Brigitte Reimann war zeit ihres Lebens eine Suchende, suchend nach Glück, nach der vollkommenen Liebe, nach ihrem Platz in der Gesellschaft und einem Platz im Leben.
Ihr Roman Franziska Linkerhand" spiegelte ebenso wie ihre anderen Romane und Erzählungen ihre eigenen Gedanken und Gefühle wider, ohne offen autobiographisch zu sein. Von einer sehr privaten Seite kann man diese viel zu früh an Krebs verstorbene Autorin jetzt in dem beim Aufbau Verlag erschienenen Buch Briefe an die Eltern" kennen lernen. Ungeschminkt und sehr ehrlich berichtet sie in den Briefen an die von ihr sehr geschätzten Eltern von ihrem Leben, von den Stolpersteinen als Schriftstellerin, die es gewohnt war, gegen den Strom zu schwimmen und von ihren Lieben, die allzu oft ohne die gewünschte Langlebigkeit auskommen mussten. Wer Brigitte Reimann schätzt, wird in diesen Briefen neben Bekanntem auch viel Neues, Interessantes finden und wen einfach eine DDR-Biographie interessiert, der findet hier auf jeden Fall genügend Lesestoff, um sich ein Bild über diese vergangene Zeit zu machen.