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Jedermann: Roman
 
 
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Jedermann: Roman [Gebundene Ausgabe]

Philip Roth , Werner Schmitz
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (62 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 8 (15. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446208038
  • ISBN-13: 978-3446208032
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (62 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 231.040 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Philip Roth
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Jedermann, das ist nicht zuletzt Teil des Namens vom Juwelierladen seines jüdischen Vaters. Jedermann, das könnte aber auch sein eigener Name sein: Drei Exfrauen hat er hinterlassen, zwei Söhne aus erster Ehe, die ihn hassen, eine Tochter aus zweiter, die ihn vergöttert. Diese Tochter, Nancy, war es auch, die alle an sein Grab gerufen hat. Bereits hier, bei der beschriebenen Beerdigung im Anfangskapitel, der letzten Konfrontation Jedermanns mit dem Tod, entfaltet der US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth gekonnt die psychologische Zusammensetzung der Gruppe, die einzig durch die Person des toten Helden zusammen gehalten wird. Danach entfaltet er aus der Retrospektive das Leben eines Werbefachmanns und späteren Frauenhelden, sein Siechtum im Alter: eine Biografie, die in der Einsamkeit mündet und den Protagonisten zu einer Gestalt werden lässt, der er nie hatte sein wollen. „Würde es nicht jeder Durchschnittsmensch genauso machen?“ fragt sich der Held an einer Stelle des Buchs, nachdem er in die Gefangenschaft der Ehe geschlittert ist. Später wird er eine treu sorgende Frau heiraten, die er wegen eines wesentlich jüngeren Fotomodels verlässt. Und am Ende wird er dies wie vieles andere bereuen. Der Leser aber ist angezogen und abgestoßen vom Lebenswandel dieser Figur, von seinen Schwächen und Fehlern zugleich: das große Verdienst des sezierenden Blicks von Philip Roth.

Jedermann ist ein trauriges, fast schon deprimierendes Buch. Unerschütterlich beschreibt es das Altern als eine Aneinanderreihung von Abschiednahmen: Von Freunden, die sterben, von Lieben, die vergehen, von Gesundheit, die nicht wiederkehrt -- und damit vom Leben selbst. Dadurch aber wird Jedermann auch zu einem überaus ehrlichen Buch, das zudem -- dem Autor sei dank -- wieder einmal blendend geschrieben ist. Mit diesem Roman ist Philip Roth vielleicht noch radikaler als bei seinen Vorgängern gewesen und hat damit einmal mehr beweisen, dass er zu den großen alten Männern der US-amerikanischen Literaturszene gehört. Schon deshalb möchte man ihm ein langes Leben wünschen. Denn Bücher wie dieses zu schreiben gelingt nur den Wenigsten. --Stefan Kellerer

kulturnews.de

Drei Frauen, drei Kinder und unzählige Geliebte auf der einen, körperlicher Verfall und zahlreiche Krankenhausaufenthalte auf der anderen Seite: Das Spannungsfeld im Leben des namenlosen Protagonisten ist klar umrissen. Philip Roth zeigt auf gerade mal 170 Seiten, wie karg man 73 Jahre menschlichen Lebens beschreiben kann, ohne auf Facetten dieser Existenz zu verzichten. Na gut, vom Arbeitsalltag des Creative Directors erfährt man nicht viel mehr, als dass er irgendwann anfing, seine Sekretärin täglich auf dem Büroboden zu vögeln. Und doch reicht dieses Gerüst an Informationen, um dem Leser das komplette Bild eines Menschen vor Augen zu führen. Eines einsamen, mit sich und seiner Gesundheit hadernden Menschen, der heroisch erhobenen Kopfes auch zum letzten Termin vor dem OP-Saal erscheint - nachdem er sich zuvor noch einmal die Familiengrabstätte auf dem Friedhof angeschaut und Zwiesprache mit den Knochen seiner Vorfahren gehalten hat. Mehr bleibt dem modernen Menschen eben nicht. (jw)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
84 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Philip Roth Jedermann

Hanser Verlag

In seinem soeben erschienen Roman schreibt Philip Roth über das Alter. Es ist sein unvergleichlich realistischer, klarer und reflektierter Sprachausdruck, der mich auch an diesem Buch fasziniert.

Dieses Mal steht nicht Zuckermann, sondern Jedermann für das Alter Ego des Dichters.

Es ist ein unbekannter Er, von dem berichtet wird.

Und warum fesselt diese Erzählung so ungemein?

Wer von uns kennt nicht die Gedanken, die einen zu besonderen Zeiten überfallen, sich fortspinnen, an Vergangenes und Gegenwärtiges anknüpfen, Erinnerungen hochkommen lassen und wie an einem Faden diese Gedanken zu einem Ganzen zusammenfügen?

So geht es diesem Er, der für Jedermann stehen kann.

Er, ehemaliger Artdirektor, lebt im Ruhestand in einem Seniorendorf an der Küste in New Jersey und malt.

Durch seine Gedanken wandern die eigenen Kinder, vergangene Ehen, Liebesaffären, das Sterben des Vaters, der Mutter--- und er denkt an seinen großen, vitalen Bruder, den er um seine Gesundheit beneidet. Bei diesem Er, der seit seinen fünfziger Lebensjahren immer wieder an koronaren Verschlüssen leidet, und der sich wiederholt operativen Eingriffen unterziehen muss, vermischen sich die gegenwärtigen Ängste mit denen aus früher Kindheit, wenn er selber oder der Vater, Onkel schwer erkrankt war. Seine Söhne aus einer geschiedenen ersten Ehe bleiben unversöhnlich ihm gegenüber, eine Tochter aus einer anderen, ebenfalls geschiedenen Ehe, bleibt ihm eng verbunden und er ihr.

Seine verflossenen Ehefrauen gewinnen in nur kurzen Anmerkungen Profil, und dass er seit Jahren alleine lebt und einsam ist, wird erkenntlich.

Es geht in diesen Erinnerungen auch um das zerronnene Glück und die Einsicht, dass Sex und Erotik nicht alles ist, sondern dass die zuverlässige, stete Nähe eines Ehepartners ein Glück sein kann,--das er verspielt hat!

Philip Roth gelingt es wunderbar, aus dem Vergangenen zur Gegenwart zu kommen, in der das Lebensende immer näher rückt.

Scharf und geschliffen versteht er, das auszusprechen, was andere nur denken mögen: dass der Tod einem jeden sicher ist, dass sich die Frage stellt, wie dieser Tod sein wird, dass es möglich ist, ein Ende vorzeitig herbeizuführen,--und dass doch am Ende niemand sich dieses Nichts vorzustellen vermag, das den Tod ausmacht.

Hier ist kein Satz zu viel geschrieben und kein Gedanke vergessen worden.

Dass dieses Buch ein pessimistisches ist, weil am Lebensende nun einmal die Zeit sich verkürzt, es keine Hoffnungen auf Zukünftiges mehr gibt und die emotionalen Glücksmomente sich verflüchtigen, das alles macht dieses Buch zu einem lesenswerten, nachdenklich stimmenden und in weiten Teilen die Gefühle alter Menschen spiegelnden Werk.

Ich finde es großartig!
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Diamanten und Kindern 22. November 2006
Von Thomas Reuter TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dem Buch reist sein Ruf voraus. Man weiß die ganze Geschichte, die eine ernüchternde ist, bevor man es zum ersten Mal in der Hand hat. Mehr noch reist ihm sein Titel voraus. 'Jedermann' gemahnt nicht nur jeden Leser daran, dass auch er mit diesem sterbenden Menschen beschrieben ist, sondern erinnert auch an Hugo von Hofmannsthal Theaterstück 'Jedermann' aus dem Jahre 1911. Dort ist Jedermann bekanntlich ein Reicher, der kein Mitleid mit seiner ärmeren Umwelt hat, bis ihn der Tod holen kommt und er gezwungen wird, Demut zu zeigen und wieder gottesfürchtig zu werden. Hofmannsthal wiederum bezieht sich auf mittelalterliche Vorbilder wie Mysterienspiele. Das Thema ist also ein altes. Es geht um die schlichte aber bedeutsame Tatsache, dass wir sterben, und nichts, was wir lieben, überdauert die Zeiten. Was hat Philipp Roth diesem Thema Neues zuzufügen? Die Frage ist schon absurd. Es ist dasjenige Thema, dem seit Urzeiten nichts Neues hinzugefügt werden kann ' und zugleich ist es das Thema, an dem sich jeder einzelne Mensch bis in die Unendlichkeit abarbeitete, würde er nicht vorher abberufen.
Der Jedermann, von dem hier geschrieben wird ist ' oder vielmehr war ' ein Werbefachmann. Das Buch beginnt mit seiner Beerdigung. Von einer höheren Warte aus betrachtet der Verstorbene die versammelte Trauergemeinde, wie jeder einzelne nach vorne tritt, eine Schaufel Erde auf den Sarg wirft. Reden werden gehalten, die das Leben des Verschiedenen Revue passieren lassen. Es handelt sich bei dieser Beschreibung also um eine Phanatsie, die wohl jeden von uns einmal heimgesucht hat: Unserer eigenen Beerdigung beizuwohnen und am Grad der Trauer, die wir uns natürlich sehr groß vorstellen, die eigene Bedeutung in der Welt zu taxieren.
Auf dem Friedhof soll auch das Buch enden. Vor seinem voraussichtlichen Tod besucht der Protagonist seine zukünftige Grabstätte und führt ein Gespräch dem Totengräber über die Praxis des Begrabens von Menschen. Eine äußerst interessante Passage über das Schicksal des Menschen in der Welt, wenn es sie nicht schon gäbe, und zwar bei der berühmten Totengräberszene im Hamlet.
Zwischen diesen beiden Schlüsselszenen wird vom Leben des Werbefachmanns erzählt, über seine drei gescheiterten Ehen, seine beruflichen Erfolge, sein Unvermögen Verantwortung zu übernehmen, sein Unvermögen, das Leben überhaupt gestalterisch in die Hand zu nehmen und von seinen Krankheiten. Von diesen vor allem. Es ist der Bericht über einen langsamen Verfall, ein zunehmendes Siechtum, immer vor der Folie einer blendenden Gesundheit, eines idealen Körpers. Schon in der Kindheit wird die Lendenoperation als abnorm wahrgenommen, als Fehler der Schöpfung.
Hierin besteht vielleicht das ungemein Zeitgenössische dieses Romans bei einem allen Zeiten übergreifenden Thema: Es ist die Selbstverliebtheit unserer Gesellschaft in die Jugend. Jugend und Gesundheit sind in diesem Buch die einzig verbliebenen Werte. Weit davon entfernt einen - wenn auch nur minimalen ' Grad an Weisheit erreicht zu haben, versucht noch der Siebzigjährige junge Frauen aufzureißen. Es ist ihm neben dieser Form der Selbstbestätigung nicht gelungen, sein Leben auf andere Werte zu gründen, obwohl er die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Bitter trauert er Phoebe, seiner zweiten Frau, hinterher, die er schamlos betrogen hat. Der Protagonist verbleibt in seinem Handeln ein kleiner Junger, der dazu verdammt ist, in einer sinnentleerten Welt sein ewiges Bubendasein zu fristen.
Allein der Diamant, den er in seinem noch jungen Leben im Juweliersgeschäft seines Vaters betrachtet, verspricht Ewigkeit. Hätte er ihn doch Phoebe geschenkt. Die anthropologische Obdachlosigkeit, die hier so existentiell daherkommt, ist nämlich im Grunde selbst gemacht. Sie ist zugleich Zeichen unserer Zeit, die an nichts mehr glaubt.
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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
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Vom Friedhof aus zurückgeschaut auf ein gar nicht so langes Leben, in dem der Protagonist vieles falsch, aber auch einiges richtig gemacht hat. Gar kein besonderes, außergewöhnliches Leben, der Protagonist könnte Jedermann heißen. Zu früh die falsche Frau geheiratet, diese später wegen der richtigen verlassen, und die richtige später gegen eine deutlich jüngere eingetauscht. Dann im Alter weggezogen aus Manhattan, endlich angefangen um zu malen und feststellt, dass er das auch gar nicht will. Krankheiten, Operationen, Siechtum, Tod.

Normalerweise werden alte Männer langatmiger, aber was Philip Roth, immerhin fast so alt wie sein Protagonist, mit seinem neuesten Roman vorgelegt hat, ist kurz und prägnant. Auf 170 Seiten spannt er ein Leben auf, das alltäglich und erschreckend zugleich ist.

Eines der schönsten Bücher der letzten Zeit, zudem ('tschuldigung) lesefreundlich und schön gestaltet. Auf jeden Fall kaufen und lesen.

Der Titel der Rezension ist eine Erkenntnis, die den alten Mann an der Starfish-Beach ereilt, und der Ratschlag unten sind die Worte, die er mal seiner Tochter gesagt hat, und die seine Tochter ihm auf die letzte Reise mitgibt.

«Halt dich tapfer, und nimm es, wie es kommt.»

.
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