Dieses Album stellt den eigentlichen Ursprung und das stilistische Original der gesamten brasilianischen Stan-Getz-Phase dar. Stan Getz galt schon in den 50er Jahren als einer der großen Tenorsaxophonisten des Cool Jazz. Durch verschiednen Aufnahmen wurde seine Vorliebe für lateinamerikanische Rhythmen und Klangfarben geweckt. Im März 1962 legte er mit dem Gitarristen Charlie Byrd eine erste Platte mit eben dem signifikanten Titel „Jazz Samba" vor. Sie ist die Zusammenführung von US-amerikanischem Cool Jazz und Brasiliens landestypischer Samba-Musik. Produzent Creed Taylor fand akustisch hervorragende Aufnahmeorte - die Instrumente sind absolut realistisch eingefangen und erzeugen eine ungemein gute und entspannende Atmosphäre. Hier ertönte auch zum ersten Mal „Desafinado" in der betörenden Phrasierung durch Getz; die berühmtere Version ist auf „Getz/Gilberto" zu finden. Des weiteren ist der Standard „Samba Triste" enthalten, für mich ist das beschwingte „O Pato" ein ebensolcher. Die Platte wurde ein umwerfender Erfolg, was die Macher veranlasste, eine regelrechte Reihe von Platten um diesen Erstling zu platzieren: „Big Band Bossa Nova", 1962, „Jazz Samba Encore", 1963, der Überflieger „Getz/Gilberto", 1963 und „Getz/Gilberto #2", 1964. Auch hier gilt, dass die vorliegende 20bit digital remasterte Version absolute Obersahne ist, einfach unglaublich, wenn man bedenkt, das die Aufnahmen von 1962 stammen. Auch Booklet und Design sind informativ und sehr ansprechend. Als Bonus gibt es die Singleversion von „Desafinado".