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Jazz: Eine Musik und ihre Geschichte
 
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Jazz: Eine Musik und ihre Geschichte [Gebundene Ausgabe]

Kenneth Burns , Franca Fritz , Heinrich Koop
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 482 Seiten
  • Verlag: Econ (1. Oktober 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3430116090
  • ISBN-13: 978-3430116091
  • Größe und/oder Gewicht: 27,6 x 24,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 333.569 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ken Burns hat sich mit Filmen zum Bürgerkrieg der USA und zur Geschichte des Baseballs bereits einen Namen gemacht, und patriotisch fiel auch seine zehnteilige TV-Serie zum Jazz aus. Daraus entstand ein Buch, das in den USA den -- im Unterschied zur deutschen Version -- korrekten Untertitel A History Of America's Music trägt. Es will gar nicht den Anspruch erheben auf eine kritische Sichtung des aktuellen Jazz, sondern schürft mit erheblichem Aufwand in der Gumbo-Steinzeit, wo Jazz noch keinen Namen hatte, frönt anschließend Satchmo erheblich mehr als Monk, lässt den Blues als Bessie Smith auftauchen und findet für Leute von heute nur wenige Worte. Außer für Wynton Marsalis. Der stellt sich einmal wieder als Konservator alter Noten vor und predigt die guten alten Zeiten. In den USA war das Buch folglich bei Jazz-Experten umstritten.

Doch Burns und einigen Gastautoren gelingt mit ihrem an berühmten Personen des USA-Jazz orientierten Opus mehr als manchen ausführlichen Lexika und Standardwerken: eine unterhaltsame und üppig illustrierte Zeitreise durch die Bars, Kneipen und großen Theater der USA mit allem Glamour und allen Schattierungen. Jedoch endet die ausführliche Tour mehr oder weniger in den 70er-Jahren mit dem Tode von Louis Armstrong und dünnt dann aus -- verständlich, wenn man weiß, dass Satchmo-Fan Marsalis zu den musikalischen Beratern des Autorenteams zählte. Dennoch: Ein perfekt inszeniertes Denkmal mit 500 Abbildungen für die uramerikanische Musik, das nicht nur für Insider geschrieben ist. --Uli Lemke

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
Der Autor ist eigentlich Dokumentarfilmer und hat für das amerikanische Fernsehen eine zehnteilige Serie über die Geschichte des Jazz gedreht, die viel Staub aufgewirbelt hat, berichtet Ralf Dombrowski. Warum? Weil Burns den Jazz mit Armstrong zu Grabe getragen und die Geschichte retrospektiv auf die afroamerikanische Tradition zugespitzt und zurechtgestutzt hat. Vor allem junge und weiße Musiker hätten sich verhöhnt gefühlt, berichtet Dombroski, es fehlten die europäischen und klassischen Einflüsse, auch die Prägungen durch die DJ-Kunst im Jazz. Unbekümmert von der harschen Kritik hat Burns nun seine Fernsehserie in einen opulenten Bildband umgearbeitet: für Dombrowski ein "Manifest des Neokonservatismus", da er die "Hochkulturerhebung der improvisierenden Musik" betreibe. Was Burns da an Bildern und Materialien zu den Ursprüngen des Jazz aber auch zur Sozialgeschichte der Schwarzen zusammengetragen hat, ist allerdings für Dombrowski - bei aller berechtigten Kritik - brillant gemacht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2002
Ohne Umschweife verteilt Peter Niklas Wilson Lob und Tadel für den gewichtigen Text- und Bildband von Ken Burns und Geoffrey C. Ward über den Jazz. Ein Lob spendet der Rezensent den Autoren für die Auswahl der zahllosen Farbfotos, von denen viele, insbesondere aus der Frühzeit des Jazz, auch echten Kennern neu sein dürften. Aber nicht nur die idiomatisch wie musikalisch-fachlich "unzuverlässige" Übersetzung erregt das Missfallen des Rezensenten. Es ist vor allem der Inhalt. Die Früh- und Vorgeschichte des Jazz werde, abgesehen von Blues und Ragtime, noch gut abgehandelt, aber dann, schimpft der Rezensent, verkomme die Darstellung zur Einseitigkeit. Weiße Jazzmusiker würden weitgehend ausgeblendet, Keith Jarrett und Stan Kenton als Rassisten denunziert und zu allem Überfluss dürfe Wynton Marsalis, vom Autor zum "Chefberater" auserkoren, seiner umstrittenen Sicht auf den Jazz freien Raum lassen. Und das bedeutet, stellt Wilson mit Erschrecken fest, dass die Jahre 1960 bis 1985 totgeschwiegen oder krude diffamiert würden und Musiker wie Stan Getz oder Lee Konitz gerade mal den Status von Randfiguren erhielten. Das Schlimmste ist, befürchtet Wilson, dass dieses Buch Schule machen und so ein verengtes und schiefes Bild des wunderbar facettenreichen Jazz zementieren werde.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein geniales Buch! Insbesondere, um einen Zugang zum Jazz zu bekommen, oder ihn zu vertiefen! - Gut, mancher "Jazzfreak" wird das Eine oder Andere vermissen. Insbesondere die neuere Jazzgeschichte ab den 70er Jahren, oder den europäischen Jazz. Aber dafür gibt es sicherlich auch noch spezielle Bücher. Für alle, die so langsam in den Jazz einsteigen und noch relativ am Anfang stehen - so wie ich - ist das Buch absolut klasse. Es macht "Lust auf Mehr"; man möchte immer tiefer eintauchen in das Phänomen Jazz. Neue Bücher lesen, neue Geschichten, neue FOTOS! und vor allem neue Platten/CDs hören. Und das ist doch eine ganze Menge?!!
Fazit: wer einen tollen Einstieg zum Jazz sucht oder jemandem diesen Einstieg ermöglichen will (und mal eben 60¤ übrig hat), der sollte zugreifen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Vorneweg: Das Buch ist sein Geld allemal wert. Es sind zahlreiche wunderbare Fotografien in bester Qualität enthalten.

Es ist eine Sammlung von Teilen der Biografien einzelner Musiker und Bands. Man erfährt sehr viel über die persönlichen Schicksale und Probleme der diversen Musiker.

Warum nur 4 Sterne?
1. Die jüngere und die europäische Jazz-szene ist sehr knapp gehalten.
2. Etwas störend ist der typisch amerikanische Erzählstil, der von Superlativen nur so wimmelt.
Aber ich habe es dem Buch gerne verziehen, da es sehr gut zu lesen ist und weit gehend auf musiktheoretische Ausschweifungen verzichtet wurde.

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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der sogenannte Königsweg ist nur Legende; es gibt ihn nicht, für nichts. Trotzdem wird viel gemeckert.
So auch über das groß angelegte Jazzprojekt von Ken Burns. Nur teilweise richtig, unvollständig sowie politisch allzu korrekt sei dieses Projekt, zu dem eine zehnteilige TV-Produktion von neunzehn Stunden, zehn CD-ROM's und ein umfangreiches Buch mit dem Titel "Jazz - eine Musik und ihre Geschichte" gehört. Letzteres hat Burns zusammen mit Geoffrey Ward herausgegeben.
Wie die anderen Projektzutaten ist auch das Buch -zum Glück- nicht alleine für Fachleute sondern für eine größere Zielgruppe hergestellt worden. Es ist insofern unerheblich, ob der vermeintliche Urknall des Jazz, seine sämtlichen Strömungen oder Musiker erfasst wurden oder nicht. Entscheidend ist vielmehr, wie es diejenigen anspricht, die mit Jazz bislang kaum in Berührung gekommen sind, und was ihnen an Eindrücken zurückbleibt. Außerordentlich viel, wie der Rezensent meint.

Burns Buchdokumentation enthält die bekannten Stereotypen von popularisierter Kulturgeschichte. Eine Ästhetisierung des Jazz als Kunstform hat deshalb wenig Raum in diesem gewichtigen Werk. Wichtiger sind vielmehr die kulturhistorischen Zusammenhänge. Zwar kommen die letzten vierzig Jahre in der Tat ein wenig zu kurz. Und tatsächlich werden Heroen wie etwa Louis Armstrong gelegentlich in den Vordergrund gerückt. Doch ist dies nur die halbe Wahrheit.

Interessant ist neben zahlreichen anderen Informationen, dass unter den Rassentrennungsgesetzen auch hellhäutige Kreolen, oft illegitime Söhne von Weißen, die an weißen Musikinstituten klassisch ausgebildet worden waren, lediglich in schwarzen Bands auftreten durften und so ihr spezielles Wissen mit deren Musik mischten.
Dazu passt weiter die Hervorhebung der eher individualistischen Perspektive weißer US-Amerikaner und die tendenzielle Betonung soziokultureller Erfahrung von Gruppenspiel und Improvisation der Afroamerikaner.
Und nicht zuletzt ist die Geschichte des Jazz auch die Geschichte des Rassismus in den USA.
Jazz ist ebenso wenig eine Frage von 'schwarzen oder weißen Genen`, von Ökonomie oder Bürgerrechten.

Den Autoren ist nichts weniger gelungen, als die Geschichte des Jazz gesellschaftskritisch mit vorzüglichen Fotografien und Texten zu dokumentieren.

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