindustrie doch kaum an Credibility verloren. Jenseits von Jedem wird daran rein gar nichts ändern, der Graben zwischen Blumfeld 1 und den Blumfeld 2 ist allerdings noch größer geworden.
Distelmeyer singt und spielt Gitarre so gut wie selten, Trommler Andre Rattay und Bassist/Keyboarder Michael Mühlhaus (Peter Thiessen ist wegen der Doppelbelastung mit Kante ausgestiegen) folgen ihm bereitwillig. Zu einem Tempo, das bestens zu einer sonntäglichen Ausfahrt ins Grüne passt, zu semiakustischem Gitarren-Pop plus Bläsern singt Jochen erstaunlich positive Lieder zwischen Schlauheit ("Armer Irrer") und Schlaumeierei ("Jugend von heute").
Im ganzen Land, von SPEX bis Intro werden sie alle Jenseits von Jedem loben, kaum jemand traut sich mit Mähdrescher und Pflug aufs artengeschützte Blumfeld. Ein paar Verwegene werden wohl maulen: Hat was von Reinhard Mey, ist sehr schöne, aber langweilige Musik, um dann wehmütig die ersten beiden Platten aus dem Regal zu ziehen. Immerhin hat diese weiterhin wichtige Gruppe zwei Lager zufrieden gemacht. Das ist doch auch was. --Sven Niechziol
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Wärend ich früher dachte, man wird Blumfeld in einem Atemzug mit den Neubauten, Can und Kraftwerk nennen, so glaube ich mittlerweile das dieses Free-mag mit ihrer Einschätzung nicht ganz unrecht haben wird. Da gibt's für mich (noch immer!) gar keine Diskussion, das Blumfeld das Beste darstellt, was heutzutage an deutschsprachiger (Pop)-Musik in Deutschland veröffentlicht wird.
Und das ist mittlerweile mein Problem: Eine Band muss kritisierbar bleiben. Sobald man gar nicht mehr anders kann, als zu lobhudeln, sollte man besser die Klappe halten. So bleibt mir als einziger Kritikpunkt einfach, dass man dazu verleitet werden könnte, bei "Armer Irrer" und "Krankheit als Weg" so leicht mit der Melodie mit zu summen, als wenn es sich um Fröhlich-Stücke handeln würde. Das ist dann aber echt schon das einzige.
Die Band klingt so gut wie nie, die Melodien einfach zum Niederknien, "Der Sturm" und "Wir sind frei" zeigen Größe, Distelmeyer übertrifft sich wiedermal selbst und wenn am Ende "Die Welt ist schön" zu Ende geht kann man gar nicht mehr anders, als wunschlos glücklich zurück zu fallen, und wieder auf Play zu drücken und sich berauschen zu lassen von der wichtigsten, schönsten und relevantesten Band, die Deutschland zur Zeit hat. Jetzt hab ich dann doch gelobhudelt...
Bei diesem Album kommt was bei rüber, ein guter Kauf, uneingeschränkt!
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