Die kleine Lara hat es nicht gerade leicht - in der Schule hinkt sie den Leistungen ihrer Mitschüler hinterher, die eigenen Eltern können die Defizite nicht ausgleichen - Vater und Mutter sind nämlich gehörlos... - Einzelkind Lara wächst somit von Kindesbeinen an in die Rolle der Vermittlerin zwischen gehörlosen Eltern, Verwandten, Bankberatern, Lehrern usw. hinein....
Caroline Link ist es gelungen u.a. den Abnabelungsprozess zwischen Eltern und Kind zu thematisieren, dieser nicht gerade konfliktfreie Prozess wird hier zudem verstärkt durch das spezielle Band der besonderen Abhängigkeit(en) zwischen behinderten Eltern und der von Handicaps verschonten Tochter, die über die Musik eine Welt entdeckt, in der ihre Eltern nicht folgen können.
Die Handlung nimmt den sicherlich schnell gefesselten Zuschauer mit in eine Welt, von der man als hörender Mensch nicht viel ahnt, in der man sich oft ganz andere Fragen stellt - so z.B. die, welches Geräusch der Sonnenuntergang wohl verursachen mag?
In welches Genre ist der Film denn nun einzuordnen? In die Schublade "Komödie" passt er beim besten Willen nicht und für eine Tragödie fehlt dem Film, per klassischer Definition einer Tragödie, schlicht der tragisch gescheiterte Held! Vielmehr entwickeln sich alle Protagonisten während der 112 Minuten Filmerlebnis, in durchaus unterschiedliche Richtungen, weiter.
Fazit:
Von Kitsch keine Spur, die Trändendrüsen werden nicht überstrapaziert und selbst die Tatsache, dass man der "älteren" Lara (gespielt von Sylvie Testud) ansieht, dass deren unverändert eingesetzte Mutter (gespielt von Emmanuelle Laborit) wenigstens gleichaltrig sein müsste, in Wirklichkeit ist Sylvie Testud sogar ein knappes Jahr älter, stört nur ganz kurz, kaum der Rede wert - was bleiben wird ist die Erinnerung an einen absolut sehenswerten Film!