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Jedermann: Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes. (Theater Funk Fernsehen). Auf Grund der Vorarbeiten des Dichters revidierter Text
 
 
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Jedermann: Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes. (Theater Funk Fernsehen). Auf Grund der Vorarbeiten des Dichters revidierter Text [Taschenbuch]

Hugo von Hofmannsthal , Heinz Rölleke
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 107 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 11., Aufl. (1. November 1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596108713
  • ISBN-13: 978-3596108718
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 791.140 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Hugo von Hofmannsthal
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dieses Mysterienspiel entstand in den Jahren 1903 bis 1911. Den "Jedermann"-Stoff, der das Thema von der Hinfälligkeit der irdischen Besitztümer und der Heilsnotwendigkeit der Buße mit der Parabel vom Freund in der Not verbindet, fand Hofmannsthal (1874-1929) in einer englischen Schauspielbearbeitung. Auch eine dramatische Gestaltung aus dem 12. Jahrhundert ist überliefert. Hofmannsthal benutzte die mittelalterlichen und barocken Vorstellungen vom Wandel der Menschen miteinander und vor Gottes Angesicht, um die Grundfrage nach dem Sinn des menschlichen Auftrages in der Welt zu stellen. Uraufgeführt 1911 in Berlin unter der Regie von Max Reinhardt wurde dieses Stück vor allem durch die Salzburger Festspiele, in deren Programm es einen festen Platz hat, berühmt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Verlag über das Buch

Hugo von Hofmannsthal, Hauptvertreter des Wiener Impressionismus und Symbolismus, schuf in seinem 1911 erschienenen Drama einen Held, der ganz gewöhnlich ist, der Mensch schlechthin, ich, du, wir alle, mit einem Worte: Jedermann. Vor Gottes Richterstuhl, von allen Freunden verlassen und aller weltlicher Güter beraubt, muß er erkennen, daß nur seine Werke und sein Glaube ihm helfen können. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Als fixer Bestandteil der Salzburger Festspiele ist der Jedermann dank seiner jährlichen Aufführungen, zahlreicher Verfilmungen und meist hochkarätiger Besetzung längst legendär. Gerade die Rollen der Buhlschaft, des Jedermanns und Tod sind schon von Schauspielgrößen verkörpert worden, solche die es zu diesem Zeitpunkt schon waren oder später sogar geworden sind. Woher mag diese fast zeitlose Faszination kommen?

Jedermann ist ein Jedermann, der sein Leben in vollen Zügen auskostete, mitunter weil er sich eines beträchtlichen Reichtums erfreuen konnte. Mildtätige Gaben und Spenden verweigerte er schlichtweg, um seinen Reichtum nicht teilen zu müssen, genauso wie er unangenehmes gerne auf "morgen" verschob. Selbst seine geliebte Buhlschaft wollte er erst irgendwann später heiraten, weil er bis dahin sein Leben noch genießen wollte und glaubte soviel Zeit zu haben. Der Tod kam jedoch unerwartet und machte ihm einen Stricht durch die Rechnung, allerdings auch ein Angebot, nämlich dass er nicht allein sterben muss, wenn er nur jemanden findet, der oder die bereit ist, mit ihm "in den Tod" zu gehen...

Hugo von Hofmannsthals Jedermann ist eines jener Werke die ihrer Zeit bereits weit voraus waren, ohne das wirklich zu sein, denn die Themen des Jedermanns sind schlicht zeitlos. Als Vorreiter der Spaßgesellschaft verkörpert Jedermann ein Ideal, nämlich den reichen Mann, der glaubt genug Zeit zu haben um sein Leben noch genießen zu können, unter anderem auch weil er alles hat was man sich doch nur wünschen kann, wie Geld, eine schöne Frau an seiner Seite und sogar Gesundheit. Zu guter letzt ist all das aber nichts wert, wenn man keine echten Freunde hat und viele Dinge ungeklärt zurück lässt, das Leben also einfach so an einem vorbeizieht und niemand wirklich trauernd zurück bleibt. Ob ein solches Leben verschwendet ist? Nur der Verstorbene kann das beurteilen.

Fazit:
Ein großartiges Stück, mit einer fast zeitlos aktuellen Thematik.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Und Jedermann richten nach seinem Teil", nach meinem Vorbild, spricht Gott der Herr zum Tod, "Er muss eine Pilgerschaft antreten / Mit dieser Stund und heutigem Tag / Der er sich nicht entziehen mag."

Eine Pilgerschaft, dass heißt nicht mehr, als auf eine Reise gehen, um sich selbst näher zu kommen. "Verändert kommst Du zurück" verheißt ein Gedicht in einem spanischen Kloster und so gilt das Pilgern der Welt, dem Säkularen und der erlebten Beziehung zwischen Menschen. Menschen, die einst Nachbarn waren und nun in der Ungleichzeitigkeit des Lebens und dessen monetären Reichtums von einander ablassen. "Ich tät mich schämen" sagt der eine und von Jedermann ist nur zu hören: "Mensch, da bist du in der Irr, / Wenn du meinst, ich könnt ohnweilen / Den Beutel Geld da mit dir teilen." Und nichts mehr als christliche Nächstenliebe wird seitens des Armen dem Jedermann als Wunsch vorgehalten, nochmals mit der Aufforderung, sein Geld zu teilen. So bleibt nur noch den Wert einer Schenkung zu rechnen, die mit der Menge auf Alle verteilt, einen Schilling für den einzelnen und seine Seele bringt, also nichts, was dem Wert eines Menschen entspricht, und doch "Ist [es d]ein gebührend richtig Teil."

Mit dem Zusammenspiel von Gott dem Herrn, dem Teufel und dem Tod gelingt es Hofmannsthal (1874-1929) die Sphären des Jenseits und des Metaphysischen zu verbinden mit dem Diesseits des Jedermanns, der als Metapher des Menschen an sich und seinen säkularen Interessen am Mammon seine Rolle findet. Religion im weitesten Sinne trifft auf das Leben, welches in seiner Ganzheit dem Tod entgegensteht und ihn dennoch integrieren muss. Jedermann ist sündhaft, am Golde hängend und doch führt Hofmannsthal dem Leser zur Idee einer christlichen Übung der Reue. Deutlich soll werden, dass bei aller Zwiespältigkeit und vor allem unchristlichen Lebenswandel der Mensch nicht verloren ist. "Jedermanns Ladung vor Gottes Richterstuhl" ist nicht mehr, als eine letzte Chance in einem Märchen, das nicht einer Zeit angehört, einem Märchen, das, so wie der Jedermann an sich, zeitlos ist. Hofmannsthal verweist, wenn man so will, auf die letzte Stunde, aber es scheint, als brauche er sie als Allegorie für das Leben. Ihm will es so scheinen und damit dem Leser, dass das Leben bereits die letzte Stunde ist, damit wird der Begriff nicht zur Messung der Zeit, sondern zur Aufforderung, jede Zeit als die letzte zu begreifen, auch in der Gewissheit, dass ein in vielen Sünden erprobtes Leben in einer bußfertigen Stunde gerechtfertigt werden kann. Der Glaube ringt mit dem Teufel um die Weihe des Lebens, "Reu", so der Glaube, "Die hat eine lohnende Feuerskraft, / Da sie von Grund die Seel umschafft."

So wie Hofmannsthal den Besitz als eine an die Sinnfragen gekoppelte Größe propagiert, geradezu das Stück um das Mammon rankt, steht Jedermann als Gegenspieler nicht der Metaphysik, der Religion, sondern vielmehr dem profanen Geld, dem Besitz gegenüber. Herr und Knecht zeigen sich in dem Sinn, dass "Was wir besitzen sollten, uns besitzt" und so muss im Sinne einer Kunst zu sterben gerade im Augenblick der letzten Stunde die richtige Position erkannt werden. Das Verhältnis des Menschen zu seinem Besitz wird in den artes moriendi verwandelt zum Gespür zu wissen, dass Sterben lernen heißt, mit dem Tod zu leben. Dieses wissen wir seit den platonischen Schriften, und mit diesen wissen wir auch, dass nichts an himmlischen Anleihen durch Geld zu erwerben ist. Glaube und Philosophie sind auch hier bei Hofmannsthal Jedermanns strategische Antworten am Horizont der Frage, was im Leben wirklich wichtig ist.

Dass der Jedermann seinen festen Platz bei den Salzburger Festspielen hat, macht Hofmannsthal in Ewigkeit unsterblich.
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Ein ewiges Thema 21. Juni 2009
Von Karl-Heinz Heidtmann TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Was liegt näher als kurz vor den "Salzburger Festspielen" (25. Juli - 30. August 2009) noch einmal Hugo Hofmannsthals "Jedermann" zur Hand zu nehmen, der seit 1920 einen festen Rang auf dem Domplatz hat und schon von vielen prominenten Schauspielern dargestellt wurde?

Immerhin stellt Hofmannsthal die zentrale Frage für jeden Menschen, einmal am Ende seines Lebens angekommen - und auf die noch nie jemand eine eindeutige Antwort zu geben vermochte.

Die Grenzen des irdischen Seins gelten für jeden - und von diesem Leben lassen die meisten ungern, weiß man doch meist nicht mit dieser Transition umzugehen: Asche zu Asche.

Gewiss, die Unsterblichkeit bedarf nicht ausschließlich einer theologischen Erklärung. Auch physikalisch verschwindet der Mensch ja nicht - er nimmt nur andere Aggregatzustände an und löst sich in physische Bestandteile auf. Nur, kann das ein Trost sein?

Der Mensch hängt doch meist sehr am Leben, mag es noch so erbärmlich sein. Besonders hart trifft es jene, die alles Erdenkliche auf Erden besitzen - und es doch zurücklassen müssen. Selbst Milliarden retten das Leben nicht, verlängern es möglicherweise nur ein wenig.

Und so bleibt angesichts des nahenden Todes die bange Frage, wer oder was hilft? Jedermann muss entsetzt feststellen, dass weder die Freunde ("Gesellen"), noch das Weib ("Buhlschaft"), noch die Familie ("Vettern"), noch seine Bediensteten ("Hausvogt") in der Lage oder willens sind, ihm in seinem Dilemma zu helfen oder den schweren Weg mit ihm zu gehen.

Weder das viele angehäufte Geld ("Mammon"), noch das, was er aufgebaut ("Werke") können ihn retten. Nur ein Weg erweist sich als tragfähig: der Glaube. "Hast mich dein Leben lang verlacht und Gottes Wort für nichts geacht, geht nun in deiner Todesstund ein ander Red aus deinem Mund?" - Jedermann in heller Panik: "Ich glaub, ich glaub!"

Denn wie schon bei Goethe im "Faust", läuft es auch bei von Hofmannsthal auf die "Gretchenfrage" hinaus: "Wie hältst Du es mit der Religion?". Und so wie Gretchen "gerettet" wird, greift Jedermann nach dem rettenden Strohhalm und gelingt auch ihm im letzten Moment die Wendung zur Erlösung, zum "ewigen Leben": "Wie Du mich zurückgekauft, so wahre jetzt der Seele mein, dass sie nit mög verloren sein und dass sie am Jüngsten Tag auffahr zur Dir mit der geretteten Schar."

Dass man auch zu einem anderen Schluss kommen kann, beschreibt schon vor mehr als zweitausend Jahren Prediger Salomo ("Koholet"): Er weist jene Theologien zurück, die das menschliche Glück einzig ins Jenseits verlegen und besteht darauf, das Diesseits nicht zu Gunsten des Jenseits zu entwerten.

Fazit: "Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes" hat berechtigt seinen festen Platz im Literaturbetrieb, kommt doch kein Sterblicher an diesem Thema vorbei. Allein, ob er in der Antwort Hugo von Hofmannsthals seinen je eignen Weg findet, das sei jedem Lebendem selber überlassen. Andere "ewige" Dichter, Denker oder Philosophen haben möglicherweise mehr zu bieten. Und so bleibt das ganze Leben weiter der Suche geschuldet.
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