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Jenseits der Schatten: Roman - [Die Schatten-Trilogie 3] [Taschenbuch]

Brent Weeks , Hans Link
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

15. November 2010
Der fulminante Abschluss der spannenden Assassinen-Trilogie

Kylar Stern war der wahrscheinlich beste Assassine der Welt – bis er dem Töten für immer abschwor. Doch nun werden seine besonderen Talente wieder benötigt. Denn Kylars Heimat steht unter Belagerung, und die Hoffnung seiner Freunde ruht auf ihm genauso schwer wie das Vertrauen seines Königs. Ihm allein kann es jetzt noch gelingen, das Reich zu retten. Doch Kylars Plan ist selbstmörderisch und nahezu unmöglich durchzuführen – die Ermordung eines Gottes!


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Jenseits der Schatten: Roman - [Die Schatten-Trilogie 3] + Am Rande der Schatten: Roman - [Die Schatten-Trilogie 2] + Der Weg in die Schatten: Roman - [Die Schatten-Trilogie 1]
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 699 Seiten
  • Verlag: Blanvalet; Auflage: 1. (15. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442266300
  • ISBN-13: 978-3442266302
  • Originaltitel: Night Angel 03. Beyond the Shadows
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 14 x 5,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 8.221 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Brent Weeks betrachtete das Schreiben fantastischer Geschichten schon immer als seine Berufung, inzwischen ist es auch sein Beruf geworden. Brent Weeks lebt mit seiner Frau in Oregon.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Logan Gyre saß im blutigen Schlamm des Schlachtfeldes bei Pavvils Hain, als Terah Graesin zu ihm kam. Es war kaum eine Stunde her, dass sie die Khalidori vernichtend geschlagen hatten, als der monströse Ferali, der geschaffen worden war, um die cenarische Armee zu verschlingen, sich stattdessen gegen seine khalidori- schen Meister gewandt hatte. Logan hatte die Dinge befohlen, die ihm am dringlichsten erschienen waren, und dann all seine Leute entlassen, damit sie an den Feiern teilnehmen konnten, die im Lager der Cenarier abgehalten wurden.
Terah Graesin kam allein. Logan saß auf einem niedrigen Felsen, ohne den Schmutz ringsum zu beachten. Das feine Tuch seiner Kleider war so mit Blut und Schlimmerem besudelt, dass sie ohnehin nicht mehr brauchbar sein würden. Terahs Gewand dagegen war bis auf den unteren Saum makellos. Sie trug zwar hohe Schuhe, aber sie waren nicht hoch genug, um sie vor dem dicken Matsch zu schützen. Als sie Logan erreichte, blieb sie vor ihm stehen. Er erhob sich nicht.
Sie tat so, als bemerke sie es nicht. Er tat so, als bemerke er nicht, dass ihre Leibwache — die nicht vom Blut der Schlacht besudelt war — keine hundert Schritt entfernt hinter Bäumen versteckt Aufstellung genommen hatte. Es konnte nur einen Grund geben, weshalb Terah Graesin gekommen war: Sie fragte sich, ob sie noch Königin war.
Wenn Logan nicht so vollkommen erschöpft gewesen wäre, hätte ihn das Ganze erheitert. Terah war allein zu ihm gegangen, um Verwundbarkeit oder Furchtlosigkeit zu demonstrieren. »Ihr wart heute ein Held«, sagte Terah. »Ihr habt der Kreatur des Gottkönigs Einhalt geboten. Man sagt, Ihr hättet sie getötet.«
Logan schüttelte den Kopf. Er hatte auf den Ferali eingestochen, und der Gottkönig hatte die Kreatur daraufhin verlassen, aber andere hatten ihm ernstere Wunden zugefügt als er. Irgendetwas anderes hatte den Gottkönig aufgehalten, nicht er, Logan.
»Ihr habt ihr befohlen, unsere Feinde zu vernichten, und sie hat es getan. Ihr habt Cenaria gerettet.«
Logan zuckte die Achseln. Das schien alles schon lange her zu sein.
»Ich nehme an, die Frage ist«, fuhr Terah Graesin fort, »habt Ihr Cenaria für Euch selbst gerettet oder für uns alle?«
Logan spuckte ihr vor die Füße. »Verschont mich mit diesem Mist, Terah. Ihr denkt, Ihr könnt mit mir spielen? Ihr habt nichts anzubieten, nichts, mit dem Ihr drohen könnt. Wenn Ihr eine Frage an mich habt, dann zeigt wenigstens so viel Respekt und fragt einfach.«
Terahs Rücken versteifte sich, sie hob das Kinn, und eine ihrer Hände zuckte, aber dann hielt sie inne.
Das Zucken der Hand war Logan nicht entgangen. Wäre es, wenn sie die Hand gehoben hätte, für ihre Männer das Zeichen gewesen anzugreifen? Logan blickte an ihr vorbei in den Wald am Rand des Schlachtfeldes, aber das Erste, was er sah, waren nicht ihre Leute. Er sah seine eigenen. Agons Hunde — darunter zwei der erstaunlich begabten Bogenschützen, die Agon mit ymmurischen Bögen ausgerüstet und zu Hexenjägern gemacht hatte — hatten heimlich hinter Terahs Leibwachen Position bezogen. Beide Hexenjäger hatten Pfeile an die Sehnen gelegt, aber ihre
Bögen noch nicht gespannt. Beide Männer hatten offensichtlich darauf geachtet, sich so hinzustellen, dass Logan sie gut sehen konnte; von den übrigen Hunden war indessen keiner klar zu erkennen.
Einer der Jäger blickte abwechselnd zu Logan und einem Ziel im Wald. Logan folgte seinem Blick und entdeckte einen verborgenen Bogenschützen Terahs, der mit seinem Pfeil auf ihn zielte und auf Terahs Signal wartete. Der andere Hexenjäger hatte den Blick auf Terah Graesins Rücken gerichtet. Sie beide warteten auf ein Signal von Logan. Logan hätte wissen müssen, dass seine auf der Straße groß gewordenen Gefolgsleute ihn nicht allein lassen würden, wenn Terah Graesin in der Nähe war.
Er blickte Terah an. Sie war schlank, schön, mit herrischen grünen Augen, die Logan an die Augen seiner Mutter erinnerten. Terah glaubte, dass Logan nichts von ihren Leuten im Wald wusste. Sie dachte, dass Logan nicht wusste, dass sie am längeren Hebel saß. »Ihr habt mir heute Morgen unter nicht gerade idealen Umständen Gefolgschaft geschworen«, sagte Terah. »Habt Ihr vor, Euren Schwur zu halten, oder beabsichtigt Ihr, Euch selbst zum König zu machen?«
Sie brachte es offenbar nicht fertig, ihn direkt zu fragen. Es war ihr nicht gegeben, nicht einmal jetzt, da sie glaubte, Logan völlig in der Hand zu haben. Sie würde keine gute Königin sein.
Logan dachte, er hätte seine Entscheidung bereits getroffen, aber jetzt zögerte er. Er dachte daran, wie es gewesen war, im Loch machtlos zu sein, wie es sich angefühlt hatte, machtlos zu sein, als Jenine, seine frisch angetraute Frau, ermordet worden war. Dann rief er sich ins Gedächtnis, wie verstörend wunderbar es sich angefühlt hatte, Kylar zu befehlen, Gorkhy zu töten, und den Befehl dann befolgt zu sehen. Er fragte sich, ob es das gleiche Vergnügen sein würde, Terah Graesin sterben zu sehen. Mit einem Nicken in Richtung seiner Hexenjäger würde er es herausfinden können. Er würde sich nie wieder machtlos fühlen.
Sein Vater hatte einmal zu ihm gesagt: »Ein Eid ist das Maß des Mannes, der ihn ablegt.« Logan hatte gesehen, was passierte, wenn er das tat, was recht war, ganz gleich, wie dumm es ihm zur Zeit der Tat erschienen war. Das war es, was die Locher hinter ihn gebracht hatte. Das war es, was sein Leben gerettet hatte, als er im Fieber lag und kaum noch bei Bewusstsein gewesen war. Das war es, was Lilly — die Frau, aus der die Khalidori den Ferali gemacht hatten — dazu bewogen hatte, sich gegen die Khalidori zu wenden. Letzten Endes hatte es zur Rettung von ganz Cenaria geführt, dass Logan stets das getan hatte, was er für recht hielt. Und sein Vater, Regnus Gyre, hatte getreu seinen Eiden gelebt, eine jämmerliche Ehe und den jämmerlichen Dienst an einem armseligen, bösartigen König durchgestanden. Er hatte Tag für Tag die Zähne zusammengebissen und nachts gut schlafen können. Logan wusste nicht, ob er aus gleichem Holz geschnitzt war wie sein Vater. Aber er konnte es einfach nicht tun.
Also zögerte er. Wenn sie die Hand hob, um ihren Männern den Befehl zum Angriff zu geben, hätte sie die Übereinkunft zwischen dem Fürsten und seinem Gefolgsmann gebrochen. Wenn sie diese Übereinkunft brach, würde er frei sein.
»Unsere Soldaten haben mich zum König erklärt«, sagte Logan mit unbewegter Stimme. Verlier die Fassung, Terah. Befiehl den Angriff. Befiehl deinen eigenen Tod.
Terahs Augen blitzten, aber ihre Stimme blieb ruhig, und ihre Hand bewegte sich nicht. »In der Hitze des Gefechts sagen Männer vieles. Ich bin bereit, diese Unbedachtheit zu vergeben.«
Ist es das, wofür Kylar mich gerettet hat?
Nein. Aber ich bin der Mann, der ich bin. Ich bin der Sohn meines Vaters.
Logan stand so langsam auf, dass er den Bogenschützen beider
Seiten keinen Anlass zur Beunruhigung gab, kniete dann langsam nieder und berührte Terah Graesins Fuß.
In der gleichen Nacht griff eine Bande von Khalidori das cenarische Lager an und brachte Dutzende der von den Feiern noch betrunkenen cenarischen Soldaten um, bevor sie wieder in der Dunkelheit verschwanden. Am Morgen befahl Terah Graesin Logan Gyre, mit tausend Mann die Verfolgung aufzunehmen.
Die Wache war ein kampferprobter Sa'ceurai, ein Schwertfürst, der sechzehn Männer getötet und sich ihre Stirnlocken in sein feuerrotes Haar gebunden hatte. Seine Augen suchten rastlos die Dunkelheit ab, wo der Forst und der Eichenhain aneinandergrenzten, und wenn er sich umdrehte, schirmte er den Blick ab gegen die niedrigen Flammen der Feuer, die seine Kameraden wärmten, um seine Nachtsicht nicht zu schwächen. Trotz des kalten Windes, der durchs Lager strich und die hohen Eichen ächzen ließ, trug er keinen Helm, der sein Gehör beeinträchtigt hätte. Dennoch hatte er keine Chance, den Blutjungen aufzuhalten.
...

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Und ab in die Klischeekiste... 2. Februar 2012
Von Yoshina
Format:Taschenbuch
Es haben schon einige hier geschrieben, und ich bin der gleichen Meinung: Der dritte Band insgesamt, besonders aber der Schluss fällt stark ab im Vergleich zu den vorigen Bänden. Dabei ist es eigentlich nicht so, dass sich ganz neue Schwächen auftäten, sie multiplizieren sich nur in der Platznot.

Brent Weeks hat einfach viel zu viele Charaktere in die Trilogie gestopft. In den ersten beiden Bänden war es in Ordnung viele nur gelegentlich auftauchen zu lassen, aber am Ende musste er allen irgendwie einen Anteil am finalen Showdown verschaffen. Das geht schief. Komplexe Geschichten, wie z.B. die von Solon und Feir, werden so kurz abgehandelt, dass sie zu etwas völlig Lächerlichem werden. Bei anderen, wie z.B. Vi, hat man den Eindruck es fehlen zwischendurch ein paar Kapitel. Im Großen und Ganzen kapiert man noch, was passiert ist, aber es geschieht Vieles nur noch im "Off". Das peinlichste Beispiel ist es, als Kylar mitten im Buch eine schier unmögliche Aufgabe zu lösen hat, und diese dann in seinem nächsten Kapitel einfach mal so beiläufig erledigt ist. Auch Antagonisten hat es so viele, dass die meisten kaum vorkommen. Jeder bekommt natürlich seinen Endkampf, aber aus Platznot geht es bei allen sehr schnell.

Die Protagonisten entsprechen bei näherem Hinsehen alle dem Schema der "Guten": Sie sind alle gutaussehend, jung, idealistisch, moralisch einwandfrei. Obwohl die Entwicklung des letzten Bandes, im Laufe dessen einige Charaktere auf entgegengestzten Seiten stehen eine gute Basis für ein bisschen Vielfalt gäbe, wird am Ende alles auf enttäuschend simple Art zurechtgebogen, sodass auch ja niemand im Lager der Feinde verbleibt. Man sieht es aber eigentlich schon anfangs an Kylar und Durzo: Obwohl sie doch eigentlich Auftragsmörder sind, sieht man sie kaum je für Geld töten, und wenn nur eindeutig "Böse".

Obwohl es in der Trilogie nicht an Blut oder Vergewaltigungen mangelt, sind die Protagonisten in sexueller Hinsicht alle erschreckend unschuldig. Die "Frauen" sind allesamt sehr jung und naiv, und ihre Existenzberechtigung hängt mehrheitlich an ihren Rettern, die natürlich erst zu Ehemännern werden, bevor sie sich näherkommen dürfen. Zudem häufen sich im dritten Teil emotionale Szenen, die man getrost "Schmalz" nennen kann, und das sage ich als Leserin, die sich i.A. über romantische Liebesgeschichten freut. Nach langen Passagen, in denen Vi, Kylar und Elene übereinander sinnieren, kommt ein leichtes Übelkeitsgefühl hoch, genau wie wenn Dorians einzige Handlungsmaxime sich nur noch nach der unsterblichen Liebe zu einer naiven 16-jährigen richtet. Ich hab noch nie so viele Männer "Ich liebe dich" sagen hören wir hier.

Die ganze Trilogie ist überfrachtet mit Namen, Völkern, Ideen. Das gibt der Welt ein wenig Tiefe, aber der Autor macht sich nur selten die Mühe irgendetwas zu erklären. Da man als Leser also vieles gar nicht verstehen kann, kommt ein gewisser Frust auf. Zudem wird im dritten Teil deutlich, wie sehr aus der Wirklichkeit geklaut wurde. Die Sa'ceurai werden endgültig zu einem peinlichen Samurai-Verschnitt (inklusive 1:1 übernommener jap. Namen und rituellem Selbstmord), die Alitaeri entstammen offenbar dem Römischen Reich. Auch die Zombiearmeen, erweckte böse Göttinnen u.ä. kommt einem leider recht bekannt vor...

In schnellen Passagen fühlt sich der Autor oft über kleinliche Dinge wie Beschreibungen erhaben. Ich habe mich mehrmals gefragt ob Kylar noch am Fensterrahmen baumelt oder schon wo ganz anders ist. Es ist schwer den Handlungsorten zu folgen, und so taucht in der finalen Schlacht (einer von ihnen...) plötzlich ein Haus auf, wo ich mich noch ganz vewundert frage, wann wir denn in die Stadt gekommen sind.

Besonders am Schluss geschieht alles Deus ex Machina - es tauchen ständig Wunder-Lösungen auf, meistens schwach mit Magie bemäntelt. Ich habe schon im zweiten Band den Glauben verloren, dass Kylar oder Durzo sterben könnten - die Protagonisten stehen ständig am Abgrund und irgendwann ist klar, dass sie es natürlich immer schaffen. Das macht es schwer Erfurcht vor einer ganzen Horde "unbesiegbarer" Monster zu empfinden. Anders als z.B. bei Brandon Sanderson hat diese Welt allgemein und ihre Magie speziell einfach keine Regeln - alles ist möglich, und der Leser KANN gar nicht verstehen was geht oder was nicht geht.

Fazit? Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, will auch diesen lesen, und er ist beileibe nicht so schlimm, dass man das nicht sollte. Spannend ist er auf jeden Fall. Nur wer die Trilogie noch nicht angefangen hat, der sollte gleich zu "Schwarzes Prisma" übergehen, in dem ich bisher keine einzige der hiesigen Kinderkrankheiten entdecken konnte.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Modus TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
'Jenseits der Schatten' ist der letzte, abschließende Band der Night Angel Trilogie um den Meisterassassinen Kylar Stern und seinen geheimnisvollen Meister Durzo Blint, um den jungen Thronerben Logan, den Propheten Dorian, Momma K und all die anderen, deren Schicksale sich in den ersten zwei Bänden der Trilogie verwoben haben.
Mit diesem Buch wird die Geschichte von ihnen allen zu einem spektakulären, welterschütternden Ende gebracht, das dort stattfindet, wo alles vor vielen Jahrhunderten begann.
In meinem Eindruck von diesem Buch bin ich zwiegespalten, und das fängt damit an, dass ich nicht recht weiß, wo ich beginnen soll mit der Inhaltswiedergabe. Anders als bei den Vorgängerbänden, vor allem dem sehr starken und stringenten zweiten Teil, ist dieser hier unfassbar dicht bepackt mit verschiedensten, sich rasant entwickelnden Handelssträngen, während es zugleich sehr lange dauert, bis ein übergreifender roter Faden sichtbar wird. Bis fast zum letzten Drittel des Buches war mir nicht ganz klar, wo der zentrale Konflikt liegt, und wie die vielen Einzelgeschichten sich zu einem zielgerichteten Ganzen fügen.
Das heißt keinesfalls, dass das Buch nicht spannend wäre. Im Gegenteil, es ist streckenweise so fesselnd, dass man mal wieder die Nächte durchlesen möchte. Aber die Lektüre gestaltet sich über Abschnitte auch sehr anstrengend, eben weil so extrem viel in extrem kurzer Zeit von extrem großer Tragweite geschieht. Und alles gleichzeitig. Die Ideen, die auf diesen 700 Seiten verarbeitet werden, hätten locker ausgereicht, um den dreifachen Umfang zu füllen, ohne dass es langweilig geworden wäre.
Traten in Bd.1 oder 2 zum großen, spektakulären Finale ein oder zwei mächtige magische Wesen auf (wie der Ferali des khalidorischen Gottkönigs), so überschwemmen sie hier geradezu inflationär den Schauplatz der letzten Schlacht und tauchen zu Hunderten und zu Tausenden auf.
Und um diesen gigantischen neuen Bedrohungen zu begegnen, enthüllen bekannte Figuren wie z.B. Durzo Blint, Kylars alter Meister, plötzlich Facetten von sich, die ihre Macht verhundertfachen - und die Geschehnisse der Vorgängerbände in diesem neuen Licht fast ein wenig unglaubwürdig erscheinen lassen. Denn wenn Durzo das ist, was er in diesem Teil der Geschichte enthüllt, dann muss man sich fragen, wie er sich in Bd. 1 von einem lausigen, arroganten Angeber wie Roth so unter Druck setzen lassen konnte, statt ihn einfach kalt zu machen.

Aber zum Inhalt:
Nach dem Tod des Gottkönigs sind Kylar und Vi, die ehemalige Schülerin des Blutjungen Hu Gibbet, durch die Liebesohrringe aneinander gebunden, die Vi Kylar anlegte, um den Zwangzauber des Gottkönigs zu brechen und ihn erschlagen zu können.
Neben der Tatsache, dass sie nun stets spüren können, was der jeweils andere spürt, haben sie auch die Eigenschaft, dass die Berührung jeder anderen Frau, sobald Erotik in der Luft liegt, Kyle dazu bringt, sich übergeben zu müssen. Das macht seine Wiedervereinigung mit Elene natürlich sehr schwierig ... und es kommt noch schlimmer: Zwar gelingt es Kylar, das Schwert Curoch in den Wald des Jägers zu werfen, und er erhält daraufhin seine Hand zurück, doch der mysteriöse Wolf aus der Zwischenwelt eröffnet ihm eine schreckliche Wahrheit. Für jeden Tod, aus dem Kylar wieder erweckt wird, muss ein anderer, ihm nahestehender Mensch einen Preis zahlen...

Logan, der rechtmäßige Thronerbe Cenarias, verzichtet aus Ehrgefühl zugunsten der selbstsüchtigen und überehrgeizigen Adligen Terah Graesin auf die Krone, verbietet aber Kylar bei Androhung der Todesstrafe, die Frau zu töten. Währenddessen droht ihr unfähiger kleiner Bruder Luc, die cenarischen Armeen in ein Desaster zu führen. Das Drama erreicht seinen Siedepunkt, als Logan herausfindet, dass seine totgeglaubte Braut Jenine noch lebt. Sie wurde von den Schergen des Gottkönigs in die Hauptstadt Khalidors gebracht. Nach dem Tod des Gottkönigs herrscht dort Chaos und bevorstehendes Blutvergießen liegt in der Luft, weil die brutalen Edelinge des toten Herrschers um die Nachfolge kämpfen werden. Mitten in dieses Machtvakuum tritt der Prophet Dorian, selbst ein Sohn des Gottkönigs, um Jenine zu befreien, die er in seinen Visionen als seine zukünftige Frau erkennt.

Zeitgleich hat sich der Vürdmeister Nepth Dada mit seinem Gefolge an einen abgeschiedenen uralten Platz der Macht begeben, um der grausamen Göttin Khali einen Körper zu geben und damit einen Schrecken zu entfesseln, der den Untergang der bekannten Welt bedeuten könnte.

Dies ist nur ein Teil der verschiedenen Handlungsstränge, die sich in diesem Buch verweben. Denn da sind auch noch Vi und die mächtige Chantry-Schwester Ariel, Durzo Blint, Dorians alter Weggefährte Solon, und weitere tragende Figuren.

Tja, und was ist nun das Fazit?
Zunächst, dass dieser Band zwar prallvoll ist mit allem, was ein leidenschaftliches, aufregendes, hochspannendes, phantasievolles Buch nur ausmachen kann, es sich aber meiner Meinung nach trotzdem um den schwächsten der Serie handelt.
Warum?
Weil all die guten Ideen und die verschiedenen Stories und die persönlichen Tragödien und Triumphe der Charaktere keine Zeit finden, sich zu entfalten. Vieles wird so rasch abgehandelt, dass man als Leser geradezu verwirrt ist, wieso etwas, das sich zuvor als unmöglich schwierig gestaltete, nun innerhalb von drei Seiten so einfach war.
Es fühlt sich an, als wären hier zwei Bücher in eines gequetscht worden, und entsprechend komprimiert explodiert einem als Leser der Inhalt entgegen.
Ein weiteres Problem scheint zu sein, dass im Gegensatz zu Bd.1 und 2 das Böse kein Gesicht hat, oder zumindest ein sehr blasses. Nach der Vorlage des khalidorischen Gottkönigs aus Bd.2 hätte ich jemanden erwartet, der mindestens ebenbürtig ist. Doch Khali und ihre Horde alternder Vürdmeister treten nicht wirklich in den Brennpunkt des Geschehens, außer ganz zum Schluss. Und zuvor wirken sie zwar als Kraft, die die Schranken senkt, damit das Böse einfallen kann - aber dem Bösen selbst mangelt es an Charisma. Therah Graesin gibt ebenfalls nur eine halbherzige Antagonistin ab, einfach weil sich die wirklich weltverändernden Erschütterungen weit außerhalb ihres Interessenhorizonts abspielen und sie lediglich als lokaler Zwischengegner taugt.

Dennoch ist es ein Buch, das man unbedingt lesen muss, wenn einem die ersten beiden Bände der Trilogie gefallen haben, denn es bildet den logischen Abschluss und Höhepunkt der Trilogie.
Bei allen Schwächen macht die Lektüre dennoch großen Spaß. Meine Kritik setzt auf auf hohem Nivau an, weil ich verwöhnt bin von den Vorgängerromanen. Im Vergleich zu anderer Fantasy belegt 'Jenseits der Schatten' noch immer einen Spitzenplatz.
Und last but not least: Auch wenn vieles überstürzt erscheint, und manches nicht immer logisch, oder zufällig zu perfekt ineinander greift, ist es für mich dennoch ein befriedigendes Ende, das einen schönen Schlusspunkt unter das Werk setzt.

Die Trilogie als Gesamtwerk zählt denn auch zweifellos zu den ganz leuchtenden Türmen unter den neueren Vertretern des Genres.
Wer Fantasy mag, kommt an Brent Weeks nicht vorbei, oder er verpasst eine ganz phantastische, wunderbare und tiefgründige Vision, die dazu noch so unterhaltsam und spannend geschrieben ist, dass sie locker mit jedem Thriller mithalten kann.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Finale 21. Juli 2012
Von asdhotcom
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Wow - was für ein Finale!

Brent Weeks ist an Ideenreichtum kaum zu überbieten und ich muss wirklich sagen, dass diese Trilogie mit das Beste ist, was ich an Mehrteilern je gelesen habe!
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Einer der besten...
... Fantasy Roman Triologien die ich je gelesen habe, mit sehr viel ABSTAND zu anderen.
Ich habe die drei Bücher gerade zu verschlungen und könnte diese immer und... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Tagen von Patrick Kinshofer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen super :D
der dritte teil ...perfekt einfach eins meiner lieblings bücher 10 tage hab ich gebraucht hab es einfach in mich aufgesaugt :D
Vor 1 Monat von Tim Bauer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Spannung pur
das Buch ist für meinen Enkel, der bereits alle drei Bände "gefressen" hat. Sehr spannend geschrieben ohne große Gewaltverherrlichung. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Krimifan veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen SUPER
Wer die ersten beiden Bände gelesen hat wird um den letzen ohnehin nicht herum kommen. Wie bei komplizierten Triologien wirkt der Abschluss der einzelnen Handlungsstränge... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von eve veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Die Schatten Trilogei Bd. 3
Wieder eine Trilogie beendet ...

Inhaltsangabe:
Kylar kehrte dem Dasein als Blutjunge den Rücken, doch er kehrte zurück um seinen besten Freund zu retten. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Melanie Ludes veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Einfach nur spannend
Selten habe ich mich von einer Geschichte so fesseln lassen.
Es gibt so viele Zusammenfassungen, dass ich mir dies spare. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von C. Anneberg veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Zwiespältiges Finale
Ich empfinde den 3. Teil als ein schwächelndes Finale.
Nur zum besserem Verständnis, dies ist Kritik auf hohem Niveau. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Andreas veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ich bin nach wie vor begeistert !
Habe soeben zum 4. Mal diese Trilogie gelesen, ist allerdings nicht geeignet für oberflächliche Leseratten, manche Stellen, z.B. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Hans-Joachim Foerster veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Toll!
Super Charaktere, tolle Geschichte und für jeden Fantasie Liebhaber zu empfehlen.
Ich freue mich sehr darauf weitere Werke von Brennt Weeks zu lesen.
Vor 4 Monaten von Sebastian Hauenstein veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Spannender und guter Abschluss der Trilogie, flot zu lesen
Die Geschichte wird gut und spannungsreich aufgelöst. Von der ersten bis zur letzten Seite sehr gerne gelesen. Wird nochmals "blutiger"!
Vor 4 Monaten von Dr. Lüthi veröffentlicht
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