Jennys Geschichte von Barbara Noak ist die wahre Geschichte einer Frau, die 1892 in Hamburg geboren wurde. Jenny stammt aus einer wohlhabenden Familie und kommt in den wilden Zwanzigern nach Berlin um Gesang zu studieren.
Zum ersten Mal ist sie von ihrer dominanten Mutter getrennt und sie verliebt sich prompt in den Charmeur Björn Jonassen.
Ihrer Mutter gefällt Björn überhaupt nicht und sie versucht diese Liebe auseinander zu bringen.
Jennys Vater und auch ihr Großvater mütterlicherseits sind Juden und somit ist ihr Leben in ihrem geliebten Berlin später nicht mehr sicher.
Mir gefällt besonders an diesem Buch, dass man viel aus dem Berlin der Zwanziger kennenlernt. Die Zeit der Streiks und die Inflation, der Wechsel vom Kaiser zu den Soziallisten und dann später der Umschwung ins Nazi Deutschland.
Es ist kein Roman der sich auf die schrecklichen Ereignisse des dritten Reiches beschränkt, sondern der Leser bekommt auch vieles aus dem Leben Jennys Mutter und Großmutter mit. So bekommt man einen wirklich sehr guten Eindruck wie es in Deutschland (speziell in Berlin und Hamburg) von 1843 - 1953 war.
Der Roman ist viel in Tagebucheintragungen und Briefen geschrieben, und diese scheinen wohl echt zu sein. Am Ende des Buches schreibt Barbara Noak, dass sie diese Dokumente von Jennys Sohn Björn bekam, mit der Begründung, dass es doch schade wäre wenn sie verstauben würden.
Barbara Noak ist es wunderbar gelungen daraus einen großartigen Roman zu schreiben und ich gebe ihr fünf volle Sterne!
Sehr hilfreich fand ich den Stammbaum am Anfang des Buches!