1945 in Berlin gegründet, wurde der Aufbau-Verlag zum wichtigsten literarischen Verlag in der DDR. In den frühen Jahren waren es besonders die während der NS-Herrschaftszeit emigrierten Autorinnen und Autoren, die veröffentlicht wurden und Aufbau eine gute Reputation als Verlag für Exilliteratur einbrachte. Als größter Erfolg muß hier Anna Seghers' „Das siebte Kreuz" gelten. Wichtig für Aufbau waren Publikationsreihen wie die „Bibliothek Deutscher Klassiker" oder die „Bibliothek fortschrittlicher deutscher Schriftsteller". Die Publikation von Carsten Wurm, früher Archivar bei Aufbau, ist eine gelungene Darstellung der Verlagsgeschichte, versehen mit einer Vielzahl von Fotografien und Abbildungen von Buchumschlägen, auszugsweisen Zitaten aus der Autoren-Verleger-Korrespondenz und Statements von Autoren. Interessante Aspekte in dieser Geschichte sind unter anderem die Arbeit des Verlagsleiters Walter Janka, der im Jahre 1957 als Antwort auf Forderungen nach einer Erneuerung der SED und der DDR in einem Schauprozeß zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, weiterhin der Versuch, einen West-Ableger in Hamburg zu etablieren, die Unregelmäßigkeiten im Ost-West-Rechtehandel, die Zensurmaßnahmen und vieles mehr. Der Anhang des Buches bietet eine Chronik des Verlags sowie eine Auflistung der Bestseller bis 1990. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)