"Jennas Kuchen" ist von Grund auf ein ehrlich erzählter Film, der seine komischen und romantischen Momente, dann jedoch wieder diese bedrückenden Augenblicke hat. Vor allem die Variation Drama/Komödie ist Adrienne Shelly sehr gelungen und als Drehbuchautorin, Regisseurin und Nebendarstellerin hat sie alles tadellos umgesetzt. Durch die Tatsache, dass Shelly im November 2006 Opfer eines brutalen Verbrechens wurde, fiel es mir schwer, meine Objektivität ganz dem Film zu widmen, ohne immer wieder an diese lebenslustige Frau zu denken.
Der Film erzählt nicht nur Jennas unglückliches Leben, sondern ebenfalls das ihrer Kollegen und das von Old Joe, gespielt von Andy Griffith, den ich bisher nur aus der beliebten Serie "Matlock" kannte. Jennas und Old Joes Geschichten waren für mich persönlich die unterhaltsamsten, weil sie so interessant und abwechslungsreich im Ablauf waren und wirklich zu Herzen gingen. Was das für ein Gefühl sein muss, nicht einfach aus seiner unglücklichen Ehe weglaufen zu können, weil man vom Ehemann psychisch so tyrannisiert wird, können mit Sicherheit nur die Personen nachempfinden, die so etwas erdulden müssen. Keri Russell spielte den Part der Jenna mit so einer Perfektion, als ob sie ihr ganzes Leben auf diese Rolle gewartet hätte.
Adrienne Shelly hinterlässt mit "Jennas Kuchen" einen wundervollen Film, der sowohl Leid und Glück verbindet, die seelische Misshandlung einer Frau, Freundschaft, Abschied und einen Neuanfang zeigt. Das alles verbunden mit einer sehr gelungen Art von Komik, bei dem der Ernst der Lage aber nie in den Hintergrund fällt und der Film somit von Anfang an überzeugen konnte und glaubwürdig ist. Vor allem war nie etwas vorhersehbar in diesem Streifen. Über vieles, was sich entwickelte, war ich eher überrascht, weil man bei den meisten Filmen doch meint, man ahnt, was passieren und wie es enden würde.