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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
125 von 129 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein grandioses Leseerlebnis,
Von Agricola "mb" (Dxxxxfield) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Jeder stirbt für sich allein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Hans Fallada beschreibt in diesem Roman das Schicksal der stillen Eheleute Otto und Anna Quangel, typische "kleine Leute", die im Berlin der beginnenden Vierziger Jahre nach einem herben Schicksalsschlag ihre ganz eigene Variante von Widerstand gegen das Nazi-Regime entwickeln: sie hinterlassen gefährliche Botschaften auf Karten, die sie nach und nach in der Stadt verteilen. Gestapo-Kommissar Escherich ist ihnen mit perfiden Methoden auf der Spur.Das jetzt als schön gestalteter Hardcover-Band im aufbau-Verlag erschienene Buch ist ein wertvolles Zeitzeugnis und dazu spannend zu lesen wie ein Krimi. Das Buch zeigt den Roman erstmals in der ungekürzten Originalfassung; insbesondere ist das 17. Kapitel erstmals vollständig enthalten, aber auch früher veranlaßte Streichungen und Textveränderungen (vor allem politisch motivierte Tilgungen) sind nun wieder aufgehoben worden. Die von Fallada (1893-1947) im Herbst 1946 geschriebene Geschichte vermittelt uns auf über 700 Seiten einen authentischen Eindruck von der Stimmung der Zeit, gewährt Einblicke in das von Mißtrauen und Angst, Feigheit und Verrat geprägte Miteinander der Zeitgenossen, die Fallada in unvergleichlicher Weise charakterisiert. Das Wirken des Unrechtsystems wird am Beispiel der keinem Recht unterworfenen, willkürlich agierenden Staatsmacht und ihrer Zuträger in beklemmender Eindringlichkeit demonstriert. Der aufbau-Verlag bereichert uns hier um ein besonderes Stück Literaturgeschichte. Die Deckelinnenseite zeigt einen schön und informativ gestalteten Stadtplan (Wohnort der Quangels, Fundort der ersten Karte, Gestapo-Zentrale usw.), ein kurzer Anhang vermittelt die biografischen Daten des Autors, zeigt aber auch einige Fotos und Aktenauszüge des realen Falls, an den sich der Roman entfernt anlehnt. Wer verstehen möchte, wie aus biederen Bürgern ein Heer an Wegduckern und Wegguckern werden konnte, wird hier - vor allem im fast unerträglichen Schlußteil des Buches, der sich mit dem befaßt, was der Festnahme der Quangels folgte - die Antwort finden. Ich kann das Buch jedem - nicht nur dem historisch interessierten - Leser uneingeschränkt empfehlen. Es handelt sich um einen literarischen Hochkaräter, der im Ton vielleicht ein wenig an Döblins "Berlin - Alexanderplatz" erinnert, aber natürlich eine gänzlich andere Story fesselnd erzählt. Zu einem Lesevergnügen ganz besonderer Art kommt ein Zweites: das überaus angemessene Preis-/Leistungsverhältnis. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
67 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der kleine Widerstand,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Jeder stirbt für sich allein: Roman (Fallada) (Taschenbuch)
Ein Plädoyer für die Menschlichkeit und gegen die Verzweiflung, für Zivilcourage auch in kleinen Dingen, auch im geringfügigen Versuch, sich gegen das Verderben aufzulehnen. Hans Fallada wollte mit diesem Buch ausdrücklich die Verantwortung der Kollektivschuld, der Schuld aller Deutschen am Zweiten Weltkrieg und am Holocaust relativieren. Er ist erneut Anwalt der kleinen Leute, ein verständnisvoller Beobachter, der sich gegen die pauschalisierende Verurteilung wehrt. In seiner mitfühlenden Geschichte eines wahren Falles lässt er das Ehepaar Quangel als aufrechte und sich nur ihrem Gewissen verantwortliche Menschen erscheinen, die ihr Möglichstes tun, um ihrem Misstrauen und ihrer Verzweiflung gegenüber dem Hitlerregime Ausdruck zu verleihen. In ihren bescheidenen Mitteln hoffen sie, mit ausgelegten Karten die anderen Menschen zum Nachdenken zu bewegen, die Menschen aufzurütteln aus ihrer verzweifelten Lethargie, ohne zu ahnen, dass ihr kleines Aufbegehren in der angstvollen Atmosphäre jener Zeit ungehört verpufft, einzig registriert von einem unerbittlichen und unmenschlichen Staatsapparat, trotzdem man hier dem Menschenfreund Fallada zugute halten muss, dass er kein Freund der Schwarz-Weiß-Zeichnung war, denn auch der Kripobeamte besitzt menschlich-sympathische Züge, trotzdem er die Staatsgewalt vertritt. Auch in ihrer Todesangst stehen sie wacker zueinander und zu ihren Taten, sie sollen ein Vorbild sein und sind. Mitfühlend, wie vom Autor geschildert, beendet auch der Leser das Buch, um eine schmerzliche, aber notwendige Erfahrung reicher. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein geniales Stück Literatur!,
Von Gagga Mia (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Jeder stirbt für sich allein: Roman (Fallada) (Taschenbuch)
Fast steht der Inhalt der Story dem Gefühl, das in die Beschreibung und Ausformung der Charaktere gesteckt wurde, nach. In einzigartiger Weise wird Otto Quangel in seinem sinnlosen Unterfangen, Widerstand gegen Hitler zu leisten, beobachtet. Man fühlt Mitleid mit seinem Kampf gegen Windräder und der damit verbundenen Gefahr. Seine Umgebung wird ebenso gnadenlos beleuchtet und für die Nachwelt festgehalten. Die Tragik der Geschichte ist vorhersehbar und bleibt bis zuletzt unausweichlich. Die Grausamkeit der Beschreibung hält sich gemessen an dem, was da vorgeht, fast noch in Grenzen. Zu sehr ist man zum Schluss mit dem Charakter von Otto Quangel verwoben, zu sehr empfindet man seinen Gefühle und geht aufrecht mit ihm dem Ende entgegen. Ein geniales Stück Literatur!
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