Stabat Mater, eine Dichtung aus dem Mittelalter, benannt nach dem Gedichtanfang: Stabat mater dolorosa, was latein soviel heißt wie "Es stand die Mutter schmerzerfüllt", hat offensichtlich schon immer Komponisten fasziniert, denn es ist schon mehr als 30 mal vertont worden. Vivaldi, Rossini, Verdi und Dvorák - aber auch Zeitgenossen wie Poulenc und Penderecki haben Meisterwerke über die Muttergottes zu Füßen ihres gekreuzigten Sohnes geschaffen.
In gekonnt meisterhafter Umsetzung verschmelzt Karl Jenkins bei "Stabat Mater" multikulturelle Elemente wie orientalische Rhythmen mit Chören unseres Kulturkreise ohne in geringster Weise nur annähernd in die Nähe von Kitsch oder elitärer Klassik zu geraten.
Das erste Stück "Cantus Lacrimosus" ist eine meisterliche Eröffnung die bei "Vidit Jesum In Tormentis", mit den Royal Liverpool Philharmonic Chorus ihren Höhepunkt findet. Spätestens aber bei "Lament", bewegend gesungen von Jurgita Adamonyte dürfte jedem klar sein, dass Karl Jenkins ein weiteres Meisterwerk geschaffen hat.
Stabat Mater ist Karl Jenkins konsequente Fortsetzung seines Requiem Erfolgs.
Ohne Abstriche, verdiente 5 Sterne!