Vorab: allen Leuten, die keinen Sinn für chaotischen und abstrusen Humor haben, sollten besser ihre Finger von diesem Buch lassen. Alle anderen werden es bis zum letzten Buchstaben ausführlich genießen und sich dabei köstlich amüsieren.
Die Handlung im einzelnen wiederzugeben würde wahrscheinlich den Rahmen dieser Rezension sprengen und ich würde mich dabei wahrscheinlich genauso verzetteln, wie die Figuren in dem Roman von Dave Barry. Vielleicht soviel: "Hauptfigur" ist Miami in Florida, weil die Chaos-Handlung dort spielt und vielleicht auch nur dort spielen kann. Weitere "Hauptfigur" ist eine in einem Koffer eingeschlossene Bombe. Dieser Koffer vereinigt dann im Ergebnis am Ende alle Handlungsstränge und Figuren, weil sie letztendlich direkt oder indirekt diesem Koffer "nachjagen".
Auf den Inhalt der Geschichte kommt es aber nur beiläufig an.
Wichtiger sind die schrägen Typen und die einzelnen - teilweise slapstickartigen - Situationen. Hier zeigt das Buch seine Brillianz. Barry tobt seine streckenweise auch "masochistische" Phantasie aus und der Leser hält sich vojeuristisch den Bauch vor Lachen angesichts der Absurdität und der Komik einzelner Situationen.
Wir begleiten dabei mehrere kleine Gruppen von Protagonisten bei denen es sich um eine Schülergruppe, eine Elterngruppe, Waffenschmuggler, Verbrecher aus Zufall, Polizeibeamten und dem FBI handelt; alle werden letztlich wegen dieses Koffers (mit der Bombe) zusammengeführt, wobei sich ständig - teils beabsichtigt, teils unbeabsichtigt - ihre Wege kreuzen. Diese "Zusammentreffen" enden regelmäßig in einem skurrilen Chaos, bei dem sich Barry regelmäßig mit seinen Gags und Absurditäten austoben kann. Der Leser dankt es ihm und amüsiert sich köstlich.
Das Buch liest sich in einer Tradition - aus europäischer Sicht - von Carlo Manzoni und dessen unvergessenen rothaarigen Detektiv Chico Pipa oder einem Tom Sharpe - insbesondere dessen Henry-Romane.
Auch wenn es mir nicht gelungen ist, bei einigen Passagen das spontane laute Lachen zu unterdrücken, so kann ich mich allerdings der auf dem Buchrücken niedergelegten Meinung Stephen Kings (das komischte, das er in den letzten vierzig Jahren gelesen habe) nicht uneingeschränkt anschließen; da stehen sicherlich noch ein paar Bücher von Carlo Manzoni und auch von Tom Sharpe davor.
Dies soll aber kein Mißverständnis aufkommen lassen: "Jede Menge Ärger" ist ein Riesenspaß, der viel zu schnell zu Ende ist! Man kann nur hoffen, daß Barry an seinem ersten Roman ebenso viel Gefallen gefunden hat und noch viele mit dieser Frische folgen läßt!