*Auch wenn ich nicht direkt behaupten will, mir sei 'bang ums Herz' gewesen, muß ich doch gestehen, daß ich am Vorabend meines Zwangsaufenthalts in Deverill Hall an einem markanten Frohsinnsmanko litt. Mich schauderte beim Gedanken, in einem Hauswesen zu landen, das auf Du und Du mit einem Schlagetot wie meiner Tante Agatha stand, denn ich fühlte mich bereits stark angeschlagen, da ich in den vergangenen drei Tagen Tante Agathas Sohn Thomas am Hals gehabt hatte, einen unserer führenden Satansbraten in Menschengestalt ...*
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Inhalt, Anmerkungen und Fazit:
Bertie Wooster fällt die unleidliche Aufgabe zu, in die Rolle seines inzwischen hinter Schloss und Riegel sitzenden Freundes Gussie Fink-Nottle (Molchzüchter und Schafskopf in Personalunion) zu schlüpfen, wird dieser doch bereits sehnlichst von den in Deverill Hall residierenden fünf Tanten erwartet. Erführen diese nämlich die Wahrheit über Gussies schändliche Delinquenz, so hätte dies auch für Bertie üble Konsequenzen. Als wäre dies alles nicht schlimm genug, taucht eines Tages auch der unerwartet aus der Haft entlassene Gussie in Deverill Hall auf, wo er sich seinerseits als Bertram Wooster ausgibt.
Ein mit atheistischem Gedankengut liebäugelnder Dorfpolizist, Gussies rührselige Geliebte Madeline Bassett, das von Amors Pfeilen durchbohrte Geschwisterpaar Corky und Catsmeat Pirbright sowie ein Dorfkonzert, bei dem sich der Großteil des Romanensembles als Sangeskünstler zu profilieren sucht, sind weitere Stränge, aus denen P.G. Wodehouse einen gordischen Knoten schnürt, den höchstens Berties findiger Diener Jeeves noch zerschlagen kann ...
Der vorliegende Roman erschien als englische Erstausgabe 1949 unter dem Titel "The Mating Season". Diese sehr gelungene deutsche Übersetzung stammt aus dem Jahr 2011 - in der gewohnt sehr liebevollen Ausstattung der 'Edition Epocha'. Eine weitere jener irrwitzigen Verwechslungskomödien, wie nur ein P.G. Wodehouse in Hochform sie sich auszudenken vermochte. Über 60 Jahre alt - aber wie bemerkte Fritz Senn: *Wodehouse nicht zu mögen ist kein Vergehen, nur ein Unglück.*
Empfehlens- und entdeckenswert.
[Reinhard Busse]