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Jedermann
 
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Jedermann

Peter Simonischek , Veronica Ferres , Christian Stückl    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Darsteller: Peter Simonischek, Veronica Ferres, Tobias Moretti
  • Regisseur(e): Christian Stückl
  • Komponist: Ars Antiqua Austria, Markus Zwink
  • Format: Classical, Dolby, PAL, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: TDK
  • Erscheinungstermin: 19. November 2004
  • Produktionsjahr: 2004
  • Spieldauer: 137 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0006HB97U
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 44.217 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

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Der reiche Jedermann ist gerade dabei, eine größere Summe an Geld zum Zweck der Vergnügung zu investieren. Er trifft auf einen Nachbarn sowie auf einen Schuldner und verwehrt beiden finanzielle Hilfe. Von der eigenen Mutter für sein gottloses Leben gerügt, begibt er sich dann mit seiner Buhlschaft auf ein Fest. Dort stellt ihn der Tod, dem er jedoch noch eine Stunde Lebenszeit abringen kann. Zunächst vergeblich sucht der verzweifelte Jedermann nun einen Beistand fürs nahende Gericht Gottes.

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JEDERMANN

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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Hajime
Format:DVD
...ins Vorprogramm des Jedermann. Die Salzburger Festspiele sind mittlerweile eine Institution geworden - wie Bayreuth für die internationale Wagner-Fan-Gemeinde - und das schon seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Festspiele selbst sind als Event aus der jährlichen Aufführung des Jedermann von Hugo von Hofmannsthal auf dem Salzburger Domvorplatz hervorgegangen. Der Ursprung der Festspiele ist der Jedermann.

Das Theaterstück Jedermann steht in einem merkwürdigen Gegensatz zu dem Eventcharakter dieses jährlichen Großereignisses in der Salzburger Innerstadt. In den 20er Jahren waren die Festspiele gedacht als internationales Friedensfest. Heute trifft sich die österreichische High Society auf dem Domplatz. Die Österreicher lieben solche Feste - wie den Wiener Opernball. Für das Mysterienspiel Jedermann könnte aber das Publikum der Festspielösterreicher auf dem Salzburger Opernvorplatz unpassender nicht sein.

Der Jedermann ist literarisch gesehen ein Mysterienspiel. Eine mittelalterliche Form, deren Botschaft auf einer ganz starken christlichen Gottgefälligkeit beruht. Sie ähnelt mehr einem Gottesdienst als einem High-Society-Event im 21. Jahrhundert. Das Mysterienspiel sagt in jeder Szene, in jeder Zeile, in jedem Dialog seiner gereimten Sprache: liebe Deinen Gott, sei gottgefällig, sei dankbar, sei mildtätig, achte Gottes Gesetze. Der Jedermann ist kein übliches Theaterstück, mit dem das Publikum einen Abend verbringt, um dann wieder nach Hause zu gehen. Der Jedermann hat noch eine Botschaft, die jeder im Publikum befolgen muss: Geh nach Hause und tue Gutes. Vertieft wird diese einfache Botschaft im Mysterienspiel noch durch das Auftreten allegorischer Gestalten: Tod, Teufel, Buhlschaft/ Geliebte, Mammon, Glaube sind die personifizierte Gedankenwelt dieser einfachen christlichen Botschaft in diesem mittelalterlichen Spiel. Der Tod ist die Rache Gottes gegen Jedermann, weil der Gott durch seinen Lebensstil beleidigt. Der Teufel versucht ihn in die Hölle zu entführen. Der wiedergefundene Glaube rettet Jedermann in den Himmel. Mammon muss zurückbleiben. Gott gelingt es, den sittlich verkommenen Jedermann eine Stunde vor seinem überraschenden Tod wieder auf den Pfad der Tugend, Demut und Gottesfurcht zurückzuführen. Diese einfache christliche Botschaft treibt das Publikum jährlich zur Extase auf den Domvorplatz. Keiner dieser Festspielösterreicher bemerkt, dass er selbst als Jedermann im Stück vorkommt. Die Botschaft des Stückes ist auf jeden einzelnen Jedermann im Publikum gemünzt. Keiner kapiert das. Alle sind zu berauscht vom Zuprosten.

Viele Schauspieler, die in den vergangenen Jahrzehnten die eine oder andere Rolle - auch die allegorischen - spielen konnten, nutzten diese Aufführung als Karrieresprungbrett. Die Buhlschaft oder den Jedermann in Salzburg spielen zu können, bedeutete eine enorme Aufwertung des Marktwertes eines Schauspielers.

Bisher ist den Festspielen noch nicht gelungen, die morbide Thematik und das rauschende Fest miteinander zu verbinden. Salzburg ist ähnlich dekadente geworden wie die Wagner-Verehrung in Bayreuth. Der erste Krtiker der schwülstigen Wagner-Musik war Nietzsche. Ganz ähnlich ätzend reagierte auch Thomas Bernhard mit seinem Stück Die Berühmten auf die Dekadenz der Salzburger Festspile. Deshalb müsste sein Stuck als Pflichtbeitrag ins Vorprogramm jeder Aufführung des Jedermann in Salzburg. Das würde alle wieder zur eigentlichen Botschaft des Jedermann zurückführen: Demut, Bescheidenheit, Gottesfurcht...

Sieht man vom Drumherum einmal ab, dann hat eine solche Aufführung etwas Packendes. Man fühlt sich weit zurückversetzt ins Mittelalter. Irdische und himmlische Mächte kämpfen um eine kleine verirrte Seele. Wie der Kampf entschieden wird, ist vorher schon klar. Jedermann tot, Seele gerettet.

Die schauspielerischen Leistungen müssen noch erwähnt werden. Veronika Ferres spielt die Buhlschaft sehr jugendlich und erotisch in all diesem Todeszauber. Sie hat aber nie eine wirkliche Chance beim Publikum anzukommen. Man hat den Eindruck, ihr einziger Nachteil ist, dass sie aus NRW kommt. Die Festspiele sind ein österreichisches Ereignis. Eine Buhlschaft aus Solingen hat da nichts verloren.

Dem Casting ist - sozusagen mit unfreiwilliger Komik - ein großer Wurf mit der Besetzung des Jedermann gelungen: Peter Simonischek. Simonischek sieht aus wie ein Zwilling, besser: wie eine Klon von Maximilian Schell. Man verwechselt ihn ständig mit ihm. Er ist immer ein Anderer. Ideal für die Besetzung des Jedermann. Er hat keine Identität, er ist ja Jedermann. Er ist alle, die da sitzen.

Das eigentliche Ärgernis dieser Salzburger Aufführung ist das Gebrüll auf der Bühne. Der Jedermann ist eine Mysterienspiel. Ein mittelalterliches Stück, in dem es für unseren Jedermann, Zitat: ans Sterben geht. Ein gesunder, wohlhabender und immer vom Sex besessener kleiner Mensch wird in diesem Mysterienspiel von Gott hingerichtet, um an ihm ein religiöses Exemple zu statuieren. Das setzt eine paar Momente der Reflexion und Einkehr voraus. Die gibt es kaum. Die paar Tausend Leute auf dem Vorplatz wollen was verstehen und unterhalten werden. Deshalb brüllen sich alle fast die Seele aus dem Leib. Zwischen literarischer Vorlage und Aufführung gibt es kaum eine Beziehung auf dem Vorplatz. Deshalb gibts zwei Punkt Abzug! Es müssten eigentlich drei sein. Da aber Feronika Ferres fünf verdient hätte, kommt es zu einem kleinen Ausgleich. Festspiel - Mathematik.

Noch einen Punkt Abzug müsste es dafür geben, dass die Festspielösterreicher die Botschaft des Jedermann auch nach knapp einem Jahrhundert Festspielzeit noch nicht erkannt haben: tue Gutes, verachte nicht Deinen Gott! Sie kommen nur, um zu feiern. Wenn das Salzburger Beispiel Schule machte, werden sich bald Gangsta und Räuber osteuropäischer Mafiafamilien zu ihren Berliner Festspielen treffen, um sich dort alljährlich eine Aufführung von Brechts Dreigroschenoper anzusehen. In den Moritaten von Brecht feiern sie die Begnadigung von Meckie Messer. Unsere Festspielösterreicher feiern dann in Salzburg immer noch ihre eigene Hinrichtung. Prost.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erstaunt 20. November 2009
Format:DVD
Verwöhnt von den Jedermanntagen in Berlin, die Brigitte Grothum jedes Jahr stattfinden lässt, kann ich nur sagen, dass ich schwer enttäuscht bin. Hier wird Häßlichkeit in Großaufnahme zelebriert, der Teufel ins Lächerliche, am Sack kratzend mit Hörnern und Hufen dargestellt, wo es doch um ganz anderes als um Äußerlichkeiten geht. Nichts gegen Tobias Moretti, der seinen Part, trotz dieser Verkleidung, in höchster Manier ableistet.
Seltsam flach und nicht eingängig möchte man weder die Falten und Schweißtropfen im Gesicht von Peter Simonischek sehen noch scheint übertriebene, nur in den Augen des Regisseurs, Verderbtheit der Buhlschaft, dem Text Rechnung zu tragen, sondern nur dem Auge des Betrachters, der die wohlfälligen Rundungen der Veronica Ferres sicherlich gern betrachtet, dabei aber vergisst, worum es Hugo von Hofmannsthal wohl ging. Der obszöne Mammon (Maximilian Brückner) ist gut gespielt - allein was soll diese schwule Darstellung? Ist Homosexualität besonders Verwerflich? Das alles und das ständige Gebrüll - wären da nicht doch kleine moderne Mikros angebracht? - sind der offenen Bühne vielleicht zuträglich, ebenso wie die gesamten Gestaltung, die eben doch ablenkt. Welch Witz bei Grothum, welch hintersinnige Darstellung Gottes, der nicht zu sehen ist, welch strahlende Erscheinung des Glaubens - warum muss das hier eine auch noch ältliche Nonne sein? - welch dunkle Gestalt des Todes, in den Berliner Aufführungen, die ich schon miterlebt habe.
Alles in Allem: Ich würde mir die letzte Inszenierung 2009 im Berliner Dom sofort kaufen, wenn sie denn auf DVD zur Verfügung stünde.
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Jedermann 21. November 2010
Format:DVD
Nachdem wir die diesjährige Aufführung im Berliner Dom gesehen hatten, blieb noch einiges offen. Hier waren Textpassagen manchmal undeutlich und schlecht verständlich. Daher mein Entschluß Jedermann nochmal von einer DVD zu genießen.
Das war eine gute und richtige Entscheidung.
Die Aufführung auf der Salzburg ist um klassen deutlicher, ich kann diese DVD unbedingt empfehlen.
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