Das Buch rückt die religiöse Motivation der Zeugen Jehovas und ihren gewaltfreien Widerstand gegen das NS-Regime mit Hilfe dieser Erlebnisberichte - besonders in den Außenlagern des KZ-Dachau - ins Zentrum des Lesers. Somit füllt es eine noch wenig bearbeitete Lücke in der sonnst gut dokumentierten Geschichte der Zeugen Jehovas im KZ Dachau. Als Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Dachau konnte der Autor, Erhard Klein, Insider-Informationen und Erfahrungsberichte von Besuchern und Äußerungen ehemaliger Lagerinsassen geschickt in sein Buch einbauen. Das persönliche Gespräch mit Zeitzeugen und die akribische Nachforschungsarbeit an Ort und Stelle, machen die 30 Erlebnisberichte des Buches zu einem Highlight. Besonders stark wirkt, aus Sicht der Zeugen Jehovas, das gut herausgearbeite Menschenbild eines Christen in einer unmenschlischen Umgebung. Diese "Mitmenschlichkeit" war es, die von anderen Gefangenen mit großem Respekt wahrgenomen wurde, ja selbst ihren Peinigern Respekt abrang. Das Buch rückt das Bild, das heute teilweise noch in der Öffentlichkeit besteht,zurecht. Diese "Ernsten Bibelforscher" (heute Jehovas Zeugen) waren keine "weltfremden religiösen Spinner" sondern prinzipientreue Christen, die unter fast unmenschlichen Bedingungen vorlebten, wie sich wahre Nachfolger Jesu verhalten. Deshalb ist dieses Buch zum lesen zu empfehlen. Die Tatsache, dass Erhard Klein kein Historiker ist, macht das Buch eher noch atraktiver.