Joseph Beuys vermittelte in den Gesprächen auf der Documenta 5 in Kassel einen Einblick in sein Denken, wie später kaum noch.
Wenn man bedenkt daß Beuys zu den Mitgründern der Grünen zählt,
so wird hier auch ein Stück Ideengeschichte der grünen Bewegung dargeboten, wie man es heute eigentlich nicht mehr kennt. Insbesondere Beuys eintreten für die Idee von der Dreigliederung des sozialen Organismus verbindet ihn auch mit dem Ideengebäude Steiners, aber auch mit dem Werk Goethes und Schillers. Wenn man so will, so wird in Beuys Wirken neben dem Einfluß der Moderne auch das Wirken der abendländischen Klassik wieder lebendig. Allerdings in neuer Gestalt. Wer sich über den Einfluß von Steiners Denken auf Beuys beschäftigen will, dem empfehle ich das Buch von Wolfgang Zumdick: "Der Tod hält mich wach" - Joseph Beuys und Rudolf Steiner, ISBN 3-85636-137-5, als ergänzende Lektüre. Beuys hat sich überdies vehement für die Direkte Demokratie eingesetzt. Dieses Wirken nahm gleichfalls seinen Anfang bei den Gesprächen anläßlich der Documenta 5. Beuys Ideenwelt negieren und nur seine Kunst lieben zu wollen, hieße einen der großen Künstler unserer Zeit vollständig zu verkennen.