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Dimitri Shostakovich Audio CD
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Produktinformation

  • Komponist: Dmitri Schostakowitsch
  • Audio CD (8. April 2002)
  • SPARS-Code: DDD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Naxos (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-)
  • ASIN: B000063TS9
  • Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 49.414 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

1. The Bolt: Suite From The Ballet, Op.27a
2. Jazz Suite No.2 (Suite For Stage Variety Orchestra)
3. Jazz Suite No.1
4. Tahiti Trot, Op.16

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Dirigent Dmitry Yablonsky und das Staatliche Russische Sinfonieorchester präsentieren auf dieser Aufnahme mit Seltenheitswert eine wenig bekannte, aber keineswegs uninteressante Seite des eher für seine Sinfonien, Konzerte und Streichquartette bekannten Dmitri Schostakowitsch. Dessen Beschäftigung mit zeitgenössischer Unterhaltungsmusik ergab sich zufällig anlässlich einer Wette, die der 22-jährige Schostakowitsch 1926 mit dem Dirigenten Nikolai Malko eingegangen war: Er sollte innerhalb von einer Stunde das damals sehr populäre Stück "Tea For Two" von Vincent Youman aus dem Musical No, No, Nanette für Orchester arrangieren. Das Resultat war der "Tahiti Trott", op. 16, der ebenfalls auf dieser Aufnahme enthalten ist. Für sein Arrangement brauchte Schostakowitsch angeblich nur 40 Minuten!

Angeregt durch einen Musikwettbewerb schrieb Schostakowitsch 1934 seine Jazz-Suite Nr. 1, deren Intention unter anderem darin lag, den Jazz auf ein ernst zu nehmendes musikalisches Niveau zu heben. Dieses gelang Schostakowitsch auf eindrucksvolle Weise, indem er die Klangfarben von Blues und Jazz mit der europäischen Musiktradition verband. Das Ergebnis waren drei sich gegenseitig kontrastierende Sätze, bei denen zu der herkömmlichen Orchesterbesetzung noch die für Jazzbands typischen Instrumente wie Gitarre oder Saxofon hinzukamen. Eine zweite Jazz-Suite entstand 1938, jedoch ging die Partitur während des Zweiten Weltkrieges verloren. Das auf dieser Aufnahme enthaltene gleichnamige Stück basiert auf einer anhand eines Klavierauszugs rekonstruierten Fassung des Briten Gerald McBurney aus dem Jahr 2000, zu der seither weitere Sätze hinzugekommen sind. Hier handelt es sich eher um Unterhaltungs- oder Bühnenmusik als um Jazz im strengen Sinne, nichtsdestoweniger ist es hörenswert, zumal es die leichte, aber keineswegs unkünstlerische Seite im Musikschaffen Schostakowitschs präsentiert. Kinogängern wird besonders der Walzer Nr. 2 aus dieser Suite bekannt vorkommen -- Stanley Kubrick setzte ihn als Filmmusik in seinem Spätwerk Eyes Wide Shut ein.

Ebenfalls hörenswert und, wenn man so will, "konventioneller" Schostakowitsch ist die Suite "Der Bolzen", op. 27a, die diese Aufnahme eröffnet. Diese Suite ist ein 1933 geschriebener Extrakt aus dem gleichnamigen dreiaktigen Ballett, das Schostakowitsch 1930 komponiert hatte: Es stellte im Prinzip ein kommunistisches Propagandastück dar, in dem es um Sabotage in einem sowjetischen Industriebetrieb ging. Die Suite überzeugt jedoch vollauf durch die kunstvolle Integration von Zitaten und Parodien, ihre Stimmungswechsel und ihren mitreißenden Schwung. Dmitry Yablonsky und das Staatliche Russische Sinfonieorchester gestalten dieses Stück wie auch die anderen Werke sehr spannend, mit differenzierter Dramatik und dem nötigen Biss. --Albrecht Volk

Produktbeschreibungen

JAZZ SUITEN NR.1+2/THE BOLT/TA

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
52 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
leichter Schostakowitsch 19. März 2004
Von Ein Kunde
Format:Audio CD
Wer Schostakowitsch mag, wird diese CD lieben. Hier zeigt er, dass er auch Meister der leichten Unterhaltung war. Besonders der bekannte Seconde Valse ist ein Genuss. Die Jazzsuiten glänzen durch fröhliche, heitere Musik. Das Finale des Bolzen gilt als das schwungvollste Schostakowitsch Stück schlechthin.
Die vorliegende Aufnahme mit dem Russian State Symphony Orchestra (Aufgenommen in 2001)bietet höchste Klangqaulitiät und ist gut ausdifferenziert.
Ein Muss für den Schostakowitsch-Fan.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Pflichtprogramm im CD-Regal 18. Dezember 2007
Von S. Theede
Format:Audio CD
Die CD bietet für wenig Geld tolle Musik. Die Klangqualität, insbesondere die Räumlichkeit ist hervorragend und die Kompositionen sowieso über jeden Zweifel erhaben. Alle Suiten bieten einfallsreiche Melodik, witzige Instrumentierungseinfälle und knackige Rhythmen, die den Großteil der Stücke auch fürs Neujahrskonzert kompatibel machen würden.
Mit dem Kauf der CD kann man nichts falsch machen, insbesondere wenn man wenig oder gar nichts von Schostakowitsch im Regal hat.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mrs. Peel
Format:Audio CD
In der Frühphase seines Schaffens experimentierte der junge Schostakowitsch intensiv mit modernen Formen der Unterhaltungsmusik, die sich stark an der Avantgarde westlicher Strömungen orientierten, was für die 20er und 30er Jahre, als diese Musik vom Kreml noch nicht verboten wurde, gar nicht mal so untypisch war, vollzog seine Generation damals doch gerade die Stilwende vom Symbolismus der Revolution und dessen Liebe zur Illusion zu einer zugänglicheren Ästhetik aus musikalischem Anspruch und realem Leben. In Schostakowitschs speziellem Fall sind diese Versuche auf eine starke persönliche Affinität zur Satire und der Tätigkeit als Pianist in verschiedenen Kinotheatern zurückzuführen, wo er die Handlung der Stummfilme mit seinen Improvisationen musikalisch unterlegte. Eine entsprechend parodistische Einfärbung erfahren auch diese Werke, in denen Schostakowitsch diverse Standardnummern aus den Cafes und Bars einer radikalen Neuerung unterzieht, indem gewohnte Tonstrukturen zu einem komisch erscheinenden Klangbild deformiert werden, sodass die bearbeiteten Tänze und Märsche in ihren schrägen Harmonien als Paradebeispiele erklingen, wie man mit ein wenig Effekthascherei den Anschein von extravaganter Originalität suggerieren kann, weil diese Stücke kokett das Gewand einer hämischen Karikatur zur Schau tragen, die den spießbürgerlichen Pathos der lyrischen Verherrlichung insbesondere der Wiener Klassik gnadenlos ins Lächerliche zieht. Manche Phrasen erscheinen sogar dermaßen banal, dass sie schon wieder schockierend wirken und so ganz nebenbei belebte Schostakowitsch damit die damals totgesagte Kategorie der Melodie neu, was ihn trotz aller avantgardistischer Ambitionen auch zu einem Konservativen machte, weil er in einer Zeit Melodiker blieb, als Melodien eigentlich stark verpönt waren. Der melodische Überschwang mündet hier oft in einen äußerst ekstatischen Rausch, der das unbändige Lebensgefühl dieser Epoche widerspiegelt, die unter der harmlosen Fassade aus vitaler Fröhlichkeit die blutgetränkten Abgründe eines totalitären Staates verbirgt. Und so wie hinter jeder Satire immer auch ein Stückchen Tragödie steckt, schimmert im Unterton dieser heiteren Musik ganz leise ein Hauch der Tragik dieser Generation durch, die es noch verstand, sich mit dem Tanz als Droge selbst abzufeiern, bevor sie das Unheil des Krieges überkam.

Wie auch schon in Schostakowitschs Gogol-Oper "Die Nase" paaren sich in diesen vier Werken theatralische Brechungen und ironische Nadelstiche mit romantischen Verträumtheiten, subtilen Andeutungen und ordinären Effekten, wobei jederzeit sein phänomenales Talent für die Orchestrierung zur Geltung kommt, insbesondere im finalen "Tahiti Trot", einer Transkription von Vincent Youmans eloquentem Foxtrott "Tea For Two", den er nach lediglich zweimaligem Hören zum Erstaunen seines Weggefährten Nikolai Malko in 45 Minuten aus dem Gedächtnis bearbeitete. "Der Bolzen" und die "Jazz Suiten" sind jeweils in mehrere elegant miteinander verwobene, anekdotenartige Sätze unterteilt, die (bis auf wenige Ausnahmen) mit einer Länge von lediglich 2 bis 4 Minuten auskommen und wie an einer Perlenschnur aneinandergereiht eine Kette von absurden Szenen versinnbildlichen, in denen oft ernsthafte Töne systematisch durch sarkastischen Humor unterminiert werden.

"Der Bolzen" ist eine in acht Sätzen zusammengefasste Suite eines choreographischen Schauspiels über Industriespionage, die auf illustrative Weise surreale Bilder von grotesker Variete-Atmosphäre zum Leben erweckt. Nach einer furiosen Ouvertüre folgt eine munter-forsche Polka und der "Tanz des Kutschers", ein exzentrisches Stück mit einem zyklisch variierten Thema, das zunächst von hymnischen Streichern intoniert wird, ehe anarchisch stöhnende Bläser subversiv in das Klangbild einfallen und den melodischen Faden weiterspinnen. Der anschließende "Kozelkows Tanz mit Freunden" fußt auf einem geheimnisvollen Tango, der zu Beginn noch schwerfällig agitiert, sich dann aber mit dynamischen Wendungen in einen euphorischen Rausch steigert, um gegen Ende auf seinem zugespitzten Höhepunkt in orgiastischer Ekstase zu kulminieren. Funkensprühende Xylophone drücken dem "Kompromissler" ihren spielerisch leichten Stempel auf, bevor im anschließenden Finale der Vorhang mit einer enthusiastischen Apotheose geschlossen wird.

Die "Jazz Suite Nr. 2" ist eine Sammlung diverser Arbeiten Schostakowitschs für Theater, Ballett und Kino. Das populärste Stück daraus ist sicher der "Walzer II", dessen sehnsuchtsvolle Melodie eines betörend aufspielenden Saxophons später von Stanley Kubrick für seinen letzten Film "Eyes Wide Shut" als musikalische Untermalung verwendet wurde. Im "Lyrischen Walzer" mäandert diese hypnotische Melodie ebenfalls hindurch, geht dann aber in einen schwungvollen orchestralen Ausdruck über. Ergänzt wird die Suite durch einen fulminanten Marsch in der Eröffnung; einer kleinen Polka, die mit einer schlichten, aber mitreißenden Melodie auftrumpft; einem weiteren Walzer (I), der einen charmanten Verweis auf Tschaikowskys Nussknacker-Suite parat hält; zwei furiosen Tänzen (Dance I, II), die in ihrer fröhlichen Ausgelassenheit den Geist der englischen Folklore (Hornpipe-Tanz) atmen; und dem überschäumenden Finale, wo uns erneut die lebhaften Xylophone begegnen. Ebenso sind die drei Episoden der "Jazz Suite Nr. 1" (ein verträumt nostalgischer Walzer, eine tosende Polka und ein majestätischer Foxtrott, dessen stolzer Pathos in melancholische Blues-Harmonien getränkt ist) in ihrem exaltierten Esprit vom atmosphärischen Flair der Salons durchdrungen.

Ein ganz spezielles Licht auf diese virtuos kolorierten Werke wirft der Aspekt, dass all diese Elemente, die hier zu hören sind, in Schostakowitschs Spätphase nicht mehr aufzufinden sein werden. Das spielerisch Unterhaltsame, die beißende Satire, die berauschende Zügellosigkeit und die heitere Spontanität werden dann der konzentrierten Sprache eines distanzierten Intellektuellen weichen, die eher einer pflichtbewussten Vernunft entsprungen scheint. Zumal Stücke wie "Der Bolzen" ebenso wie die von Stalin höchstpersönlich abgesetzte Oper "Lady Macbeth von Mzensk" schließlich vor dem Scherbengericht landeten und zum Opfer der kulturpolitischen Säuberungen fielen, weil sie weder der musikalischen Tradition noch dem ideologischen Dogma entsprachen. Und auch wenn Schostakowitsch später selbst diese leichten Stücke als "Jugendsünde" bezeichnen wird, dienen sie dennoch wunderbar ihrem vorbestimmten Zweck, nämlich einfach zu unterhalten.
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