Zunächst stören schon die Fehler bei der Ausstattung. Da gibt es z.B. Uniformkombinationen, die es gar nicht gab (Doppelwinkel am Ärmel bei einem Hauptmann- den Doppelwinkel am Ärmel gab es aber nur für Berufsunteroffiziere bei Verpflichtung auf zehn Jahre).
Für "Festnahmen unter Anwendung körperlicher Gewalt" waren in der DDR vielleicht Berufsunteroffizire aber keine Offiziere zuständig. In diesem Film sieht man Hauptleute und Leutnants, die fürs Grobe zuständig waren, und das ist leider sehr falsch. Dann geht es weiter mit dem netten Stasiverhörer, dessen Frau offensichtlich für Jedermann (auch für die Spitzel, die die Spitzel überwachten)zum Friedensgebet in die Nikolaikirche geht und dessen "Tochter" einfach mal so mit einem "Bürger der BRD" Bekanntschaft schließt und diesen dann auch noch (absolute Krönung des Irrwitzes) mit zum gemeinsamen Mittagessen nach Hause bringt- mit am Tisch der Genosse Stasioffizier. Dieser Mann wäre achtkantig gefeuert worden, hätte einiges auszuhalten gehabt. Dann musste auch noch einfach alles an 89- iger Revolutionsgeschichte mit rein in den Film. Es wird aus allen MPI- Rohren an der Grenze draufgehalten und und und. Ja, keine Frage- Menschen wurden ermordet an der Grenze, durch Tötungsmaschinen wie die SM 70 (Mine) oder durch Kugeln aus Kalaschnikows. Diese Szene mit den jungen Menschen im Graben, die angesichts auf sie gerichteter Pistolen sich wie Freiwild abschießen lassen- das ist nicht realistisch. Auch bei den Grenztruppen wurde nicht sofort das "Feuerwerk" eröffnet. Es ist mir einfach alles zu plakativ, fehlerhaft und sehr holzhammermäßig. Schade- denn die Problematik ist es wert, verfilmt zu werden. Leider hat der Zusatz im Vorspann, dass der Film auf wahren Tatsachen beruht, das Filmprojekt nicht davor bewahrt, Wahrheit mit zu viel freier Dichtung zu vermengen.