Türks Anhandlung über die Zeugen Jehovas ist für mich eine sehr fundiert geschriebenen Abhandlung über die Sekte der Zeugen Jehovas, mit großem Anwedungswert, sollten die ZJ wirklich einmal vor der Haustüre stehen.
Kein Thema das nicht behandelt würde, entblättert das Buch sehr schnell die bisweilen krusen Argumente der ZJ.
"1914" (mit dem Bumerang der Generationenlehre), die verqueren- "weil so kompliziert"(en), Ansichten über Trinität und das krampfhafte Bemühen der ZJ, den Gottesnamen- "JEHOVA" auf biegen und brechen, irgendwie und nur zur Unterscheidung gegenüber anderen Sekten, zu argumentieren. Der Entstehung und Herkunft vieler Argumente der ZJ wird schlüssig nachgegangen.
Schnell wird klar, dass es weniger um biblische Erklärungs"vorrechte" sondern sehr viel mehr um den Vollzug des Diktats der "Leitenden Körperschaft", made in USA, geht. Nur sie bestimmt was Sache ist und zu sein hat und wie Zonen- und Kreisaufseher, Älteste und Dienstamtsgehilfen (Kafka schau owa!)den Vollzug mit Argusaugen im Sinn der "Reinheit der Lehre" überwachen.
Eingangs erfährt man in Türks Buch über "Ansichten der ZJ", "Phasen des Übertritts", "Psychologie der Zugehörigkeit" sowie vom "Leben nach dem Ausstieg", darauf folgt ein geschichtlicher Abriss der ZJ, von Charles T. Russel bis zum "großen Umsteller der Lehre", Milton G. Henschel.
Weiter geht es über "Anhängerentwicklung", sehr unklarer "Finanzierung der Wachturmgesellschaft", über die eigene "Neue-Welt-Übersetzung" die im Sinn der Argumentationsvorgaben der "L.K. in Brooklyn", weglässt, missverständlich formuliert oder hinzufügt.
Man erfährt über "herbeigerechnete Endzeit" (steht eindeutig nicht in der Lutherbibel!), wo auch schon einmal historische Fakten negiert werden, (Stichwort: "Untergang Jerusalem"), nur damit das Endergebnis passt bzw. wohin die ZJ argumentativ von Anfang an hinkommen wollten.
Thema ist auch Jesus starb am "Pfahl",?!, aha, die große "Endzeitschlacht" ("die Zeit des Untergangs ist nahe!") und dem baldigen Paradies auf Erden.
Wir hören über Satan, von besitzergreifenden, gefährlichen Dämonen und der "Verkommenheit der Welt". Man merke: der ZJ ist zwar Teil dieser "so bösen Welt", lebt in ihr, bedient sich ihrer und verdammt sie gleichzeitig als "Verführung Satans".
"In die Wahrheit zu kommen" ist elitär und benötigt niemals Ökumäne, vielmehr ist man als ZJ dazu angehalten, sich im "Kreis der Seinen" seine Freunde zu suchen, denn "schlechter Umgang" verdirbt schließlich (die für die Sekte) "nützlichen Gewohnheiten".
Die Praxis des "Haus-zu-Haus Dienstes" wird beleuchtet, wir erfahren, der Genuß und die Transfuision des Blutes ist immer PFUI und wie sich die WT-Gesellschaft neuerdings in der Internetmission übt.
Sehr hilfreiche Arbeitsblätter, eine kommentierte Literaturliste und Beratungsadressen runden das Buch ab.
Da das Buch bereits 1996 erschienen und mittlerweile vergriffen ist, wäre es langsam Zeit für eine Neuauflage. Das Buch hätte es allemal verdient.