Produkt: 2 Disks (Disk 1 Film; Disk 2 Specials)
Deutscher Titel: Jenseits von Eden
Originaltitel: East of Eden
Produktionsland: USA
Premiere: 1955
Mit: James Dean, Raymond Massey, Julie Harris, Richard Davalos, Jo Van Fleet, Burl Ives, Albert Dekker u. A.
Musik: Leonard Rosenman
Regie: Elia Kazan
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von John Steinbeck
Bild: gut / Farbe / Breitbild / 16:9
Sprache: Englisch
Synchronisation: Deutsch u.a.
Untertitel: Deutsch u.v.a.
Filmdauer: 113 Minuten
Genre: Literaturverfilmung > Drama > Familiengeschichte > Generationenkonflikt > Liebesgeschichte
Haupt-Specials:
a.) Porträt über James Dean (60 Minuten in englischer Sprache mit deutschen UT)
b.) Doku über die Produktion von East of Eden (20 Minuten englisch m. deutschen UT)
Handlung 1917 Kalifornien
Jenseits von Eden, East of Eden = Außerhalb des Paradieses
Schon im Titel ist sehr viel ausgesagt. Außerhalb des Paradieses heißt, dass es nicht hinhaut mit dem Leben an sich, welches seinen Zustand eher ideal innehaben sollte, jedoch nicht innehat. Das Paradies ist vorhanden, jedoch als Gedanke, Ideal und Illusion. Das Paradies möchten die Gründer der erleisteten Strukturen (Väter) wohl für sich als wirkliche Form gelten lassen - doch es entspricht nicht der Wahrheit. Die Väter, welche sich mühten, das Leben den Kindern möglichst ideal vorzubilden, ertappen sich schließlich als Heuchler streng gesagt, welche die tatsächliche Realität nicht wahrhaben wollen, in welcher immer wieder offene Fragen auftauchen und beunruhigen. Aber wer sind die Propheten der Wahrheit, welche künden, dass das erleistete Leben, wie es sich zeigt, nicht dem Paradies entspricht? - die Künder dieser Wahrheit sind die schreienden, abgefallenen Kinder der strengen Väter samt deren folgsamen Söhnen. Kain tötete Abel, seinen Bruder. Doch James Dean ist nicht Kain. Sein Bruder als gehorsamster Sohn aber ist nur ein vermeintlicher Abel, der aufgrund seiner kritiklosen Einfärbigkeit jeglichen Persönlichkeitsprofils entbehrt und nicht in der Lage ist, sich der Wahrheit zu stellen. Ein solcher Mensch ist nicht fähig jemals eine Änderung, Revision oder Reform herbeizuführen, weil er alles aus Angst macht, es nicht richtig zu machen und rückt keinen Millimeter vom Gesetz, der Norm, dem vorgegebenen Wissen ab. James Dean aber ist der aufmüpfige, sinnhinterfragende Mensch, welchen man äußerst leicht als einen Querulanten und Problemmenschen diskriminieren kann, was jedoch einzig die eigene Unzulänglichkeit gegenüber der Wirklichkeit offenbart. James Dean ist de facto ein Garant für ein objektiv-waches Empfinden und Realisieren des Lebens, weil er ständig in einer unruhigen, hinterfragenden Bewegung ist, obwohl er die reine Form seines Ausdrucks erst finden muß. Die Vaterfigur verkörpert den sich in eine Scheinwelt geflüchteten Bewahrer der festen Strukturen. Diese festen Prinzipen sind erkauft um den Preis der Wahrheit, welche vertuscht werden muß, damit das Bild des verbannten Lebens außerhalb des Paradieses nicht sichtbar wird. Er schafft eine Scheinwelt und ein scheinbares Paradies, das er seiner Umwelt vorgaukelt, vor allem seinen Söhnen. James Dean durchschaut die Lebenslüge des Vaters, vermag jedoch nicht die Information über die Unseligkeit dessen bei ihm zu deponieren - weil sich jener solchen Zumutungen kategorisch verweigert. Die Verzwicktheit der Lage besteht in der Tatsache, dass die Wahrheitsbestrebungen des ungehorsamen Sohnes gleichzeitig seine echten Liebesgefühle für den Vater sind, welche von diesem als bösartige Anwandlungen mißdeutet werden. Und dennoch endet auch diese vermeintlich unlösbare Geschichte in einer Art Happy End. Es ist nicht James Dean allein, der den Film trägt, es ist auch Raymond Massey, es ist auch die wunderbare Julie Harris. Sie alle vermitteln auf eine authentisch ergreifende bis erschütternde Weise den Anbruch einer versöhnenden Zeit.
Der Film Jenseits von Eden ist ein Schlüsselwerk der filmischen Erzählung, in welchem sich exemplarisch viele menschliche Verflochtenheiten verkörpern und einer möglichen Lösung zustreben. James Dean verkörpert den Typus des verzweifelt suchenden Sohnes nach dem richtigen Wort in einer Welt der sprachlosen Stummheit und vorgegebenen Tatsache auf eine vollendete, authentische Weise, die nicht überboten werden kann. Letztlich aber ist die Pointe der Geschichte, dass Eden wohl Realität ist, wenn man sich den offenen, unbequemen Fragen stellt und bereit ist um den Preis der Mühe und Suche die Wahrheit zu erkennen und leben.
Sehr feine Instrumentalmusik von Leonard Rosenman begleitet den Film vielgestaltig und kreativ.