Bevor man Kinder hat, lächelt man über Mütter, die mit dem gefüllten Löffel ihren Kindern in der Wohnung hinterherrennen oder über Mütter, die sich beim Auswahl des Essens völlig ihren Kindern unterwerfen. Sind dann die eigenen Kinder da, merkt man, dass man selbst immer von dem Gedanken besessen ist, das Kind müßte mehr oder besseres essen, als es das tatsächlich tut.
Das Buch gibt einem die Sicherheit, auf den Nachwuchs zu vertrauen. Die Eltern entscheiden, wann und was gegessen wird, die Kinder entscheiden, ob und wieviel sie essen wollen, so die Quintessenz des Buches in der Kürze. Ob man es immer so durchhält, ist natürlich fraglich. Für mich war es eine plausible Hilfe, um ein vernünftiges Miteinander am Eßtisch herzustellen und darauf zu vertrauen, dass die Kinder kompetent sind, um selbst entscheiden zu können, wieviel sie essen wollen. Damit geht's wesentlich entspannter.
Als Kind war ich selbst ein "schlechter Esser" und mußte ewig vor meinem erkalteten Essen sitzen, weil ich ja aufessen mußte- ein ewiger Alptraum, weil ich einfach keinen Hunger hatte- ich wollte auch nichts anderes, ich war einfach satt. Im nachhinein gesehen hätte es mir geholfen, wenn sich meine Eltern an die in diesem Buch aufgestellten Spielregeln gehalten hätten- damit hätte ich als Kind gut leben können und das tägliche Theater am Eßtisch wäre uns allen erspart geblieben.