Heidi Neumann-Wirsig gelingt es in ihrem neuen Buch auf anerkennenswerte Weise die reichhaltigen Möglichkeiten von Supervision in einer sehr gut zugänglichen Form darzustellen. Sowohl Supervisoren am Beginn ihrer Laufbahn wie auch erfahrene Supervisoren werden von diesem Buch profitieren.
Die Autorin bereichert ihr Buch nicht durch gelegentliche Fallbeispiele, sondern stellt diese Beispiele in den Mittelpunkt, um mit großer Genauigkeit und einem eindrucksvollen Gespür für die Unterschiede jedes Mal anders" Möglichkeiten des Umgangs und der Ent-Wicklung zu präsentieren.
Ihr Buch beginnt sie mit einer kurzen, aber nichts desto trotz sehr anschaulichen theoretischen Einführung in die systemische Supervision. Bereits bei der Beschreibung der Grundlagen von Supervision (Teil1/3) lässt sich deutlich der Supervisionsstil von Frau Neumann-Wirsig erkennen, der nochmals vertieft in der Beschreibung der Mythen der Supervision (Teil1/4) für den Leser dargestellt wird. Bereits hier kann sich der Leser herausgefordert fühlen seine eigenen Vorannahmen und Herangehensweisen zu hinterfragen und zu überprüfen mit welchen Ideen er oder sie als Supervisor an Anfragen herangeht. Die in anderen Kontexten von Heidi Neumann-Wirsig häufig genutzte innere Landkarte" wird an dieser Stelle deutlich. Also bereits hier kann der Leser von dem Blick durch den Spiegel profitieren und einer der erfahrensten Supervisorinnen im deutschsprachigen Raum..." (Fritz B. Simon, Klappentext) auf ihrer inneren Landkarte folgen.
Der zweite Teil ist gekennzeichnet durch seine Vielfalt und Dichte. Nach dem Buch Supervisions-Tools" (erschienen 2009 im managerseminare Verlag) in dem Heidi Neumann-Wirsig unterstützt von renommierten Supervisorinnen und Supervisoren aus unterschiedlichen Denkschulen 50 Tools zusammengetragen hat, beschreibt sie nun 50 Supervisionsgeschichten aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz und bietet zu jeder Geschichte zunächst Annahmen und Erklärungsansätze, dem folgen folgende Interventionen
* Interventionen, die mindestens schon einmal geholfen haben
* Wenn das alles nicht hilft
* Wenn auch das nicht hilft
* Was möglicherweise wenig nützlich wäre
Heidi Neumann-Wirsig präsentiert die 50 Geschichten in sieben gut überschaubaren Kapiteln und viele Leser werden sich in den einzelnen Geschichten wiederfinden, weil viele dieser Situationen Tag für Tag Supervisionsalltag sind und hier die Möglichkeit besteht sein eigenes Vorgehen zu hinterfragen und zu vergleichen.
Vielen Dank für den Mut dem Leser den Blick durch den Spiegel in so intensiver Weise zu erlauben. Sascha Kuhlmann, systemischer Supervisor (SG, DGSv)