"Jenseits des Sees" führt - nach den beiden Romanen "See-Leben I" und "Wechseljahre oder See-Leben II" - die Geschichte des Mannes fort, der den Versuch unternommen hatte, ein utopisches Leben so zu führen, als sei es die alltäglichste Realität. Er hat Mut, doch auch Angst vor diesem utopischen Leben in der Hütte am See, und davor, die Möglichkeiten eines individuell geführten Lebens auszuprobieren. Es finden seltsame, besondere Träume und Gespräche statt, mit den Sesshaften und den Vorüberziehenden, doch auch mit der Katze. Sie ist es auch, die den Erzähler davor warnt, über den See zu schwimmen. Doch er achtet nicht auf die Warnung; wenn das Buch "Jenseits des Sees" beginnt, ist er bereits ertrunken... Was nun geschieht, geschieht jenseits, im Reich der Toten, im "Terrain", doch auch im Diesseits, wenn ein Toter sein Terrain verlässt. Da gibt es Gespräche untereinander, die immerwährenden Geschichten, die verschwiegen werden oder erzählt, die Rückkehr zur Stätte eines vergangenen Lebens.
Mit gelungenen, eingestreuten Parabeln aufgelockert, fragt die Erzählung konsequent nach dem richtigen Leben. Es ist weiterhin der ungemein leichte Stil, der gefällt und zugleich ist da Tiefgang, denn den Mann am See kennt wohl jeder, nur spricht der eben aus, was nicht jeder sich auszusprechen traut. Diese Romanfortsetzung überzeugt und erregt, denn sie stellt unser aller Leben auch in Frage. Dem Autor gelingt mit der "Sicht der Dinge" nach dem Tode eine ungemein spannende Perspektive. Das Buch ist weiterhin Plädoyer für selbstgenügsames Glück im Bewusstsein der eigenen Endlichkeit. Ein Buch für Anspruchsvolle.