Wenn jemand bei American Idol versagt, weil sein Talent für billigen schnell vergeßlichen Karaoke-Pop nicht schlecht genug ist, wenn jemand anschließend zum Trotz aller anderen Ich-Möchte-Gerne-Toll-Sein-Schaff-Es-Aber-Nicht-Talenten eine Rolle in einem der grössten Film-Musicalspektakel erhält, die allemal bereits vorher legendär und unschlagbar gewesen ist, wenn man sogar einen Star wie Beyonce stimmlich und charismatisch an die Wand spielt und dafür Preise erhält die Miss Knowles immer noch nicht einmal nach zig Jahren Karriere verdient hat, und wenn dieser anfängliche Loser einer der miesesten Talent-Shows aller Zeiten zur Hoffnung des immer unspektakulärer werdenden Soul und R&B wird, dann fragt man sich natürlich: wie wird sich das erste Album wohl anhören?? Die Antwort: genial, perfekt, beeindruckend! Es enttäuscht in keinster Weise, auch wenn nicht jeder Song dazu animiert ihn auswendig nachzusingen. Nach dem ersten Hören aber hat diese Künstlerin sich das Prädikat einer Sängerin verdient deren Talent und Stimmgewalt nicht von Juroren und Kritikern musikfremder Presse bewertet werden muss. Souverän und eingängig, ohne viel musikalischer Experimente und technischer Torturen auf die selbst Timbaland weitestgehend verzichtet hat, absolviert Jennifer ein Debüt mit Höchstbravur. Abgeschossene Legenden wie Whitney Houston und selbst ihre Dreamgirls-Kollegin Beyonce sollten sich das zu Herzen nehmen. Denn Miss Hudson ist auf dem besten Weg eigene Fußstapfen zu hinterlassen in die man irgendwann mal versuchen wird zu treten. Dank einer Reihe von innovativen Songlieferanten wie Ne-Yo, Stargate, Rick Thicke, Timbaland, Ludacris, u.a. reiht sich ein Soul/R&B Song nach dem anderen an, allem voran die erste Single "Spotlight". Weitere Hit-Garantien dürften bei "If It Isn't Love", "You Pulled Me Through" und "My Heart" zu hören sein. Abgerundet wird die Playlist selbstverständlich mit dem Dreamgirls-Klassiker "And I Am Telling You", und ihrem Beitrag "All Dressed In Love" aus Sex & The City, wo sie meiner Meinung nach eine tragendere Rolle hätte spielen dürfen.
Jennifer hat mich als Dreamgirl beeindruckt. Und mit ihrem ersten Album hat sie diesen Traum weitergelebt... Trauriges Timing der Veröffentlichung, denn zur selben Zeit ereignete sich die Tragödie im Privatleben, die Promotion blieb weitgehend aus, auch wenn sie bereits dafür Grammy-Nominierungen und sicherlich auch die Preise dafür erhalten wird. Und ganz ehrlich? Auch diese Preise hat sie sich verdient!